Tor de France

Vom 10. Juni an ist Frankreich vier Wochen lang der Schauplatz der Fußball-Europameisterschaft 2016. Während sich die Sportwelt auf tolle Spiele freut, dämpfen die Sicherheitsmaßnahmen und die Sorge vor Terroranschlägen die Fußball-Euphorie. Main-Post-Chefreporter Achim Muth berichtete live aus dem Nachbarland.

  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/26/2016 1:09:08 PM

    Zum Zeitvertreib für Euch bis zum Spielbeginn um 18 Uhr hier nochmal eine Vorschau mit Torhüter Manuel Neuer


    Manuel Neuer und das Warten
    auf die großen Mannschaften


    Der Nationaltorhüter erhofft sich vom Achtelfinale eine Signalwirkung fürs Turnier

    Dieser so sonnige Tag begann für Manuel Neuer wieder vor der schwarzen Wand von Évian. Diese mobile Mauer nutzt Torwarttrainer Andreas Köpke regelmäßig für fiese Schussübungen, die von dort zurückprallenden Bälle muss sich der Nationaltorhüter dann reaktionsschnell packen. Eine schwierige Aufgabe, weil der Winkel der Mauer variiert und die Flugbahn der Bälle kaum vorhersehbar ist. Während Neuer fleißig hechtete, trainierte der Rest der Mannschaft im kleinen Stade Camille Fournier das Direktpassspiel. In kleinen Gruppen ließ Bundestrainer Joachim Löw in einem Stangenwald Angriffskombinationen üben, am Ende sollte ein Abschluss auf ein obstkistengroßes Minitor stehen. Präzision war da gefragt, und Präzision war ja auch das fehlende Element im Spiel gegen Nordirland gewesen, als die Nationalelf Chancen für drei Turniere herausgespielt hatte, aber nur einmal traf durch Mario Gomez. Die Stimmung in der Mannschaft, so scheint es, ist gut vor dem Achtelfinale am Sonntag gegen die Slowakei in Lille (18 Uhr/live im ZDF).
    Boateng ist fit
    Sorgen hatte der sportlichen Leitung nur die Wadenverhärtung von Innenverteidiger Jérôme Boateng bereitet, der als einziger Spieler noch am Freitag nicht mit der Mannschaft trainieren konnte. Der 27-Jährige absolvierte eine Aufwärmrunde auf einem Fitnessfahrrad und eine Laufeinheit. Am Samstagabend aber gab Bundestrainer Joachim Löw Entwarnung, Boeteng wird spielen können.
    Erinnerungen ans Algerienspiel
    Dieses Achtelfinale bei einer Europameisterschaft ist ein Novum und notwendig geworden durch die Aufstockung des Teilnehmerfeldes auf 24 Mannschaften. Die Partie gegen den Außenseiter Slowakei indes weckt Erinnerungen an die WM 2014, als sich die DFB-Elf zu einem zähen Sieg nach Verlängerung gegen Algerien mühte. Das Spiel damals bewirkte durch die teils harsche Medienkritik einen Schulterschluss innerhalb des Teams, und es nährte den Status von Neuer als Welttorhüter. Der 30-Jährige interpretierte erstmals in einem Länderspiel seine Torhüterrolle als Libero. Er kam auf 50 Ballkontakte, mehr als die meisten algerischen Feldspieler. 21-mal spielte der Keeper den Ball außerhalb des Strafraums, 42 seiner Pässe fanden einen Kollegen.
    Springt der Funke über?
    „Ein deutlicher Sieg“, findet Neuer, könnte diesmal ebenfalls eine Signalwirkung haben. Auch er hat registriert, dass der Funke in der Heimat nach drei Toren in drei Spielen noch nicht übergesprungen ist auf die Fans. Vielleicht brauche es dazu einen Sieg gegen die Slowakei und „dann gegen eine große Mannschaft“. Schließlich würde in einem Viertelfinale Spanien oder Italien der Gegner sein, in einem möglichen Halbfinale könnte Gastgeber Frankreich warten. Das war bei genauem Hinhören kein Kompliment für die tapferen Slowaken um ihren Star Marek Hamsik vom SSC Neapel, aber ein Blick ins Innerste der Mannschaft. Sie sehnt sich nach einer langen Vorbereitung und der zähen Gruppenphase nach den Klassikern: Der Weltmeister möchte noch ein paar offene Rechnungen begleichen.
    In der ewigen Rangliste auf Platz drei
    Der Torhüter, der mit 68 Länderspielen nur noch Sepp Maier (95) und Oliver Kahn (86) vor sich hat, warnte bei aller freudiger Aussicht auf das, was da noch kommen mag, vor dem nächsten Schritt: „Wir dürfen keinen Gegner auf die leicht Schulter nehmen“, sagte er, sieht aber keine Anzeichen für einen Schlendrian: „Wir sind eine Mannschaft, die sich auf den Punkt konzentrieren kann. Man hat eine andere Drucksituation in den K.o.-Spielen.“ Die Slowakei war erst Ende Mai Gegner in einem Testspiel gewesen, beim 1:3 im Hagelsturm von Augsburg kassierte die Nationalelf ihre bislang letzten Tore. Seitdem spielte sie viermal zu null, Neuer musste seit 380 Minuten nicht mehr hinter sich greifen. Ob er den Saubermannrekord von Jens Lehmann überflügeln wolle, der vor neun Jahren 681 Minuten ohne Gegentor geblieben war, wurde Neuer gefragt. „Wir sind keine Rekordjäger, sondern spielen Ergebnisfußball“, antwortete der Keeper. Aber er weiß natürlich: Wer kein Tor kassiert, der kann auch nicht verlieren.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/26/2016 1:05:51 PM

