Tor de France

Vom 10. Juni an ist Frankreich vier Wochen lang der Schauplatz der Fußball-Europameisterschaft 2016. Während sich die Sportwelt auf tolle Spiele freut, dämpfen die Sicherheitsmaßnahmen und die Sorge vor Terroranschlägen die Fußball-Euphorie. Main-Post-Chefreporter Achim Muth berichtete live aus dem Nachbarland.

  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/30/2016 8:42:50 AM

    Vorspeise: geröstetes Weißbrot mit gegrillten Crevetten, Chili und Kräutern.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/30/2016 8:42:02 AM

    Chefkoch Marko bei der Vorbereitung.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/30/2016 8:40:35 AM

    Aperitif auf dem Rasen.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/30/2016 8:15:45 AM

    Get together vor toller Kulisse. Von links: DFB-Mediendirektor Ralf Köttker, Jan Christian Müller (Frankfurter Rundschau), DFB-Präsident Reinhard Grindel sowie Vizepräsident Rainer Koch.

    Nudelsalat, Bruschetti & Lillet:
    DFB-Spitze zu Gast im Haus am See


    Die Idee entstand aus einer Laune heraus beim Fußballgucken vor eineinhalb Wochen. Wie wäre es, wenn wir den neuen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel und seinen Vize, den Bayerischen Verbandspräsidenten Rainer Koch, einfach mal in unsere Villa einladen? Einfach so. Ohne Interviewwunsch, nur um sich besser kennenzulernen und vielleicht auch mal aufzuzeigen, wie wir Journalisten im Umfeld eines Turniers arbeiten. Die beiden gehören zur offiziellen DFB-Delegation bei dieser EM und wohnen nur ein paar Schritte von unserer Herberge entfernt - im besten Haus, das Évian zu bieten hat. Wir entschieden, es zu versuchen, Ich schrieb die Einladung per Facebook-Nachricht an Rainer Koch - und schon fünf Minuten später kam eine Antwort. Er fand die Idee gut und wollte sich mit Grindel abstimmen. Gestern Abend war es dann soweit, die DFB-Spitze kam zusammen mit Mediendirektor Ralf Köttker zu Besuch ins Haus am See. Wir hatten sogar aufgeräumt und in letzter Minute auch noch alte herumliegende Socken hinter eine Zimmertür geschaufelt. Marko, der beste Koch von allen, zauberte einen Nudelsalat mit getrockneten Tomaten, Feta und gerösteten Pinienkernen, und einen Couscous-Salat mit Basilikum, Tomaten und Gurken. Dazu gab es gebackene Kartoffelstücke und Spezialitäten vom Grill. Als Vorspeise wählten wir Bruschetti, mit Tomaten und Zwiebeln sowie kleinen gegrillten Garnelen und Kräutern. Marko kredenzte sogar einen Aperitif: Lillet-Tonic mit Erdbeerstückchen und frischer Minze. Meine Frau wäre begeistert gewesen. Wir hatten sogar eine Tischdecke und zwei Kerzen besorgt - und einen Kuchen für den Nachtisch. Ich glaube, unseren Gästen hat der Abend gefallen. Es wurde viel erzählt, gefragt, getrunken, gescherzt und auch ein wenig gestichelt, und als ein Regenschauer uns von der Terrasse vertrieb, wechselten wir einfach auf den überdachten Balkon mit Seeblick. Es war interessant, die Verantwortlichen des größten Sportfachverbandes der Welt (6,8 Millionen Mitglieder) so ungezwungen zu erleben. Irgendwann funkelten am anderen Ufer des See die Lichter von Lausanne. Es war schon lange dunkel, als Grindel, Koch und Köttker gingen. Wir machten uns ans Geschirr.

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/29/2016 4:53:20 PM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/29/2016 2:36:28 PM

    Putzen. Aufräumen. Saubermachen.
    Viel Arbeit im Haus am See

    Heute heißt es in unserem Haus am See: Putzen. Aufräumen. Saubermachen. Kochen. Wir erwarten ranghohen Besuch. Unsere Neun-Männer-WG hier hoch über dem Genfer See ist seit Tagen schon in Aufregung. Besorgungen müssen auch noch gemacht werden, wir wollen ja gute Gastgeber sein. Wer kommt? Das kann ich an dieser Stelle noch nicht verraten. Aber morgen werde ich das Rätsel natürlich auflösen.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/29/2016 2:33:56 PM
    Der Nachhintendenker

    Thomas Müller kennt den Schlüssel zum Erfolg gegen Italien und sucht Bestätigung auf ungewohntem Terrain

    Von Achim Muth

    Die Vergangenheit interessiert ihn nicht. 1970? 1982? 2006? 2012? „Es zählt das Hier und Jetzt“, sagt Thomas Müller. Vor dem Viertelfinale der Europameisterschaft am Samstag in Bordeaux gegen Italien, will der Stürmer ohne Tore nichts wissen von vergangenen und verlorenen Duellen gegen die Squadra Azzurra bei großen Turnieren. „Deutschland hat gegen Italien dort noch nie gewinnen können. Aber das hat mit künftigen Spielen nichts zu tun. Das ist Geschichte.“ Jetzt sei ein „guter Zeitpunkt, um diese Serie zu durchbrechen“, sagt Müller, „die Basis stimmt, wir sind gut in Form.“

