Tor de France

Vom 10. Juni an ist Frankreich vier Wochen lang der Schauplatz der Fußball-Europameisterschaft 2016. Während sich die Sportwelt auf tolle Spiele freut, dämpfen die Sicherheitsmaßnahmen und die Sorge vor Terroranschlägen die Fußball-Euphorie. Main-Post-Chefreporter Achim Muth berichtete live aus dem Nachbarland.

  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/15/2016 11:07:19 AM
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  • Vielleicht kriegen wir noch raus, was das für eine Wette war: Bastian Schweinsteiger trägt Thomas Müller huckepack . . .


    Weil sie euch so gut gefallen hat... hier nochmal die kleine Huckepack-Einlage von Bastian Schweinsteiger & Thomas Müller in bewegten Bildern ;)
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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/15/2016 8:11:49 AM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/15/2016 8:04:33 AM

    Leider verspricht der Wetterbericht hier keine wirkliche Besserung in den nächsten Tagen . . .

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/15/2016 7:55:50 AM

    Es gibt ihn doch, den blauen Himmel über dem Genfer See.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/15/2016 7:43:41 AM

    Gestern scharte Bundestrainer Joachim Löw seine Jungs noch einmal um sich. Training um 17 Uhr im schnuckeligen Stadion von Évian-les-Bains. Heute geht es für die Mannschaft nach Paris, wo am Donnerstag um 21 Uhr das zweite Vorrundenspiel gegen Polen stattfinden wird. Beide Teams haben ihre Auftaktpartien gewonnen. Wir aus unserer Männer-WG in der Avenue du Léman werden erst morgen aufbrechen. Ich habe in Paris noch eine zweite Aufgabe neben der Berichterstattung über das EM-Spiel. Ich werde in der Stadt die Gewinner einer Aktion treffen, die wir in der Redaktion gemeinsam mit dem internationalen Reiseveranstalter Khayamedia durchgeführt haben: Leser duften uns ehrenamtliche Flüchtlingshelfer vorschlagen, die sich in den vergangenen Monaten besonders eingesetzt haben. Aus den Einsendungen haben wir zwei Gewinner ausgelost, die wir mit ihren Partnern zu einer Reise zum Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Polen eingeladen haben. Mit der Aktion wollen wir stellvertretend Danke sagen für das große bürgerliche Engagement in der Region. Wenn alles gut geht, werde ich die Familien am Stade de France treffen. Hier die Geschichte meiner Kollegin Sara Sophie Schmitt, die sich im Vorfeld mit den Gewinnern getroffen hat:
    www.mainpost.de

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/14/2016 3:54:36 PM

    15 Minuten durften die Journalisten beim Training zuschauen. Mats Hummels machte das Programm ohne Einschränkung mit. Morgen reist die Mannschaft bereits nach Paris, wo am Donnerstag dann das zweite Gruppenspiel gegen Polen ansteht.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/14/2016 3:48:38 PM

    Bier geht in unserer Männer-WG niemals aus.

    Tor de France

    Im Revier der Füchse

    Ich dachte, das gibt’s nur im Märchen. Aber hier, in dieser bebuschten Nische von Évian, sagen sich tatsächlich Fuchs und Hase gute Nacht. Also zumindest der Fuchs. Als wir am Abend in unserer Neun-Männer-WG vor dem Fernseher saßen und Italien gegen Belgien schauten, es dämmerte bereits, da schlich plötzlich Meister Reineke über den Rasen. Der Rotfuchs blickte kurz durchs bodentiefe Fenster auf unsere Fußball-Combo, dann trabte er gemütlich weiter seines Wegs. Offensichtlich ist dieser Hang an der Avenue du Léman hoch über dem Genfer See sein Hoheitsgebiet, vor ein paar Tagen begrüßte er morgens schon einmal den Kollegen Kai. In diesem Revier sind wir eindeutig richtig. Denn ein Blick in ein Online-Lexikon verrät Folgendes über den Rotfuchs: Er sei „ein relativ anspruchsloser Allesfresser“ und nehme „generell mit dem vorlieb, was leicht zu erbeuten ist und einen hohen Energiegehalt bietet (opportunistische Ernährung).“ Opportunistische Ernährung! Herrlich. Und so zutreffend. Eine opportunistische Ernährung ist nämlich in einem Männerhaushalt auf Zeit die einzige Überlebensformel. Was deshalb in unserer WG niemals ausgeht, sind Chips und Bier. Echte Füchse halt.

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/14/2016 3:30:36 PM
    Mal ein kleiner Eindruck vom Training heute in Evian.
     