    Deutsche Beflaggung.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/26/2016 1:03:59 PM

    Was ist denn hier los? 1:0 führt Irland gegen Gastgeber Frankreich. Hier seht ihr, wie das Tor im Medienzentrum in Lille verfolgt wurde. Das Gute für die Franzosen: Sie haben noch 85 Minuten Zeit, um den Rückstand aufzuholen.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/26/2016 1:00:45 PM

    Fans aus Aachen vor dem Bahnhof Lille-Flandres mit einer witzigen Idee. Hoffentlich trifft die Anspielung auf Holland für das Viertelfinale nicht auch auf Deutschland zu.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/26/2016 12:56:39 PM

    Angekommen in Lille. Der erste Eindruck: Nicht so viele Fans und so viel Trubel wie vor dem Spiel gegen die Ukraine vor zwei Wochen. Geschätzt sind wieder bis zu 20000 deutsche Fans in der Stadt. Anhänger der Slowakei habe ich noch nicht viele gesehen.

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/26/2016 10:20:02 AM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/26/2016 6:52:02 AM

    Wie geht's, Deutschland? Das fragt der Kollege David Fioux heute in der L'Equipe. David ist ein netter Kerl, unser Team "Haus am See" neulich als linker Verteidiger unterstützt hat. Eine Antwort auf die Frage gibt's wohl erst heute gegen 20 Uhr...

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/26/2016 6:37:34 AM

    Matchday! Auf dem Weg nach Lille zum Achtelfinale Deutschland - Slowakei.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/25/2016 5:41:44 PM

    Dunkle Wolken über der Schweiz!

    Am Nachmittag haben wir im Hafen von Lausanne noch beim Public Viewing Rast gemacht. Im ersten Achtelfinale spielte die Schweiz gegen Polen - und verlor im Elfmeterschießen mit 4:5. Höhepunkt des Spiels war sicher der Ausgleichstreffer für die Schweizer zum 1:1 mit dem die Eidgenossen die Verlängerung erzwungen hatten. Shaquiri erzielte das Tor mit einem wunderschönen Seitfallzieher aus 16 Metern. Allein - es bleibt nur ein Treffer für die Jahresrückblicke und EM-Bücher.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/25/2016 5:39:37 PM

    Der Fußball darf nicht fehlen im Olympischen Museum: In der Eingangshalle hängt ein von Pelé signiertes Trikot.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/25/2016 5:39:36 PM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/25/2016 5:37:07 PM

    Ein historischer Schweizer Bob.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/25/2016 5:36:26 PM

    Der Eingang zum Museum.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/25/2016 5:35:25 PM

    Dackel Waldi, das Maskottchen der Olympischen Spiele 1972 in München.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/25/2016 5:34:56 PM

    Einer von Roger Federers Tennisschlägern

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/25/2016 5:17:52 PM

    Ein Tag im Olympischen Museum in Lausanne

    Die Spieler müssen mal den Kopf freibekommen und psychisch wie physisch regenerieren. Mit diesen Argumenten hat Bundestrainer Joachim Löw seinen Kickern bereits zwei freie Tage während diesem Turnier verschafft. Was für Profifußballer gut ist, kann für Journalisten nich schlecht sein. Also schenkte ich mir heute am Samstag das Abschlusstraining der Elf und schipperte mit dem Kollegen Marko vom französischen Évian aus ans gegenüberliegende Ufer des Genfer Sees ins Schweizer Lausanne. Die 35-minütige Fahrt für die 13,5 Kilometer kostet hin und zurück etwa 35 Euro, ist aber mal eine Abwechslung. Lausanne nennt sich die Hauptstadt der Olympischen Bewegung, hier das mächtige IOC seit 101 Jahren seinen Sitz. Unser Ziel war das Olympische Museum, wirklich eine lohnenswerte Ausstellung für alle Sportinteressierten. Allerlei Sportgeräte, Kleidungsstücke, Facken, Medaillen und naürlich viele Fotos und Filme lassen auf dei Etagen große olympische Momente wieder auferstehen. Dass der Olympische Gedanken durch den Dopingsumpf derzeit eine seiner schwersten Krisen zu bestehen hat, ist hier natürlich kein Thema. Ist wohl auch der falsche Ort. Ich finde, die Verantwortlichen haben einen guten Weg gefunden, die Olympiasieger werden hier nicht übertrieben als Helden verklärt - allerdings hätte die Dopingproblematik etwas ausführlicher dargestellt werden können als mit einem kleinen Schauregal. Es folgen ein paar Bilder aus Lausanne.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/25/2016 5:13:36 PM
    Boateng spielt wohl gegen die Slowakei
    Es war etwas ruhig hier, zugegeben. Die Mannschaft ist abgereist in Richtung Lille. In einer halben Stunde wird es dort im Stadion die Abschlusspressekonferenz mit Joachim Löw geben. Schon vorher machte eine Information die Runde, die der Bundestrainer am Nachmittag im Radio erzählte: Dass Jérôme Boateng wieder fit sei und am Sonntag im Achtelfinale der EM wird spielen können. Bereits am Vormittag hatte er am Abschlusstraining teilgenommen.
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  • Woche zwei der Fußball-EM ist vorbei. Der Weg ins Achtelfinale im Schnelldurchlauf:
    Klicken Sie hier, um das Facebook-Video zu sehen
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/24/2016 7:22:59 PM

    Ein Gewitter rückt an...