    Zukunftsgewand, das ist seine Art. Neue Ziele. Neue Reize. Für Leistungssportler zählt immer nur der nächste Wettkampf, und es war ja Thomas Müller selbst, der sich erst vor wenigen Wochen in einem Gespräch in der Interviewkammer des Medienzentrums in Évian selbst mit diesem Wort charakterisiert hat: „Ich bin ein Nachvornedenker.“ Da hatte die Europameisterschaft noch nicht begonnen. Doch jetzt, nach bislang vier Spielen, muss der Offensivspieler seine Bestätigung und sein Selbstvertrauen aus anderen Quellen schöpfen als üblich. Der Torfluss, so scheint es, ist versiegt. Der Stürmer, der bei den Weltmeisterschaften 2010 und 2014 jeweils fünf Treffer erzielt hatte, dem in 75 Länderspielen 32 Buden gelungen sind, zieht seine Erfolgserlebnisse aus der Defensivarbeit. „Es macht Spaß“, sagt er, in der Abwehr mal einen Ball rauszuköpfen. So ist im Spiel aus Thomas Müller doch ein Nachhintendenker geworden.
    Mannschaftsdienlich wie noch nie
    Er ist im Achtelfinale knapp zwölf Kilometer gerannt. Er geht die langen Wege. Er wechselt ständig die Position. Er stibitzt dem Gegner den Ball vom Fuß wie ein Verteidiger. Vielleicht war der 26-Jährige vom FC Bayern München noch nie so mannschaftsdienlich wie in diesen Tagen in Frankreich. Nur selbst treffen, das gelang ihm bislang eben nicht. Thomas Müller ist klug. Er weiß, er wird an Toren gemessen. Deshalb begegnet er der Diskussion mit Pragmatismus: „Torschützenkönig ohne Titel zu sein, was würde mir das nützen?“ Die Situation nage nicht an ihm, sagt er. „Ich bin sehr entspannt“, und in der Tat wirkt er auch an diesem Vormittag alles andere als verkrampft. „Wenn wir so auftreten wie bislang, dann ist es eine Freude, in dieser Mannschaft zu spielen.“ Wer aber um seinen Ehrgeiz weiß und um seinen Drang, selbst jeden Trainingskick, jeden Schafkopf, jedes Golfspiel gewinnen zu wollen, der ahnt, dass er da eben doch eine kleine Rechnung offen hat mit sich selbst.
    Explosion gegen Italien?
    Vielleicht kommt die Explosion gegen Italien. Bei einem Müller, diesem Fußballschlitzohr ohne Gleichen, muss immer mit allem gerechnet werden. Dieses Viertelfinale wäre wie gemacht für ihn. Große Bühne. Vor vier Jahren, als der Bundestrainer ausgerechnet im EM-Halbfinale auf sein Unikum verzichtete, ging das Spiel gegen Italien 1:2 verloren. Jetzt könnte Müller der Mann sein, der die Pose des Schmachs aus der deutschen Erinnerung tilgen könnte: den nackten Oberkörper des damaligen Torschützen Mario Balotelli.
    Vorfreude aufs Viertelfinale
    Thomas Müller freut sich auf das Spiel. Das ist ihm anzusehen, und das ist rauszuhören aus seinen respektvollen Worten: „Ich spiele gerne gegen Italiener. Das sind gute Typen und Sportsmänner, und wenn’s mal gerumpelt hat, dann helfen sie einem auf.“ Mit den Klischees kann er nichts anfangen: Rustikaler Abwehrriegel? Ein Andrea Pirlo beispielsweise habe eher mit „einem feinen Füßchen als mit der Rasierklinge gespielt.“ Ständige Bewegung in den Grauzonen des Erlaubten? Geschenkt für einen wie Müller. „Ich verlange auch von mir und meinen Mitspielern, dass wir bei einer 1:0-Führung zwei Minuten vor Abpfiff nicht zum Einwurf sprinten und dem Balljungen den Ball aus den Händen reißen.“
    Erfolgsrezept: Ballbesitz
    Der Angreifer erwartet ein enges, ein heißes, ein schönes Spiel gegen eine Mannschaft, „die sich richtig reinhaut“. Das Italien 2016 habe klare Strukturen, eine eingespielte Abwehr und „Automatismen offensiv wie defensiv. Jeder weiß, wo der Mitspieler steht. Sie verteidigen als Mannschaft“, sagt Müller, „aber sie sind nicht undurchdringbar.“ Er glaubt, dass der Schlüssel zum Erfolg im Ballbesitz liegt. „Wir müssen gutes Pressing spielen, dann ist oft ihre einzige Lösung ein langer Ball. Wen wir da gut vorbereitet sind, werden wir viele Balleroberungen haben, nach denen es schnell gehen kann.“ Das Team von Antonio Conte würde einen hohen Aufwand betreiben. Geduld könnte gefragt sein, denn irgendwann würde Müdigkeit einsetzen, „dann werden sich Räume ergeben“.
    Und Müller? Er wird sich wieder in den Dienst der Mannschaft stellen. Er wird ackern. Er wird rennen. Er wird Positionen wechseln. Er nach vorne denken und nach hinten. Vielleicht wird er auch ein Tor schießen. „Ich würde mich nicht wehren“, sagt Müller. Im Training am Mittwoch hat er schon mal getroffen.
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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/29/2016 12:52:38 PM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/29/2016 11:56:57 AM

    Mit Thomas Müller am Tisch
    War etwas ruhig die vergangenen Stunden hier, ich weiß. Ich hatte die Gelegenheit, an einer Interviewrunde mit Thomas Müller und Manuel Neuer teilzunehmen. Der Stürmer und der Torwart wollten beide nicht mehr groß in der Vergangenheit wühlen, sondern sehen das Hier und Jetzt: "Die Voraussetzung, um Italien zu schlagen, ist nicht die schlechteste", sagte Thomas Müller. Ich fasse das Gesagte jetzt zusammen. Es geht auch um Müllers Torflaute und Neuers Serie ohne Gegentor. In dem Viertelfinale gegen Italien stecken so viele Geschichten. Also: Stay tuned.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/29/2016 9:12:39 AM

    Passspiel mit Bastian Schweinsteiger

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/29/2016 9:09:17 AM

    Training der Nationalmannschaft bei bestem Wetter. 22 von 23 Spielern sind im Einsatz, nur Torhüter ter Stegen fehlt, wenn ich richtig beobachtet habe.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/29/2016 9:01:27 AM

    Warten aufs Training...

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/29/2016 8:51:52 AM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/29/2016 8:04:40 AM

    Volles Programm in Évian
    Heute stehen in Évian wieder vielfältige Medienaktivitäten im DFB-Medienzentrum auf dem Programm: Um 11 Uhr ist Training, bei dem die Journalisten wieder eine Viertelstunde zuschauen dürfen. Um 12.30 Uhr folgt dann eine Pressekonferenz mit Torwarttrainer Andreas köpke, Abwehrspieler Mats Hummels und Mittelstürmer Mario Gomez. Dazu gibt es im Interviewraum zahlreiche Einzel-Gespräche mit Spielern sowie Poolrunden, Interviews, die von mehreren Kollegen verschiedener Zeitungen gemeinsam geführt werden. Am Freitag reist das Team dann bereits ab nach Bordeaux, dem Spielort des Viertelfinals gegen Italien.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/29/2016 5:41:29 AM

    Ein neuer Tag in Évian. Eine neue Kolumne.