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  • Was auch immer da mit Jogi und seiner Hose los war - Lukas Podolski interessiert es nicht.
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  • Today #dfbpk with bro Jerome 😄🇩🇪🎙🎥 #euro2016 #diemannschaft #poldi #fun #enjoy
    Timeline Photos
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/14/2016 11:44:05 AM

    War einiges los heute rund um die DFB-Pressekonferenz in Évian. Der ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzelsperger war zu Gast (hier bem Interview in Englisch mit einem chinesischen Sender) - das Highlight aber war Lukas Podolski, der mit seinem Spruch vom Eier-Kraulen das Internet zur Explosion brachte. Ich konnte die Pressekonferenz nicht verfolgen, weil ich zeitgleich einen Interview-Termin mit dem Teampsychologen Hans-Dieter Hermann hatte. Gerade vor dem Spiel gegen Polen und der damit verbundenen Rückkehr ins Stade de France in Paris, wo die deutsche Mannschaft nach der Terrorangriff im November die Nacht verbracht hatte, ein sehr interessanter Gesprächspartner.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/14/2016 10:47:38 AM
    Poldi wieder: "80 Prozent von euch kraulen sich auch mal die Eier..."
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/14/2016 9:59:53 AM
    Um 12.30 Uhr wird Shkodran Mustafi zusammen mit Jérôme Boateng und Lukas Podolski auf der Pressekonferenz in Évian-les-Bains sprechen. Bleibt der Innenverteidiger im Team oder muss er Mats Hummels weichen? Hier meine Geschichte:

    Mustafi oder Hummels?
    Geht Bundestrainer Joachim Löw das Risiko ein, und bringt bereits im Spiel am Donnerstag gegen Polen (21 Uhr/Stade de France, Paris) in der Abwehr Mats Hummels in der Innenverteidigung für Shkodran Mustafi? Der Abwehrspieler, der nach dem Turnier von Borussia Dortmund zum FC Bayern wechseln wird, ist nach einem Muskelfaserriss in der Wade erst seit wenigen Tagen wieder im Mannschafttraining. Nach dem Auftaktspiel in Lille formulierte er allerdings noch in den Stadionkatakomben seine Ansprüche. Er sei fit für das Polenspiel, sagte Hummels – und die Situation erinnerte ein wenig an das Eröffnungsspiel bei der WM 2006.
    Situation wie 2006
    Damals drängte Kapitän Michael Ballack nach einer Verletzung vehement auf seine Rückkehr ins Team, meldete sich über die Medien fit für die Partie gegen Costa Rica. Der damalige Bundestrainer allerdings suchte die Konfrontation, lies Ballack draußen und brachte Tim Borowski - Jürgen Klinsmann dachte ans gesamte Turnier.
    Ähnliche Gedanken wird sich nun Joachim Löw im Teamquartier machen. Zeit zum Grübeln hat er genügend angesichts des Dauerregens am Genfer See. Denn würde bei einem zu frühen Einsatz die alte Verletzung wieder aufbrechen, wäre das Turnier für Mats Hummels womöglich erledigt. Allerdings wartet für die Abwehr in der Partie gegen Polen eine schwere Herausforderung: Im Sturm des Gegners steht mit Robert Lewandowski einer der besten Stürmer der Welt – Hummels kennt ihn bestens, beide spielten zusammen bei Borussia Dortmund.
    Mustafi spricht von Druck
    War Hummels‘ Aussage über seine Fitness vielleicht kühle Berechnung, weil ihm der gute Auftritt von Shkodran Mustafi beim 2:0-Sieg gegen die Ukraine nicht verborgen geblieben ist? Der 24-Jährige vom FC Sevilla erzielte in seinem erst elften Länderspiel ein erstes Tor und bot nach anfänglichen Fehlern eine solide Partie in der Abwehr. Was gar nicht selbstverständlich war, denn Mustafi, den Löw vor der Weltmeisterschaft aus dem Hut gezaubert hatte, kam vor der Europameisterschaft kaum zu Einsätzen im Nationalteam. „Es ist schwierig, wenn man immer nur auf seine Chance wartet – und dann kommt sie gleich in einem so wichtigen Spiel“, sagte Mustafi, „viele Leute beachten das gar nicht. Da herrscht ein unglaublicher Druck, mit dem man erst einmal fertig werden muss.“
    "Kann noch viel lernen"
    Mustafi hat dem standgehalten. Auch, weil die Situation bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren ähnlich gewesen ist? „Mag sein“, antwortet Mustafi. „Ich halte mir jetzt zwar immer vor Augen, dass ich inzwischen 24 bin und schon wieder jüngere Spieler wie Joshua Kimmich oder Leroy Sané dazugekommen sind. Aber ich selber fühle mich noch immer jung und habe das Gefühl, dass ich noch viel lernen kann.“ Über sein Tor freute sich der gebürtige Bad Hersfelder zwar, „aber mehr freue ich mich über den Sieg und dass ich meinen Defensivpart machen konnte. Denn das ist es, weshalb mir der Trainer das Vertrauen gegeben hat. In erster Linie ging es darum, meinen Job zu machen.“ Und der hieß: Tore verhindern. Ob er auch im zweiten Spiel zum Einsatz kommen wird? „Darüber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken.“
    Die Gedanken muss sich auch nicht er, sondern Joachim Löw machen. Mustafi oder Hummels? Am Donnerstag kurz vor 21 Uhr werden wir es wissen.
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/14/2016 9:01:35 AM