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/24/2016 5:25:00 PM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/24/2016 3:06:27 PM

    Dieser Tage habe ich über Margot Dumont geschrieben, die mal in der ersten französischen Liga gekickt hat und unser Team "Haus am See" in einem Journalistenspiel verstärkt hat. Hier seht ihr die Reporterin des Pay-TV-Senders "BeIN Sports" bei der Arbeit vor dem Pressezentrum während einer Liveschaltung.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/24/2016 3:05:05 PM

    An der Sicherheitsschleuse am DFB-Medienzentrum sind alle gleich: Auch ARD-Moderator Gerhard Delling muss sich in die Schlage einreihen und sich filzen lassen.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/24/2016 2:57:36 PM

    Wasserball meets Fußball:
    Fränkisches Treffen in Paris

    An dieser Stelle noch ein kleiner Nachtrag aus Paris, wo ich in meinem Hotel am Place d'Italie zufällig Armando Gutfreund getroffen habe. Er hat mich erkannt, ich ihn zuerst nicht. Ist auch lange her, dass wir uns gesehen haben. Armando war Wasserball-Bundesligaspieler beim SV 05 Würzburg und gehört zur erfolgreichen Mannschaft von Trainer Günter Wolf Mitte der 90er Jahre um Michael Ilgner, Jürgen Helmschrott, Alexander Chigir und Raul de la Pena. Die Mannschaft spielte ein paar Jahre um die Meisterschaft mit, kam aber an Spandau nich vorbei. Ich erinnere mich auch noch an eine interessante Reise mit den Nullfünfern im Europapokal-Wettbewerb nach Istanbul. War eine schöne Zeit. Armando lebt mittlerweile in Kitzingen, war geschäftlich in Paris und zufällig im gleichen Hotel wie ich abgestiegen.

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/24/2016 2:23:57 PM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/24/2016 12:51:22 PM

    Dolmetscher Thomas Schnelker (links) mit Werner Jedersberger, der bei den Pressekonferenzen ins Französische übersetzt.

    Wie eine Zeitungsanzeige Werner Jedersberger
    ganz nah ans DFB-Team brachte.


    Eine kleine Anzeige in der französischen Tageszeitung Daphiné Libéré brachte Werner Jedersberger aus Sipplingen, der „Perle am Bodensee“, wie er im Gespräch mehrfach betont, einen großen Job ein: Täglich übersetzt der Fußball-Fan als Simultandolmetscher im Medienzentrum des DFB in Évian-les-Bains die Aussagen von Bundestrainer Joachim Löw, Manuel Neuer oder Lukas Podolski ins Französische. Für den 49-Jährigen ist die Tätigkeit eine wunderbare Abwechslung, seinen Idolen ist der frühere Kicker des TSV Sipplingen noch nie so nah gekommen. Seit 2002 lebt Jedersberger in Annemasse, einem kleinen Ort im französischen Umland von Genf. In die Finanzmetropole hatte es den Banker damals nach einem Angebot der Schweizer Bank UBS gezogen, mittlerweile ist er jedoch mit einem eigenen Geschäft im Immobiliensektor tätig. Als Sipplinger die Anzeige gelesen hatte, verfasste er ein kleines Bewerbungsschreiben. Einige Wochen später erhielt er einen Anruf und die Einladung zu einem Gespräch in der Stadtverwaltung von Évian: „Meine Konkurrenten waren drei Frauen aus Frankreich“, erzählt Jedersberger. Schließlich erhielt er als Deutscher den Zuschlag – auch deshalb, weil er sich mit Fußballbegriffen wie Abseits oder Viererkette besser auskannte.
    So sitzt er seit dem 8. Juni im Medienzentrum während der Pressekonferenzen in einem kleinen Kabuff hinter den Journalisten und übersetzt das gesprochene Wort ins Französische – ein exquisiter Service für die immerhin drei französischen Journalisten, die regelmäßig hier zu Gast sind. „Es macht riesig Spaß“, sagt Jedersberger, „die Truppe vom DFB und allen voran DFB-Dolmetscher Thomas Schnelker sind total nett.“ Schnelker, der in der Kabine neben Jedersberger sitzt und ins Englische übersetzt, habe ihm wertvolle Tipps gegeben, denn für Werner Jedersberger ist der Job des Dolmetschers eine Premiere. Er hat schnell gelernt, „dass ich nicht alles Wort für Wort übersetzen muss, sondern sinngemäß“. Highlight war auch für ihn der Auftritt von Lukas Podolski. Allerdings war dessen Eier-Kraulen-Zitat auch eine Herausforderung für den Sipplinger. Er habe es schließlich so übersetzt, dass sich 80 Prozent und auch Poldi schon mal an „diversen Körperstellen gekrault haben“. Ins Schwitzen sei er auch gleich bei seiner ersten PK gekommen, als DFB-Präsident Reinhard Grindel mit Zahlen aus dem EM-Haushalt um sich warf. Für die französischen Zuhörer hörte sich das dann so an: „Der DFB macht immer Gewinn, egal wie weit die Mannschaft kommt.“
    In seiner Kabine hat er eine Reihe von Spickzetteln parat, auf denen er fußballspezifische Begriffe wie Kreuzbandriss notiert habe: „Geschwitzt habe ich, als Thomas Müller gesagt hat, er würde sich ‚ins Knie schießen‘. Aber auch da kam es auf die Interpretation an.“ Jedersberger fand eine. „Er macht das sehr gut“, sagt Thomas Schnelker, der DFB-Dolmetscher. „Die französische Übersetzung ist auch eine Geste gegenüber unseren Gastgebern. Wir sind sehr zufrieden mit Werner.“