    Tor de France

    Mesut Özils Dank an das Nilpferd

    Natürlich juckt es in den Fingern. An diesem Tag nach dieser Nacht muss an dieser Stelle doch irgendetwas über diese famosen Isländer stehen. Oder ein Engländerwitz, macht ja sonst keiner. Aber dann fällt der Blick auf eine Nachrichtenseite: Bud Spencer ist tot. Waren das Zeiten, als in der Turnhalle des TSV Erlabrunn Ende der 70er Jahre ein fahrender Filmvorführer regelmäßig Halt machte. Die Fensterscheiben wurden mit Bettlaken zugehängt, und dann baute der Mann den Projektor auf und zeigte für drei Mark Eintritt Filme wie „Das Krokodil und sein Nilpferd“ oder „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“. Das Knattern des Projektors habe ich heute noch in den Ohren. Wir hatten oft Bauchschmerzen vor Lachen. Bud Spencer hat alle Ganoven verdroschen oder sie mit einem Faustschlag auf den Kopf ungespitzt in den Boden gerammt. Wenn er Hunger hatte, aß er einfach eine Bratpfanne voller Bohnen. Erst später erfuhr ich, welch großartiger Sportler dieser Carlo Pedersoli aus der Nähe von Neapel gewesen ist: Wasserball-Nationalspieler und als Schwimmer Teilnehmer bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki und 1956 in Melbourne. Zusammen mit Terence Hill bildete er danach eines der für mich witzigsten Filmduos nach Stan Laurel & Oliver Hardy. Die Streifen kamen niemals in den Verdacht einer Filmpreisnominierung, haben es aber doch in die Hitliste meiner Jugenderinnerungen ziemlich weit nach oben geschafft. Im Turnhallenkino siegte das Gute immer, und hätte nicht dieser mächtige Italiener mit einer seiner berühmten Doppelbackenschellen auch Gevatter Tod wieder heimschicken können? Nun sage keiner, ich würde in dieser EM-Kolumne vom Thema abschweifen. Im Teamhotel in Évian-les-Bains, keine 500 Meter von unserem Haus am See entfernt, saß an seinem freien Tag gestern Mesut Özil und schickte eine Nachricht über die sozialen Netzwerke: „Thank you for everything. R.I.P. Bud Spencer“. Die letzte Klappe ist gefallen.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/28/2016 9:17:55 AM

    Ein bestens gelaunter Bundestrainer Joachim Löw auf dem Weg zur Pressekonferenz.

    Bundestrainer Joachim Löw stapelt tief:
    "Bescheidenheit und Demut sind das Gebot der Stunde!"

    Eine Dreiviertelstunde lang hat ein gute gelaunter Bundestrainer Joachim Löw seine Einschätzung vor dem Spiel gegen Italien am Samstag dargelegt. In der Pressekonferenz in Évian sprach der 56-Jährige davon, "dass Bescheidenheit und Demut das Gebot der Stunde sind". Obwohl die deutsche Nationalmannschaft in diesem Turnier noch ohne Gegentor ist und sich zunehmend besser findet, will Löw "die Bälle flach halten". Gegen den viermaligen Weltmeister erwartet er ein "zähes Spiel", Verteidigen sei den Italienern in "Fleisch und Blut übergegangen". Dass Deutschland bislang in einem Turnier noch nie gegen Italien gewonnen hat, ist für Löw "kalter Kaffee", wie er sagte. Die Vergangenheit interessiert ihn nicht mehr. Tunlichst vermeiden sollte das DFB-Team einen Rückstand, weil der Gegner dann die Räume in der Defensive noch enger machen würde, "und dann hauen sie auch mal mit einem Lächeln einen Ball auf Tribüne". Allerdings strahlte der Bundestrainer in dieser munteren Fragestunde im Plauderton auch eine große Zuversicht aus: Er freue sich auf das Spiel, sagte Löw, vor allem auch, weil er noch eine persönliche Rechnung offen hat. 2012 im EM-Halbfinale verzockte er sich, wollte Mittelfeldregisseur Pirlo aus dem Spiel nehmen und vernachlässigte dadurch andere Spieler wie Balotelli. "Dieser Plan ist nicht aufgegangen, und dafür übernehme ich die Verantwortung", wiederholte Löw frühere Aussagen. Das 0:2 von Warschau sei aber auch lehrreich gewesen und habe ihn in seiner persönlichen Entwicklung weitergeholfen. Am Dienstag hat er seinen Spielern nochmal freigegeben, ab Mittwoch sollen dann im Training die Reize gesetzt werden. Das Trainerteam wird in den nächsten Tagen am Matchplan tüfteln, und dabei setzt der Bundestrainer auf einen Kader, der fit ist und der ein Gerüst besitzt aus Spielern, die seit 2010 dabei sind. "Das ist ein Vorteil."

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/28/2016 7:33:52 AM

    Wohin führt der Weg nach dem Viertelfinale:
    Marseille oder Frankfurt?

    Bei unserer Strandung gestern in Bellegarde habe ich im kleinen Bahnhof diesen Warnhinweis für Rollstuhlfahrer gefunden - in der Tat war die Rampe zur Gleisunterführung nicht ohne. Wohin führt der Weg für die deutsche Nationalmannschaft? Der Gegner im Viertelfinale steht jetzt fest: Italien. Die Squadra Azzurra war zwar bereits viermal Weltmeister, wie Deutschland, aber erst einmal Europameister: 1968 im eigenen Land nach einem Wierholungsspiel im Finale gegen Jugoslawien. Die deutsche Elf hat bereits dreimal den kontinentalen Titel gewonnen: 1972, 1980 und 1996. Das Aufeinandertreffen am Samstag in Bordeaux ist ein Klassiker des intenationalen Fußballs, und ich bin gespannt, ob diese Serie reißen wird: Noch nie hat eine DFB-Elf bei einem Turnier gegen Italien gewonnen. Der Sieger wird dann im Halbfinale am 7. Juli in Marseille auf den Gewinner der Partie Island (!) gegen Frankreich treffen. Wie er die Lage einschätzt, wird Bundestrainer Joachim Löw heute auf der Pressekonferenz in Évian ab 10.30 Uhr erklären. Stay tuned.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/28/2016 7:24:53 AM