    Évian: Eindeutig die Stadt des Wassers

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/14/2016 7:29:18 AM
    Bei dem Dauerregen hier in Évian-les-Bains kann man schon mal auf dumme Gedanken kommen:


    Das verrückte französisch-deutsche EM-Wörterbuch, Teil 4

    mère Ozean

    père Mertesacker

    route Angelgerät

    verte Spur

    bulletin dünner Polizist

    sans plomp gesundes Gebiss

    vitesse Fastfood

    la reine Fluss bei Köln

    paté Männlicher Verwandter
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/14/2016 7:24:19 AM

    Bin gespannt, wie es heute Abend hier aussehen wird vor unserem Miethaus. Ich werde berichten . . .

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/14/2016 7:07:08 AM

    Ein neuer Tag in Évian:
    Beaucoup de travail


    Guten Morgen. Ein wenig Beständigkeit tut ja gut in diesen aufgeregten Zeiten. Es regnet weiter. Sieht hier irgendwie aus wie an einem Novembertag in der Rhön. Nebel über dem See. Alles nass und klamm. Und jetzt rücken auch noch die Bauarbeiter vor unserem Haus an. Um 7 Uhr fuhr die Teer-Truppe mit schwerem Gerät in die Einfahrt. "Wir hoffen auf Ihr Verständnis", schrieb der Vermieter, "es wird nur ein paar Stunden dauern". Sicher doch.

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/13/2016 5:22:46 PM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/13/2016 4:27:07 PM

    Zurück im Haus am See,
    der Regen hat uns wieder

    Ein anstrengender Trip ins 800 Kilometer entfernte Lille ist zu Ende. Trotz unserer Bedenken wegen des Streiks in Frankreich hat alles wunderbar funktioniert. Unsere Züge fuhren pünktlich, das Umsteigen ging reibungslos, es blieb halt verdammt viel Zeit auf der Schiene liegen. Jetzt geht es Schlag auf Schlag: In Évian-les-Bains steht morgen eine Pressekonferenz mit Jérôme Boateng, Shkodran Mustafi und Lukas Podolski auf dem Programm. Am Mittwoch fliegt die Mannschaft dann schon wieder nach Paris, wo a Donnerstag im Stade de France um 21 Uhr die zweite Vorrundenpartie gegen Polen ansteht. Das Duell der beiden siegreichen Teams könnte eine Vorentscheidung im Kampf um den Gruppensieg bringen.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/13/2016 4:23:45 PM

    Schöner Schnappschuss: Mein Kollege Norbert Hohler ist schon wieder in Schale und freut sich auf das Spiel der Iren. Und wen hat er da in einer Kneipe in Lens getroffen? Peter Großmann (links), Sportmann vom Morgenmagazin der ARD, und den Ex-DFB-Sprecher Harald Stenger, der als TV-Experte in diese Woche in Frankreich dabei ist.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/13/2016 4:00:21 PM

    Kleiner Rundblick vor dem Bahnhof "Lille-Flandres" am Sonntag wenige Stunden vor dem Spiel. Wenig später kam es hier in der Nähe zu den Ausschreitungen.