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/24/2016 11:36:22 AM

    Pressekonferenz mit Torhüter Manuel Neuer und Abwehrspieler Joshua Kimmich

    Kimmichs Abitur und Neuers Bedauern

    Der Fußball ist auch in Évian-les-Bains, dem Quartier der deutschen Nationalmannschaft, in den Hintergrund gerückt. Sogar auf dem Bildschirm im Pressezentrum, auf denen sonst immer nur Fußball läuft, ist ein Nachrichtensender eingestellt, der ständig über das politische Beben in Europa berichtet: Der "Brexit", der Austritt der Briten aus der Europäischen Union, war sogar Thema in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Kapitän Manuel Neuer sagte auf der Pressekonferenz, dass er Zeit aufgewachsen sei, "in der die Europäische Gemeinschaft zusammenstand und ein Einheitsgefühl da war". Der Torhüter findet es "schade, dass die Briten jetzt austreten wollen".
    Natürlich ging es aber auch um den Sport, und speziell das Achtelfinale am Sonntag in Lille gegen die Slowakei. Gegen diesen Gegner hat die DFB-Elf erst vor wenigen Wochen in Augsburg in einem Testspiel mit 1:3 Toren verloren. In Erinnerung bleiben wird das Spiel wegen des Hagelgewitters und wegen des Debüts von Joshua Kimmich. Seither hat das Löw-Team in vier Spielen kein Gegentor mehr kassiert. Neuer geht auch ggen die Slowakei von einer Partie gegen einen sehr defensiv eingestellten Gegner aus und hofft, dass in Deutschland etwas EM-Euphorie aufkommen wird, "wenn wir danach dann mal gegen eine große Mannschaft gewinnen." Im Viertelfinale in Bordeaux wird der Sieger aus dem Duell Italien gegen Spanien warten. Joshua Kimmich hatte einen sympathischen Auftritt in der PK. Er verriet seine Abinote (1,7), dass er die Vergleiche mit Philipp Lahm nicht für angebracht hält, weil sein Bayern-Kollege der beste Außenveteidiger der Welt sei, er aber erst ein Länderspiel gemacht habe, und dass er beim Weggehen in München noch sehr selten erkannt wird. Nach der EM wird sich das wohl definitiv ändern.
    Personell snd 22 Spieler topfit und haben die Trainingseinheit im Stadion von Évian am Vormittag absolviert. Jérôme Boateng indes sei auf dem Weg der Besserung, berichtete Neuer. Der Innenverteidiger strampelte auf dem Rad und macht eine Laufeinheit. "Ich hoffe, dass er spielen kann", sagte Neuer, "aber falscher Ehrgeiz ist auch ein schlechter Ratgeber".

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/24/2016 11:35:43 AM
    Tor de France

    Der gute Geist von St. Denis

    Die Geschichte klingt wie ein Märchen. Aber sie ist wahr. Unser Freund und Kollege Marko von der Stuttgarter Zeitung hat sie so erlebt und erzählt. Es gibt keinen Grund an seiner Schilderung zu zweifeln, schließlich waren wir selbst Zeugen in wesentlichen Teilen. Es begab sich also zu Paris im zweiten Gruppenspiel der deutschen Mannschaft im Stade de France. Alles lief reibungslos. Vor alem blieb es friedlich. Als wir uns am Tag nach dem Spiel im TGV auf der Rückfahrt nach Genf befanden, stellte der Kollege fest, dass sein Netzkabel für den Laptop fehlte. Nach Ausschlussverfahren und einem Anruf im Hotel blieb als Ort des Vergessens nur der Arbeitsplatz im Stadion von St. Denis übrig. Marko gab das Kabel auf. Auf Nimmerwiedersehen. In Genf am Bahnhof kaufte er für 60 Franken in einem Elektroladen ein neues Netzkabel, das jedoch irgendwie nicht funktionierte. Marko überbrückte die Tage mit dem Saft aus dem geborgten Kabel eines Kollegen und war dankbar dafür, dass sein Laptop eine lange Akkulaufzeit besitzt. Das nächste Spiel in Paris stand an, diesmal im Prinzenpark. 17 Kilometer entfernt von St. Denis. Marko setzte sich an seinen zugeteilten Arbeitsplatz im Stadion. Irgendwann sah er auf dem Tisch neben seinem Laptop ein Kabel liegen. Einfach so. Er fragte den Kollegen links von ihm. Er fragte den Kollegen rechts von ihm. Beide schüttelten den Kopf. Das Kabel sah nicht nur aus wie sein verlorenes. Es war seines. Ein guter Geist der Uefa muss es in St. Denis gefunden und über die namentliche Sitzplatzverteilung Marko zugeordnet haben. Im Computersystem war natürlich auch vermerkt, welcher Platz ihm im Prinzenpark zugeteilt worden war. Das saß er also. Der glücklichste Marko von ganz Paris. Er steckte das Kabel ein. Dann sagte er: „Ein Wunder. Es ist ein Wunder.“
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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/24/2016 10:23:23 AM

    www.jaguar-wuerzburg.de

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/24/2016 9:42:50 AM

    Schlaubi, Salsa und der Weihnachtsbaum

    Eine augenzwinkernde Bewertung der deutschen Nationalspieler nach der EM-Vorrunde

    Tor:

    Manuel Neuer: Die Torhüterkünste der Nummer eins waren bislang nur gegen die Ukraine gefragt. Wenn der Ersatzkapitän gebraucht wurde, war er da. Den Rest erledigt Jérôme Boateng. Seit 360 Minuten ohne Gegentor.

    Bernd Leno: Wenn Neuer nicht der Himmel auf den Kopf fällt, ist diese EM für den 24-Jährigen von Bayer Leverkusen ein kostenloses Trainingslager unter Luxusbedingungen: Top Hotel. Leckere Verpflegung. Beste Plätze im Stadion. Keiner ist so nah dran und doch so weit weg vom Rasen wie Leno.