    Island im Viertelfinale und
    was deshalb hier auf dem Index steht

    Auf geht's in eine neue Woche in unserer Textwerkstatt in Évian-les-Bains. War das ein Achtelfinale in Nizza? Wir haben uns in unserer Fernseh-Lounge der Neun-Männer-WG kräftig die Augen gerieben ob der Abwehrleistung der Isländer. England raus! Island im Viertelfinale gegen Frankreich! Die Überraschung des Turniers bislang. P.S.: Falls Sie hier irgendwelche lustigen Brexit-Überschrift oder Witzchen über Englands EM-Austritt erwarten, wechseln Sie doch rasch rüber zu Facebook oder Twitter. Dort werden Sie gerade allerbestens bedient von allerlei kreativen Zeitgenossen. Hier in diesem Blog: Never ever.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/27/2016 6:58:34 PM
    Dann mal noch viel Spaß beim Fußballgucken: Island gegen England. Morgen geht's dann weiter hier: Um 10.30 Uhr ist eine Pressekonferenz in Évian angekündigt mit Bundestrainer Joachim Löw. Die Spieler, so vermuten wir, dürfen wieder einen freien Tag genießen. Mittwoch, Donnerstag wird dann wieder trainiert, bevor der Tross am Freitag nach Bordeaux abreisen wird. À demain!
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/27/2016 6:50:28 PM
    Löw zum Viertelfinal-Gegner:
    "Erwarte heiß umkämpftes, intensives Spiel"


    In einem kurzes Interview mit der DFB-Pressestelle hat sich Joachim Löw zum Viertelfinal-Gegner Italien geäußert. Der Bundestrainer zeigte sich beeindruckt von der Defensivleistung der Italiener und von ihren schnellen Kontern. Es wird ein interessantes Spiel, "mit Italien trifft die älteste Mannschaft des Turniers auf die jüngste", so Löw. Defacto stimmt sein Vergleich allerdings nicht, denn die Aussage bezieht sich auf den Kader, nicht auf die Startelf. Wie dem auch sei: "Deutschland hat bei einem Turnier noch nie gegen Italien gewonnen. Wir haben die Gelegenheit, das umzukehren", sagte er.
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/27/2016 6:42:39 PM

    Sicherheit wird groß geschrieben bei der Europameisterschaft in Frankreich. Das Militär, wie hier in der Metro in Paris, sowie die Polizei sind sehr präsent. Auch an den Stadien wird fleißig kontrolliert . . .

    Tor de France

    Die Piep-Show in Lille

    Nun, da diese EM torreicher und noch stimmungsvoller zu werden scheint, ist auch das Gefühl der Bedrohung gewichen. Vor wenigen Wochen wurde in Zusammenhang mit diesem Fußballturnier mehr über die Terrorgefahr geschrieben, denn über Angriffe mit einem Ball. Ach, wenn die Welt immer nur spielen würde und nicht zündeln. Jedenfalls hat sich in die Kontrollen am Medieneingang der Stadien eine, sagen wir so, angenehme Routine eingeschlichen. Wurde vor den ersten Spielen jede Naht des Rucksacks gefilzt, so genügt den Wächtern mittlerweile ein flüchtiger Blick ins Hauptfach. Trotzdem musste ausgerechnet ich in Lille vor dem Stade Pierre Mauroy diesmal länger warten als üblich. Schon oft sind unsere Körper an diesen Sicherheitsschleusen von Menschen mit Detektoren umrissen worden, niemals hat das Gerät gepipst. Doch plötzlich in Lille: Piep. Piep. Piep. Der Wächter schaut mich fragend an. Ich prüfe die Hosentaschen. Keine Münzen. Kein Schlüssel. Kein Handy. Nur leere Taschen. Da fällt es mir ein. Es hat dann doch etwas gedauert, bis ich dem französischen Kontrolleur den Begriff „künstliches Hüftgelenk“ erklärt hatte.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/27/2016 6:36:05 PM
    Julian Draxler: „Das war ein Ausrufezeichen“

    Das neue deutsche Zauberfüßchen über seine Tricks,
    sein neues Selbstbewusstsein und Löws klaren Auftrag an ihn


    Von Achim Muth

    Es war das beste von seinen bislang 22 Länderspielen: Im Achtelfinale der Europameisterschaft gegen die Slowakei war Julian Draxler der Schlüssel zum Erfolg. Der 22-Jähige vom VfL Wolfsburg rückte für Mario Götze wieder ins Team und überzeugte mit einem selbstbewussten Auftritte, tollen Vorlagen und einem Tor. Seine Sololäufe eröffneten dem deutschen Spiel zahlreiche Möglichkeiten. Ob Bundestrainer Joachim Löw, Kapitän Bastian Schweinsteiger oder Abwehrspieler Benedikt Höwedes, alle waren sie nach dem 3:0-Sieg voll des Lobes über das Talent, das langsam auf Touren kommt. Stürmer Mario Gomez, dem Draxler das 2:0 maßgescneidert aufgelegt hatte, bezeichnete den Wolfsburger sogar als "Zauberfüßchen". Nach der Partie stellte sich Julian Draxler im Keller der Arena in Lille den Fragen. Ein Gespräch über Selbstvertrauen, den Sportsgeist im Team und SMS-Nachrichten: „Wenn man gewinnt, hat man die meisten Freunde.“

    Wie fällt Ihre Bilanz aus nach diesem souveränen Einzug ins EM-Viertelfinale?

    Julian Draxler: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht heute, und ich konnte einen großen Teil dazu beitragen, dass wir verdient gewonnen haben.“

    Noch vor kurzem sagte Bundestrainer Joachim Löw, dass es in Deutschland keine Eins-gegen-eins-Spieler gibt. Heute haben Sie ihn widerlegt.