    Marc-André ter Stegen: Was für Leno gilt, gilt auch für ter Stegen. Darf sich nicht mal einen Kampf um die Nummer zwei liefern, weil Deutschlands bestbezahlter Bällezuspieler Andreas Köpke hinter Neuer „alles offen“ lässt.


    Abwehr:

    Jérôme Boateng: Schenkte dieser EM die spektakulärste Abwehraktion, als er gegen die Ukraine im Rückwärtsfallen den Ball von der Linie drosch. Der Berliner würde wahrscheinlich auch die Titanic vor dem Untergang retten – oder die SPD.

    Emre Can: Der 22-jährige Außenverteidiger vom FC Liverpool bereichert die multikulturelle Vielfalt in der Mannschaft und ist definitiv der mindestens zweitbeste Spieler aus der Premier League im deutschen Kader. Seit Kimmichs Einsatz auf rechts sackten Cans Chancen auf einen Einsatz unter Grasnarbenhöhe.

    Jonas Hector: In Kimmichs Alter kickte der Saarländer noch in der Oberliga. In Köln wird der Spätstarter Schlaubi genannt, nach dem Schlumpf mit der Brille. Nicht nur wegen seines BWL-Studiums kein Profi klassischer Prägung. Dafür, dass er als Mann ohne Eigenschaften gilt, macht er seine Sache auf der linken Seite gut. Drei Spiele über die komplette Distanz.

    Benedikt Höwedes: Ein Teamplayer, wie ihn sich jeder Trainer wünscht. Musste im dritten Spiel für Josuha Kimmich weichen und lobte Löw sogar noch für diese „richtige Entscheidung“. Der Mann aus Haltern am See ist trotz Weltmeisterstatus angenehm geerdet geblieben und könnte in der K.o.-Phase noch gut gebraucht werden.

    Mats Hummels: Der Mann mit dem d’Artagnan-Gesicht macht nicht nur als Hugo-Boss-Model eine gute Figur, sondern nach überstandener Wadenverletzung auch in der Innenverteidigung. Sehr gutes Auge. Durch ihn lernen wir auch unbekannte Worte kennen wie „multidirektionales Training“ und „Missverständnis-Alarm“.

    Shkodran Mustafi: Sensationelle Vorrunde des Abwehrspielers: Erzielte sage und schreibe ein Drittel aller deutschen Tore und damit so viel wie der gesamte deutsche Sturm. Okay, Deutschland traf nur dreimal bislang und Mustafi einmal. Aber Statistik lügt nicht. Musste für Hummels weichen und sorgt seitdem beim Aufwärmen im Stadion mit technischen Kabinettstückchen für Staunen. Kein Witz!

    Jonathan Tah: Aus dem Urlaub in den Urlaub? Ganz so ist es nicht für den Verteidiger von Bayer Leverkusen, der für Antonio Rüdiger (Kreuzbandriss) nachnominiert wurde. Der Jüngste im Kader ist fleißiger Sparringspartner im Training, wird die EM aber wohl ohne Einsatz beenden.

    Mittelfeld:

    Julian Draxler: Komisch. Spielt für Wolfsburg, ist aber irgendwie immer noch unter Schalke 04 abgespeichert. Rechtfertigte Löws Vertrauen mit zwei guten Spielen im linken Mittelfeld zum Turnierstart, musste dann aber Mario Gomez Platz machen.

    Sami Khedira: Hat auf seiner Dachterrasse in Turin keinen Pool, sondern einen Käfig für Kraftübungen. Kommt immer besser in Tritt, durchpflügt das Mittelfeld mit kräftigen Schritten. Schrubbt die meisten Kilometer im deutschen Team.

    Joshua Kimmich: Ist er der Philipp Lahm 2.0, der Außenverteidiger einer neuen Generation? Der 21-Jährige bestand die Feuertaufe gegen zweitklassige Nordiren und wird wohl auch im Achtelfinale gegen die Slowakei beginnen. Ob der Baden-Württemberger alles kann außer Hochdeutsch? Wissen wir noch nicht, spricht erst heute auf der Pressekonferenz in Évian.

    Toni Kroos: Im Team aus dem Land der Dichter und Denker ist er der Richter und Lenker. Ordnet das Spiel. Das Zauberfüßchen spielte in der Vorrunde insgesamt 348 Pässe, 323 kamen an. Rekordverdächtig.

    Thomas Müller: Der Hobbygolfer hat leider ein Handicap: Er trifft das Tor nicht mehr. Was ihm ein wenig die Laune verhagelt. Ist aber eloquent wie eh und je, und immerhin führt der weltbeste Müller in einer Statistik. Wurde bislang am meisten gefoult im deutschen Team: fünf Mal.

    Mesut Özil: 30 Millionen Facebook-Fans haben nicht mal Robbie Williams, U2 und Helene Fischer zusammen. Beherrscht die Kunst des effektiven Altruismus: Lässt durch seine Ideen und Pässe andere besser aussehen als sich selbst. Löws Liebling: 22 Turnier-Einsätze in Folge – und kein Ende in Sicht.

    Lukas Podolski: Der Erfahrenste (128 Länderspiel) stand bei seiner viertem EM zwar noch keine Sekunde auf dem Platz, ist für den Bundestrainer trotzdem das Gelbe vom Ei: Wie Poldi auf kölsche Art Löws Hosenaffäre beerdigte, war ganz großes Kino und sichert ihm noch einen Kaderplatz für die WM 2026 in Island.

    André Schürrle: Er galt einmal als große Offensiv-Offenbarung, steckt aber seit dem WM-Finale in einer Art Dauerkrise. Könnte durch seine Schnelligkeit noch eine wichtige Rolle einnehmen – als Joker.

    Bastian Schweinsteiger: Hoch-Zeit für den Hochzeiter! Vor dem Ja-Wort mit Ana Ivanovic knackte der älteste Spieler im DFB-Kader einen Rekord: Hat jetzt mit 15 EM-Spielen die meisten auf dem Buckel in der deutschen Fußballgeschichte. Verschenkte bei seinem Jubellauf nach dem Treffer zum 2:0 gegen die Ukraine so viel Freude, dass ganz Lille heute noch lächelt.

    Julian Weigl: Für den jungen Himmelsstürmer, der von den Münchner Löwen kam und bei Borussia Dortmund Stammspieler wurde, kommt diese EM noch zu früh. Scharrt mit den Hufen, muss sich aber im Mittelfeld weiter gedulden.

    Sturm:

    Mario Gomez: Zurück in die Zukunft: Der Marty Mcfly des deutschen Fußballs findet über den Umweg Türkei wieder Zugang in die Eliteklasse. Der Mittelstürmer ordnet sich klasse ein im Team. Das Siegtor gegen Nordirland war sein vierter EM-Treffer. Nur noch Jürgen Klinsmann ist vor ihm (5 Tore). Auch wenn er viele Stürme erlebt hat: Die Frisur sitzt wie eh und je.

    Mario Götze: Wäre gerne mal der Hund, ist aber der Baum. Eine Art Weihnachtsbaum. Einst lichterglänzend und mit Goldlametta geschmückt, nadelt er doch mittlerweile kräftig. Nach einem fehlerbehafteten Nordirland-Spiel wechselte ihn Löw zornig aus. Bis Weihnachten dauert’s noch.

    Leroy Sané: Vielleicht das größte Offensivversprechen des deutschen Fußballs. Durfte seine Künste bislang nur im Wiegeschritt mit dem Damen des Tanzclubs Ludwigsburg zeigen. Jetzt will Sané aber Salsa im Stadion tanzen. Vielleicht bittet ihn Löw schon gegen die Slowakei aufs große Parkett.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/24/2016 9:31:33 AM

    Bis auf Innenverteidiger Jérôme Boateng, der erst auf einem Rad im Fitnesszelt trainierte und anschließend eine Laufeinheit absolvierte, war die gesamte Mannschaft heute morgen auf dem Trainingsplatz aktiv. Zwei Tage vor dem Achtelfinale in Lille gegen die Slowakei wurden nach dem Aufwärmen, was bei der aktuellen Hitze schnell geht, Spielzüge und Passkombinationen sowie Torabschluss geübt. Hier ein kurzes Video dazu.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/24/2016 7:36:46 AM
    Das verrückte französisch-deutsche EM-Wörterbuch, Teil 6:

    payer Süddeutscher

    sauf service Bar

    dehors das Pferd

    parents einige Wasservögel

    enfin ein Skandinavier

    heureuse Rückentragegerät für Stroh

    le gaz kleine Dorfstraße

    donner Gewitterschlag
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/24/2016 7:29:55 AM

    Revanche geglückt:
    Team Haus am See siegt 6:5


    Nach der 3:6-Schmach im ersten Spiel unserer verstärkten Hausgemeinschaft gegen ein All-Star-Team der Journalisten auf dem Nebenplatz des DFB-Trainingszentrums in Évian haben wir nun zurückgeschlagen: Am trainingsfreien Tag der Nationalelf trafen wir uns abends wieder am Platz, in der Mannschaft des Gegners standen mit Uli Voigt und Thomas Hackbarth auch zwei Mitarbeiter der DFB-Pressestelle sowie mit Thomas Gaßmann vom Kölner Express ein Kollege, der mal für Schalke 04 in der Zweiten Bundesliga gekickt hat. Ich habe diesmal pausiert, vielleicht lag es auch daran, dass unser Team "Haus am See" nach einem 1:3-Rückstand am Ende mit 6:5 gewonnen hat. Im kleinen Video vom Spiel seht ihr einen Lattenknaller von Kai Schiller (Hamburger Abendblatt).

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/24/2016 7:00:08 AM

    Bonjour aus Evian: in der letzten Pressekonferenz hier im Medienzentrum vor dem Achtelfinale gegen die Slowakei sprechen heute Manuel Neuer und Joshua Kimmich. Beginn ist 12.45 Uhr, vorher ist um 11 Uhr Training.

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/23/2016 6:23:10 PM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/23/2016 4:24:03 PM

    Abendstimmung am Hafen von Èvian-les-Bains.

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/23/2016 2:22:29 PM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/23/2016 10:02:47 AM
    Tor de France