    Draxler: „Gegen Polen war es so, dass wir von diesen Situationen viel zu wenig hatten. Da gebe ich dem Bundestrainer Recht. Es war eine klare Ansage von ihm an mich, dass er mich in diesen Eins-gegen-eins-Duellen sehen will. Und wenn man spielen möchte, sollte man umsetzen, was der Trainer sagt.“

    Es gehört viel Selbstvertrauen zu solchen Dribblings.

    Draxler: „Ja, das stimmt. Besonders in Spielen, in denen man in den ersten zwei Situationen hängenbleibt. Wieder und wieder reinzugehen, ist nicht so einfach. Da brauchst du Mitspieler und Trainer, die dir den Rücken stärken. Heute ist mir gleich von Anfang an viel gelungen. Das war optimal für mich.“

    Sie haben richtig Spielfreude verbreitet und einige spektakuläre Tricks gezeigt.

    Draxler: „Es ist aber nicht so, dass rein gehe und sage: ‚Jetzt versuche ich mal zu zaubern.‘ Aber klar, heute ist mir viel gelungen. Es war ein rundum gelungener Tag.“

    War das Ihr bislang bestes Länderspiel?

    Draxler: „Es gehört sicherlich zu den besseren. Ob es das Beste war, weiß ich nicht, das sollen andere beurteilen.“

    Wann haben Sie von Ihrem Einsatz erfahren?

    Draxler: „Der Bundestrainer lässt sich generell nicht gerne in die Karten schauen. Am Morgen des Spiels hat er es mir mitgeteilt. Ab da war mir klar: Jetzt zählt's.“

    Waren Sie überrascht?

    Draxler: „Ja, ich war schon ein bisschen überrascht darüber. Aber ich hatte gut trainiert und war natürlich glücklich, als er es mir gesagt hat.“

    Könnte dieses Länderspiel zu einem Wendepunkt in Ihrer Länderspielkarriere werden?

    Draxler: „Das war heute mal ein Ausrufezeichen bei einem großen Turnier, nachdem ich mich bei der WM noch hinten anstellen musste. In einem EM-Achtelfinale zu treffen, ist etwas ganz Besonderes.“

    Sie haben nicht nur ein Tor geschossen, sondern auch eines mit einem schönen Solo vorbereitet. Wie wichtig ist Mario Gomez als Anspielstation?

    Draxler: „Wir brauchen nicht darüber zu reden, dass Mario da vorne sehr präsent ist und Räume für uns schafft. Und gerade beim zweiten Tor hat man gesehen, dass er dort steht, wo ein Stürmer stehen muss. Das braucht man ihm nicht zu sagen, das hat er im Blut. Von daher ist er sehr wichtig für uns.“

    Haben Sie den Platz auf der linken Seite nun sicher?

    Draxler: „Natürlich ist es das Ziel, immer zu spielen. Heute habe ich sicher gute Argumente geliefert.“

    Wie ist das Verhältnis zu Ihrem Konkurrenten Mario Götze, haben Sie mit ihm gesprochen?

    Draxler: „Mario hat mich vor dem Spiel ermutigt, Gas zu geben, wie ich es bei ihm im Spiel davor getan habe. Das ist fairer Sportsgeist zwischen uns allen. Der gehört dazu, wenn du Europameister werden willst. Das war bei der WM nicht anders.“

    Es gibt einige Spieler, die noch keine Sekunde im Einsatz waren bei diesem Turnier. Sie können da gut mitfühlen?

    Draxler: „Richtig, die Situation kenne ich zu gut. Aber gerade die Jungs hier machen das klasse im Training, bleiben weiter dran. Für mich ist es natürlich schön, dass ich Spielzeiten erhalte, dass ich zeigen kann, was ich drauf habe. In Brasilien ist es mir auch nicht einfach gefallen, ständig draußen zu sitzen. Aber das gehört bei so einer großen Fußballnation eben auch mal dazu.“

    Italien oder Spanien, wer ist ihr Wunschgegner im Viertelfinale?

    Draxler: „Da gibt es keine Präferenz. Italien und Spanien sind jeweils große Fußballnationen mit super Mannschaften. Es wird so oder so ein harter Brocken.“

    Von wem war nach dem Spiel die erste SMS auf dem Handy?

    Draxler: „Da habe ich noch gar nicht reingeschaut. Es waren einige. Wenn man gewinnt und ein Tor schießt, hat man die meisten Freunde.“
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/27/2016 6:24:49 PM

    Zurück im Haus am See
    und Freude auf die Italiener

    Wir sind wieder zurück im schönen und so betuchlichen Évian-les-Bains am Genfer See. Die Rückreise aus Lille ging diesmal nicht so glatt wie beim Turnierauftakt gegen die Ukraine. In Bellegarde, einem kleinen Städtchen etwa 45 Kilometer von unserem Zielbahnhof Genf entfernt, blieb der Zug wegen eines technischen Problems stehen. Zwei Stunden lang. Der kleine Kiosk am Bahnhof machte das Geschäft seines Lebens, weil viele irische Fans und deutsche Journalisten im Zug saßen. Die Fans kamen aus Lyon, wo ihr Team am Vorband Frankreich einen großen Kampf geliefer hatte, die Journalisten aus Lille (über Lyon), wo die deutsche Mannschaft überzeugend ins Viertelfinale eingezogen ist. Wir aßen also Kekse aus der Prinzenrolle und tranken Wasser und warteten. Weil es auch keinen Strom gab und der Akku des Laptops so leer war wie eine ausgepresste Zitrone, waren wir zur Untätigkeit verdammt. Irgendwann erreichten wir doch Genf, kamen dann aber mit dem Auto in den Feierabendverkehr. Kurzum: Wr hatten schon entspanntere Reisen. Aber kein Grund zu klagen. Wir kamen gerade noch so in unserem Haus am See an, um Spanien gegen Italien im Fernsehen zu verfolgen. Erstes Fazit: Sapperlott, diese Italiener sind eine harte Nuss. Noch nie hat eine deutsche Nationalelf gegen die Squadra Azzurra bei einem Turnier gewonnen. Zuletzt gab es zwei bittere Halbfinalniederlagen: 2006 bei der WM in Deutschland und 2012 bei der EM in Polen. Es sind also ein paar Rechnungen offen auf deutscher Seite. Am Samstag in Bordeaux wird es so weit sein. Anstoß ist um 21 Uhr. Diesmal planen wir unsere Reise nicht auf der Schiene. Füchse, wie wir sind, haben wir die Flüge schon in der vergangenen Woche gebucht.

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/27/2016 5:24:07 PM
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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/27/2016 2:24:55 PM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/27/2016 12:46:35 PM

    Gestrandet in Bellegarde. Zug kaputt. Technische Probleme. Wir warten auf Ersatz und hoffen darauf, dass wir wenigstens das Spiel Italien - Spanien sehen können.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/27/2016 10:58:51 AM

    Vorletzte Etappe, Lyon - Genf, im Abteil mit den Iren, die sich in Lyon gestern tapfer gegen Frankreich gewehrt haben...

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  • von Roland Schmitt-Raiser via null | 6/27/2016 9:22:51 AM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/27/2016 8:19:46 AM

    Um 9.02 Uhr sind wir in Lille mit dem TGV gestartet. Ein Zug voller deutscher Journalisten auf dem Weg zurück nach Évian-les-Bains. Durch den starken Auftritt im Achtelfinale wurde auch unsere Dienstreise um mindestens eine Woche verlängert. Gerade Zwischenstopp am Flughafen Paris. Weiter geht es gleich mit an die 300 km/h durch Zentralfrankreich nach Lyon. Dann Umstieg in den Zug nach Genf, von da geht es mit dem Auto zurück ins Haus am See. Ich sitze gerade dabei, das Interview mit Julian Draxler abzutippen. Stay tuned. Später mehr davon auf diesem Kanal.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/27/2016 8:11:40 AM
    Tor de France

    Der ballfressende Baumbusch

    Es muss, nach nun nahezu drei Wochen in unserer Neun-Männer-WG im Haus am See, an dieser Stelle von ersten Verwerfungen berichtet werden. Vielleicht waren die beiden fußballfreien Tage vor dem Achtelfinale schuld, dass sich eine leise Ahnung von Lagerkoller hier ausbreitete wie der Sommer am Fuße der Savoyer Alpen. Erst ging unser Lederball beim Bolzen auf dem Rasen verloren. Zwei Kollegen spielten Fußballtennis über Gartenstühle, als der Ball in diesen riesigen Buschbaum im Garten fiel. Vielleicht ist es auch ein Baumbusch. Jedenfalls hat dieses mächtige Gestrüpp den Ball verschluckt. Einfach so. Er ist weg. Dann ging es um eine Müslipackung. Sie kennen das von zuhause. Einer hat sie gekauft. Ein anderer macht sie leer bis auf 25 Krümel und lässt sie offen in der Küche herumstehen. Geht halt nicht. In der Enge dieser Schreibwerkstatt wurde diese Nichtigkeit ein Ventil. Denn wie der Sommer bisweilen ein reinigendes Gewitter braucht, damit sich die Schwüle wieder in Frische verwandeln kann, so donnerte und blitzte es auch in unserem Haus am See. Die Luft ist jetzt wieder rein.
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/27/2016 7:39:37 AM

    Au revoir, Lille!

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/27/2016 5:30:23 AM
    Der Kapitän drängt zurück aufs Boot:
    "Ich traue mir zu, von Anfang an zu spielen"


    Bastian Schweinsteiger über seine Fitness, Julian Draxler
    und seinen Tipp für das Viertelfinale


    Von Achim Muth

    Bastian Schweinsteiger meldet sich fit und drängt vor dem Viertelfinale gegen Spanien oder Italien zurück in die Anfangsformation der Nationalmannschaft. Nach dem überzeigenden 3:0-Erfolg gegen die Slowakei stellte sich der 31-jährige von Manchester United in den Katakomben des Stadions von Lille zum Interview.

    Herr Schweinsteiger, wie fällt Ihre Bilanz des Spiels aus?

    Bastian Schweinsteiger: „Vom Ergebnis her war das ein gutes Spiel. Wir haben es gut gemacht heute. Es war nicht einfach, weil die Slowaken teilweise ganz ordentlich hinten herausgespielt haben. Aber wir waren klar die bestimmende Mannschaft und haben verdient 3:0 gewonnen.“

    War Julian Draxler mit seinen gelungenen Dribblings heute der Schlüsselspieler?

    Schweinsteiger: „Gerade unsere Offensivspieler müssen diese Eins-zu-eins-Situationen suchen. Ich kenne das vom FC Bayern und Manchester United. Das erwartet man von ihnen, dass sie sich das trauen. Mich freut es für den Julian, dass er ein gutes Spiel gemacht und ein Tor erzielt hat.“

    Sie wurde in der 74. Minute eingewechselt. Hätten Sie sich mehr Spielzeit gewünscht?

    Schweinsteiger: „Natürlich hätte ich auch gegen Nordirland schon ein paar Minuten mehr spielen können. Aber das ist eine Entscheidung des Trainers. Ich fühle mich gut, gesund und fit. Ich habe mich ja erst vor drei Monaten verletzt, und jetzt bin ich hier bei der EM dabei, habe meine Einsatzzeiten und habe auch schon ein Tor gemacht. Von daher ist es in Ordnung.“

    Wie schwierig ist es, gerade nach Verletzungen immer wieder zurückzukommen?

    Schweinsteiger: „Das ist nicht einfach. Die Erwartungshaltung ist sehr hoch. Gerade jetzt: Wir spielen jetzt gegen Spanien, endlich mal ein Gegner . . .“

    Sicher gegen Spanien?

    Schweinsteiger: „Entschuldigung, Spanien oder Italien. Aber ihr wisst jetzt, auf wen ich tippe (lacht). Also endlich mal ein großer Gegner. Wir haben mit der Ukraine, Nordirland und der Slowakei nicht die ganz großen Mannschaften gehabt. Wir müssen uns da erstmal beweisen.“

    Wer ist für Sie der Favorit?

    Schweinsteiger: „Ich bin überrascht, dass bei der Europameisterschaft noch nicht so viele Mannschaften die absolute Topleistung abgerufen haben. Ich glaube Spanien ist schon die mit am stärksten spielende Mannschaft. Vielleicht kommt Belgien noch besser in Gang.“

    Was sagen Sie zu Ihrem Spezl Thomas Müller, der im Moment etwas unglücklich wirkt?