    Der Geiz der Stürmer

    Jetzt, da aus dieser aufgeblasenen Vorrunde die Luft entwichen ist, lässt sich eine Bilanz ziehen. Seit 1996 hatte eine Europameisterschaft aus vier Vierergruppen mit insgesamt 16 Mannschaften bestanden. Bis die Konfettikanone für den Titelträger gezündet werden konnte, waren also 31 Spiele nötig. Im Jahr 2016 nun, mit erstmals sechs Vierergruppen und einem Modus, der komplizierter ist als ein Mathe-Abi, müssen die Fans allein in der Vorrunde 36 Partien erleiden. Klar, früher war gefühlt sowieso alles besser, aber anhand der Statistik lässt sich das zumindest für die Anzahl der Tore auch gerichtsfest belegen. Bei fünf Kontinentalturnieren zwischen 1996 und 2012 wurden nach 24 Spielen, so viele umfasste die Vorrunde, nie so wenige Treffer erzielt wie jetzt in Frankreich. 1996 in England waren es 55 (Schnitt: 2,2), 2000 in Belgien und Holland 65 (2,7), 2004 in Portugal 67 (Rekord: 2,8!), 2008 in der Schweiz und Österreich 57 (2,3) und 2012 in Polen und der Ukraine 60 (2,5). Mit nur 47 Törchen in den ersten 24 Spielen ist dieses Turnier zwischen Lille und Marseille das geizigste der Geschichte, erstmals rauschte der Schnitt unter die Zwei-Tore-Marke auf 1,9. Ob das alles an schwachen Stürmern liegt oder an den dichten Abwehrriegeln, mit denen viele Teams ihr Tor sichern als handele es sich um das Medienzentrum des DFB? Irgendein computergestütztes Analysesystem wird uns das sicher bald verraten. Das hilft dem genauso bedauernswerten wie unbekannten Fan jedoch nichts, der für seine EM-Tour Karten für genau drei Spiele ergattert hatte und erregt ein Foto der Tickets veröffentlichte: Deutschland – Polen, Portugal – Österreich und Schweiz – Frankreich. Es hätte alles so schön werden können. Es wurde dreimal ein 0:0.
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/23/2016 9:27:34 AM

    "Es geht nicht um gute Laune, sondern um Erfolg":
    Co-Tag mit Thomas Schneider und Marcus Sorg


    Joachim Löw hat den Nationalspielern nach dem Gruppensieg heute wieder einen freien Tag genehmigt ("physisch und psychisch durchatmen"), für die Trainer gilt das natürlich nicht. Am Mittag kamen erstmals die beiden Co-Trainer Thomas Schneider und Marcus Sorg gemeinsam zur Pressekonferenz. Der Ulmer Sorg ist ja neu im Stab der Nationalmannschaft, bislang war er für die U 19 zuständig, mit der er im Juli 2014 auch die Europameisterschaft gewann. Damals stand übrigens auch ein gewisser Joshua Kimmich im Team. Der mittlerweile 21-Jährige hat bekanntlich den Sprung in die Startaufstellung der Nationalelf geschafft - von Schneider wurde der Rechtsverteidiger nochmal für seine offensive Interpretation der Rolle gelobt. Sorg betonte, wie fokussiert die Spieler im Training dabei seien, "da geht einem das Herz auf, wenn man sieht, wie sehr sich auch die Ersazspieler reinhauen". Sieben Spieler haben bislang noch keine Einsatzzeit, bei Laune gehalten werden müssen sie deshalb aber nicht: "Sie erfahren trotzdem Wertschätzung", sagt Schneider, "es geht hier aber nicht um gute Laune, sondern um Erfolg". Am Ende werde jeder hier sein Schärflein beitragen.
    Wie geht's Boateng?
    Natürlich war auch das Achtelfinale am Sonntag in Lille en Thema. Der Gegner steht ja nun endlich fest: Es geht gegen die Slowakei, jenes Team also, gegen das die DFB-Elf in der Vorbereitung beim Weltuntergangshagelgewitterspiel in Augsburg noch mit 1:3 verloren hat. "Das war aber kein Maßstab", sagt Schneider. Heute Abend wird sich das Trainerteam erstmals mit den Ergebnissen der Scoutingabteilung auseinandersetzen. "Es wird eine schwierige Aufgabe, die man aber lösen kann und die wir auch lösen werden", so Schneider. Am Mittwoch waren bis auf Jérôme Boateng alle Spieler beim Training. Die Muskelverhärtung bei dem Abwehrspieler werde täglich besser, "wir hoffen, dass er gegen die Slowakei spilen kann", sagte Marcus Sorg. Die Trainer deuteten an, dass der junge Noch-Schalker Leroy Sané eine Alternative für den Angriff sein könne. Er sei schon für das Nordirlandspiel "in der Verlosung gewesen", sagte Sorg - aber dann sei die Verletzung von Boateng dazwischen gekommen.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/23/2016 8:00:54 AM

    Der Sommer besucht Évian-les-Bains
    Nach Wochen der Kälte, des Dauerregens, des Nebels besucht uns am Genfer See ein seltener Gast: der Sommer. Er kam plötzlich und hatte die Sonne und den blauen Himmel dabei. Weil wir gute Gastgeber sind in unserer Neun-Männer-WG im Haus am See haben wir ihn am Abend mit einer Schinken-Nudel-Party auf unserem Balkon empfangen. 700 g französischer Schinken, 1500 g Nuden, sechs Eier, zwei Zwiebeln, 200 g geriebener Käse. Ihm hat's s gut geschmeckt, dass er heute schon wieder vor der Türe steht.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/23/2016 7:48:23 AM
    Wird Joshua Kimmich der neue Philipp Lahm?

    Mit einem selbstbewussten EM-Debüt beeindruckte der 21-Jährige vom FC Bayern im Spiel gegen Nordirland. Sogar sein Konkurrent auf der Außenposition lobt Kimmich in den höchsten Tönen.