    Schweinsteiger: „Es ist ähnlich wie mit seinem Golfspiel derzeit. Da fehlt auch der ein oder andere Schlag, um ein Par zu spielen. Aber ich habe die Hoffnung, dass er sowohl beim Golfspiel als auch beim Fußballspiel bald den Schalter umlegen kann.“

    Im Vergleich zum Achtelfinale bei der WM: Ist die Mannschaft heute weiter?

    Schweinsteiger: „Bei der WM hatten wir schwierigere Gegner, da wurden wir in den Spielen mehr gefordert als jetzt. Man wird einen Vergleich erst ziehen können, wenn wir gegen Spanien oder Italien gespielt haben. Wir sind gut. Um sehr gut zu sein, müssen wir eine Topmannschaft schlagen.“

    Sind Sie bereit für die Startelf?

    Schweinsteiger: „Ich fühle mich von Tag zu Tag besser. Ich versuche, in jedem Training das Maximale zu geben. Ich würde mir schon zutrauen, von Anfang an zu spielen. Aber letztlich entscheidet das der Trainer.“

    Noch ein Satz zum ersten Länderspieltor von Jérôme Boateng?

    Schweinsteiger: „Es freut mich für ihn, es hat ja auch lange genug gedauert. Das Tor war nicht schlecht, aber viel besser fand ich seinen Sprung beim Jubeln.“
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/27/2016 5:13:30 AM

    Was ist nur mit Müller los?

    Der Münchner Angriffsspieler irrlichtert
    weiterhin seltsam glücklos durch die Europameisterschaft


    Schon beim Aufwärmen im Stade Pierre Mauroy war Thomas Müllers Aktionismus auffällig. Er redete viel und ließ sich von Joshua Kimmich immer wieder Flanken in den Strafraum schlagen. Erst als der 26-Jährige zweimal blitzsauber eingenetzt hatte mit Kopf und Fuß, beendete er den Probedurchgang. Allein: Beim 3:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft im EM-Achtelfinale gegen die Slowakei gelang dem so unkonventionellen Angriffsspieler wenig. Sein 75. Länderspiel hatte er sich sicher anders vorgestellt: Müller rackerte und rannte und wechselte ständig die Positionen, aber am Ende sah es aus, als irrlichtere er nur über dem Platz. Am auffälligsten waren seine Diskussionen mit Mario Gomez, den er ständig zum Gespräch suchte. „Ich kann mich nicht erinnern, worum es genau ging“, sagte Gomez, „der Thomas redet extrem viel, auch auf dem Platz, das finde ich gut. Man muss sich auf dem Platz deutlich die Meinung sagen. Er sieht hinter mir ja auch besser, wie wir verschieben sollen.“
    Gomez holt Klinsmann ein
    Mit seinem zweiten Turniertreffer und seinem insgesamt fünften EM-Tor hat Mario Gomez in der Rangliste der besten deutschen EM-Schützen zum Spitzenreiter Jürgen Klinsmann aufgeschlossen. Torschützenkönigs zu werden ist aber nicht sein erstes Ziel: „Ich will am 10. Juli in Paris das erleben, was die anderen vor zwei Jahren in Rio erlebt haben.“
    Müller: Es soll wieder scheppern
    In Brasilien hatte Thomas Müller fünf Tore erzielt und war seitdem ein Garant für Treffer. 32 hat er in seiner Karriere für die Nationalelf schon erzielt. Doch bei diesem Turnier agiert der Schlaks weiterhin so seltsam glücklos. „Ich hebe mir keine Tore auf“, sagte Müller in der Mixed Zone nach dem Spiel. „Lösen wir uns einfach mal von den Toren und beobachten wir einfach mal die Leistung der Mannschaft. Das hat Spaß gemacht heute.“ Er sei mit seinen Auftritten in Frankreich „zufriedener, als ihr vielleicht denkt“. Er sieht sich mehr als Organisator, als Nachhintenarbeiter: „Ich habe das ja auch schon vor dem Turnier gesagt, aber das wird gefühlt nicht so wirklich geglaubt, dass ich jetzt nicht so von meinen Toren abhängig bin. Es geht mehr darum, dass die Mannschaft ihre Top-Performance auf den Platz bringt. Da versuche ich, meinen Beitrag zu leisten.“ Aber so ganz würde er auf das Toreschießen dann doch nicht verzichten wollen: „Ich arbeite daran, dass es auch bei mir selber wieder scheppert.“ Gegen Spanien oder Italien hat er am Samstag im Viertelfinale die nächste Gelegenheit.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/26/2016 9:53:17 PM
    Einzelkritik nach dem 3:0-Sieg im Achtelfinale gegen die Slowakei:

    Manuel Neuer: Der Kapitän trug Schwarz, hatte aber keinen Grund zur Trauer. Zeigte die komplette Palette seiner hohen Torhüterkunst: Sprints in höchster Not sowie eine spektakuläre Luftrettung, als er nach einem Kucka-Kopfball den Ball über die Latte wischte. Unbezwingbar wie Fort Knox: Seit 450 Minuten ohne Gegentor.

    Jonas Hector: Der Linksverteidiger ist der Dauerbrenner: Seit dem 25. März 2015 stand der 26-Jährige in sämtlichen 17 Länderspielen als Einziger in der deutschen Startformation. Belohnt das Vertrauen durch konstant gutes Spiel. Nur die Flanken sind zu unpräzise.

    Mats Hummels: Der Neu-Bayer oder Alt-Dortmunder war erneut ein guter Dirigent der Abwehr. Konzentriert. Kraftvoll. Kopfballstark. Ohne Fehl und Tadel.

    Sami Khedira: Die eine Hälfte der Doppel-Sechs spielte wieder souverän und gewohnt zweikampfstark. Der Abräumer, zuverlässig wie ein deutscher Finanzbeamter.

    Mesut Özil: Mal grazil wie beim Hackenpass auf Kimmich. Mal schlampig wie beim ein oder anderen Abspiel. Scheiterte in der 13. Minute mit einem Foulelfmeter, den der slowakische Keeper gut parierte. Wartet weiter auf den ganz großen Moment in diesem Turnier.

    Julian Draxler: Deutschland hat keine Eins-gegen-eins-Spieler? Oh doch! Der Schalk . . . äh, Wolfsburger machte eine klasse Partie und tanzte auf der linken Seite so manchem Slowaken aus. Bereitete mit elegantem Solo zur Grundlinie und feinem Außenristpass das 2:0 durch Gomez vor. Belohnte sich mit seinem zweiten Länderspieltreffer (62. Minute).

    Thomas Müller: Auch in seinem 75. Länderspiel musste sich der Stürmer seine Erfolgserlebnisse in der Defensive holen: Stibitzte mehrmals den Slowaken den Ball. Hat im Angriff aber weiterhin so viel Glück wie Donald Duck. Müller rackerte. Müller rannte. Müller rotierte. Aber am Ende blieb ihm nur das Schädelbrummen nach einem Zusammenprall mit Martin Skrtel.

    Jérôme Boateng: Boah, Peng! Erstes Länderspiel-Tor im 63. Spiel mit einem satten Rechtschuss. Sprang danach vor Freude so hoch wie ein Rehbock auf der Flucht. Erster Adressat des Jubellaufs war Doc Müller-Wohlfahrt, der Boatengs Wade gesundgepflegt hatte. Und weil Boateng es gerne spektakulär macht, klärte er auch mal mit der Hacke.

    Toni Kroos: Anfangs wunderbare 50-m-Diagonalpässe auf Kimmich mit der Präzision eines Chirurgen. Tauchte im Verlauf des Spiels etwas unter, aber nahezu alles, was der Real-Kicker anstellte im Mittelfeld, hatte Hand und Fuß.

    Joshua Kimmich: Hat jetzt zwei Drittel seiner Länderspiele gegen die Slowakei gemacht. Musste erfahren, dass auch für ihn die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Engagiert und laufstark, aber in der Abwehr kam er beim Kopfball von Kucka zu spät.

    Mario Gomez: Er fühlt sich nach seiner Rückkehr wohl wie ein Fisch im Wasser im Nationalteam. Holte Elfmeter raus und erzielte eiskalt und trocken das wichtige 2:0, sein 29. Länderspieltor. Tut, was ein Stürmer tun muss: treffen.

    Benedikt Höwedes: Rückte in der 71. Minute für Boateng in die Innenverteidigung. Kein unnötiges Risiko vor dem Viertelfinalkracher gegen Italien oder Spanien. Der Schalker erfüllte die Aufgabe tadellos.

    Lukas Podolski: Er will ja kein Maskottchen sein, ist aber Publikumsliebling. Die Fans feierten Poldis 129. Länderspiel (ab der 71. Für Draxler) und ersten Turniereinsatz mit Gesängen bei jedem Ballkontakt.

    Bastian Schweinsteiger: Löws „emotional leader“ kam in der 74. Minute für Khedira und ordnete das Spiel von der Doppelsechs aus. Für nennenswerte Akzente reichte die Viertelstunde allerdings nicht.
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/26/2016 9:46:43 PM

    In der sogannten Mixed Zone müssen sich die Spieler den Fragen der Reporter stellen.

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/26/2016 6:21:47 PM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/26/2016 6:00:14 PM

    Viertelfinale! Überzeugender 3:0-Sieg gegen die Slowakei
    Das Stadion in Lille leert sich schon wieder: Mit einer überzeugenden Leistung und einem nie gefährdeten 3:0-Sieg gegen die Slowakei ist die deutsche Nationalmannschaft ins Viertelfinale der Europameisterschaft eingezogen. Dort wartet am kommenden Samstag in Bordeaux entweder der viermalige Weltmeister Italien oder der Titelverteidiger Spanien, beide Teams treffen morgen aufeinander. Löws Veänderungen hatten dem deutschen Spiel gutgetan: Götze raus, Draxler rein. Der Wolfsburger zeigte eine klasse Partie, bereitete ein Tor vor und erzielte eines selbst. Das 1:0 hatte Jérôme Boateng besorgt mit einem Volleyschuss aus 20 Metern, es war das erste Länderspieltor des Abwehrspielers. Jetzt geht es zu den Spielern in die Mixed Zone. Später noch mehr an dieser Stelle. Reaktionen und eine Einzelkritik.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/26/2016 3:59:42 PM

    Es geht los. Entweder führt der deutsche Weg nach Bordeaux - oder nach Hause . . .

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/26/2016 3:45:40 PM

    Luftaufnahme vom Stade Pierre Mauroy, abfotografiert vom Stadion-TV.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/26/2016 3:22:45 PM

    Noch eine knappe halbe Stunde bis zum Anpfiff. Die Teams sind beim Aufwärmen.

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/26/2016 3:20:56 PM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/26/2016 3:14:57 PM

    Ordentliche deutsche Blasmusik vor dem Stadion.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/26/2016 3:02:40 PM

    Löw lässt im Achtelfinale Götze draußen

    Bundestrainer Joachim Löw setzt im Achtelfinale wieder auf Joshua Kimmich für Benedikt Höwedes, verzichtet aber auf Mario Götze, der in der Vorrunde stets in der Anfangself gestanden hatte. Für den Mittelfeldspieler oder falsche Neun, wie auch immer, rückt wieder Julian Draxler ins Team. Als Stürmer steht Mario Gomez in der Anfangself. Kapitän Bastian Schweinsteiger sitzt erneut auf der Bank. Im Vergleich zum Testspiel-1:3 von Ende Mai hat Löw sein Team auf fünf Positionen verändert, sein Gegenüber Jan Kozak nur auf zwei Positionen.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/26/2016 2:56:35 PM

    Besuch aus der Heimat
    So viel Zeit muss sein: Eine Stunde vor dem Anpfiff des Achtelfinales zwischen Deutschland und der Slowakei habe mich vor dem Stadion mit meinem Kollegen Josef Schäfer aus der Schweinfurter Redaktion auf Bierchen getroffen. Josef macht einen EM-Kurztrip, war gestern in Lens und wird heute Abend noch über die Grenze nach Belgien fahren und das Spiel der Belgier gegen Ungarn in einem Pub anschauen. Hat mich sehr gefreut.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/26/2016 1:27:36 PM

    Ankunft am Stadion in Lille.

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