    Benedikt Höwedes hatte viel Zeit, die außergewöhnliche Atmosphäre im Prinzenparkstadion zu genießen. Die letzten neuen Turnierspiele hatte der Abwehrspieler in der Anfangsformation der deutschen Nationalelf gestanden. Nun aber saß er auf der Bank und genoss dort freie Sicht auf diese zwei neuen Sehenswürdigkeiten, die Paris an diesem Abend zu bieten hatte: Die nordirischen Fans („Ich hatte Gänsehaut“) und Rechtsverteidiger Joshua Kimmich, „der ein klasse Spiel gemacht“. Besonders an diesem Lob war nicht der Inhalt, der 21-Jährige vom FC Bayern erhielt säckeweise hymnische Grußadressen, sondern der Zusteller: Höwedes war es schließlich, der für Kimmich hatte Platz machen müssen. Aber wie der 27-jährige Schalker, Weltmeister nebenbei, nach der Partie mit der Situation umging, lässt tief blicken in das Seelenleben dieser Mannschaft. Kein Problem habe er mit dem Wechsel, „jeder ordnet sich hier dem großen Ganzen unter und stellt sein Ego hinten an“, sagte Höwedes nach der Partie, und es klang nicht auswendig gelernt. „Es war die richtige Entscheidung, Jo als offensive Variante zu bringen. Er hat das Spiel unheimlich belebt durch seine Flankenläufe und Eins-gegen-eins-Duelle.“
    Duplizität der Ereignisse
    Auf den ersten Blick war die Hereinnahme des jungen Himmelsstürmers die personelle Überraschung dieses Gruppenfinales. Dass Julian Draxler wird weichen müssen und Mittelstürmer Mario Gomez eine Chance erhalten würde, war erwartet worden. Bei genauem Hinsehen indes machte auch die Abwehrrochade Sinn, weil Höwedes‘ offensive Fähigkeiten limitiert sind, gegen die zweitklassigen Nordiren jedoch vor allem Angriffslösungen gefragt waren. Zwar spielt Kimmich beim FC Bayern nahezu ausnahmslos in der Innenverteidigung. Bundestrainer Joachim Löw aber hatte Kimmich schon vor dem Turnier wortreich als Alternative auf Außen ins Spiel gebracht, offenbar sieht er in dem technisch beschlagenen Abwehrmann endlich einen, der das große Erbe des Philipp Lahm antreten könnte. Duplizität der Ereignisse: Wie Lahm in seiner Anfangszeit im Nationalteam trug auch Joshua Kimmich die 21 auf dem Rücken. In seinem erst zweiten Länderspiel und erstem EM-Einsatz agierte der einstige U-19-Europameister nie wie ein Fremdkörper, sondern selbstbewusst. Tatsächlich belebte er das Flügelspiel auf der rechten Seite, war Anspielstation und Initiator von Angriffen. Das Team produzierte Chancen im Minutentakt, und es ist nur eine Ironie dieses Spiels, dass es 1:0 endete. „Joshua Kimmich hat nach vorn für viel Bewegung gesorgt und hinten viele Bälle gewonnen“, sagte Joachim Löw. „Er hat das sehr gut gemacht.“
    Mit zwölf Jahren zum VfB
    Als Zwölfjähriger war Kimmich zum VfB Stuttgart gekommen, wurde jedoch im Jahr 2013 an RB Leipzig abgegeben. Obwohl es eine Rückkaufoption gegeben hatte, schlug der FC Bayern im vergangenen Jahr zu und verpflichtete das Talent für sieben Millionen Euro. Eine Tatsache, die dem Stuttgarter Ex-Trainer Alexander Zorniger später zu folgender drastischer Aussage über die VfB-Verantwortlichen veranlasste: „Ich würde gerne jeden erschlagen, der an dieser Entscheidung beteiligt war.“ Keine Angst, Fredi Bobic lebt noch. Unter Pep Guardiola schaffte der 21-Jährige bei den Bayern den Sprung ins Team und durch seine guten Leistungen in der Bundesliga und der Champions League auch in den EM-Kader. „Gegen Mannschaften, die so defensiv denken, braucht man andere Lösungen. Da ist der Jo prädestinierter als Höwedes“, sagte Löw, dessen Minimalisten mit gerade einmal drei Toren auf sieben Punkte kamen und damit als Gruppenerster ins Achtelfinale am Sonntag in Lille einzogen.
    Stumm durch die Mixed Zone
    Der Hochgelobte selbst geizte mit Worten nach seinem EM-Debüt: „Alleine ist man nie im Fußball“, sagte er in einem kurzen TV-Interview, „ich habe zehn Leute um mich herum. An der Seitenlinie sind die Ersatzspieler und Trainer. Da hilft jeder jedem. So wurde es mir relativ einfach gemacht.“ Durch die Mixed Zone mit den Reportern eilte Joshua Kimmich stumm.
    Analyse von Thomas Müller
    Dafür sprachen andere. Innenverteidiger Mats Hummels sagte, der Neuling habe „sehr große Qualität und sehr großes Selbstvertrauen. Für uns ist er eine wichtige Option in diesem Turnier.“ Eine Bewertung gab natürlich auch der große Thomas Müller ab, dessen Ringen um sein erstes EM-Tor immer mehr einem bizarren Kampf gegen Windmühlen ähnelt. Müller traf Pfosten, Latte, Torhüter, nur ins Netz ging der Ball nicht. Kimmich, sagte also der Don Quichotte dieser EM, habe zwar nicht gegen einen Weltklasse-Linksaußen verteidigen müssen, „aber er hat das gespielt, was ich von ihm erwartet habe. Und ich hatte hohe Erwartungen.“
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/23/2016 7:39:42 AM

    Rundgang durchs DFB-Medienzentrum in Évian
    Das Medienzentrum des DFB in Évian-les-Bains befindet sich in einer umfunktionierten Handballhalle und beherbergt 150 Arbeitsplätze für Journalisten. Im Video nehmen wir Sie mit auf einen kleinen Spaziergang duch die Anlage . . .

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/23/2016 6:21:49 AM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/22/2016 3:19:49 PM

    Feierabend im Pressezentrum!

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/22/2016 2:20:53 PM
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