    Die Exzesse deutscher Hooligans in Lille

    Am nächsten Morgen zeugen in Lille nur noch ein paar Scherben auf dem Kopfsteinpflaster von einem Tag im Ausnahmezustand, als die Altstadt rund um die Bahnhöfe übergequollen war mit deutschen Fans. Die Straßenreinigung hatte über Nacht ganze Arbeit geleistet. Und doch bleibt ein Fleck. Ein Schandfleck. Nichts anderes ist das Auftreten deutscher Hooligans, die erst mit Hitlergrüßen und dem Schwenken einer Reichskriegsflagge provozierten und schließlich auch gewalttätig wurden. Bei den Ausschreitungen von rund 50 Krawallmachern erwischte es auch einen Reporterkollegen aus München vom Sender Sport1, der namentlich nicht genannt werden möchte. Er geriet im Gebiet rund um den Bahnhof in diesen beschämenden Exzess der Hooligans. Vollkommen unvermittelt habe die Gruppe ihren brutalen Angriff auf ukrainische Fans begonnen, das Signal sei das Zünden einer Rauchbombe gewesen. Der Journalist wurde geschlagen, getreten, sein Handy ging zu Bruch. „Das ging alles so schnell“, sagte er, nachdem er nach einem Arztbesuch erst zur zweiten Halbzeit ins Stadion gekommen war. Diagnose: Rippenprellung. Der Schrecken ist ihm anzusehen. Er wird dennoch bleiben. Weitermachen in seinem Job. Weitermachen. Das werden auch die unbelehrbaren Randalierer.
    Erinnerungen an Gewalttaen von 1998
    Das zeigt die Vergangenheit. Es ist eine traurige Ironie dieser Geschichte, dass nahezu fast zeitgleich etwas abseits der Stadt ein ganz besonderes Treffen stattfand. Um 18.45 Uhr postete DFB-Vizepräsident Rainer Koch folgende Nachricht unter ein Bild bei Facebook: „Wir haben ihn nicht vergessen! Daniel Nivel war heute Nachmittag zusammen mit seiner Frau Lorette, den beiden Söhnen und einem Enkel unser Gast beim Empfang des DFB nahe Lille.“ David Nivel ist jener Gendarm, der bei der WM 1998 in Frankreich am Rande der Partie zwischen Deutschland und Jugoslawien in Lens, nur wenige Kilometer von Lille entfernt, von deutschen Schlägern brutal zugerichtet wurde. Der damals 44-jährige Nivel lag mehrere Wochen im Koma und leidet an den Folgen des Überfalls noch heute – 18 Jahre später.
    Im DFB wurde damals ein Rückzug vom Turnier diskutiert. Letztlich rollte der Ball natürlich weiter. Die Täter erhielten in der Folge mehrjährige Haftstrafen, der DFB unterstützte über seine sozialen Stiftungen die Familie Nivel. „Wir dürfen nie vergessen, was Daniel Nivel und seiner Familie angetan wurde“, schrieb Koch, während nur einige Kilometer entfernt wieder Deutsche unter dem Deckmantel des Fußballs die Fäuste schwangen.
    Angeblich 150 gewaltbereite deutsche Fans vor Ort
    Nach Informationen des Sport-Informationsdienstes (sid) befanden sich rund 150 polizeibekannte Gewalttäter aus Deutschland in Frankreich. Die Polizei habe sehr spät eingegriffen, sagte Volker Goll dem sid. Der Unterfranke ist stellvertretender Leiter der Koordinierungsstelle Fanprojekte (KOS) in Frankfurt und koordiniert in Frankreich mit einem Team die deutsche Fanarbeit in den Spielstätten. Michael Gabriel, Leiter der KOS, sagte auf Anfrage, dass bis zu 20 000 deutsche Fans in Lille vor Ort waren und das Bild größtenteils geprägt war von einem „friedlichen Miteinander“. Allerdings habe es auch niemand verborgen bleiben können, dass Hooligans aus der rechten Szene vor Ort waren, „sie haben ja sogar in sozialen Medien posiert“.
    Sorgen vor dem Polen-Spiel in Paris
    Warum die Polizei nach der Attacke so spät vor Ort war und auch niemand festgenommen wurde, darüber kann Gabriel nur spekulieren. Was den Fanexperten vor dem brisanten Vergleich mit Polen am Donnerstag in Paris ein wenig Sorge mache, sei die Tatsache, dass angesichts der Berichte und Ereignisse in Marseille, Nizza und nun Lille in der Hooliganszene der Eindruck entstehen könnte, „bei diesem Turnier geht was“. Die Folge könnten kurzfristige Anreisen sein.
    UEFA: keine Ermittlungen
    Nach den genannten Ausschreitungen kam es zu keinen weiteren Zwischenfällen am Abend des Spiels. Es sei traurig, dass so etwas wie in Lille passiert sei, sagte Rainer Koch auf Anfrage dieser Redaktion. Dass es im und um das Stadion ruhig geblieben sei, zeige jedoch, „dass sich der Weg der Ticketvergabe über den Fanclub Nationalmannschaft bewährt hat“. Der Verband sei nicht die Polizei und könne deutsche Bürger nicht an der Ausreise hindern, so Koch, verwies für weitere Fragen jedoch an den DFB-Sicherheitsexperten Hendrik Große Lefert. Eine offizielle Stellungnahme des DFB gab es nicht.
    Bekannt wird am nächsten Tag nur, dass der europäische Verband UEFA keine Ermittlungen nach den Vorfällen von Lille anstrengen wird. Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve hat lediglich ein weitergehendes Alkoholverbot in den Spielstädten für „sensiblen Bereiche“, wie es heißt, angekündigt.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/13/2016 3:58:00 PM

    Tor de France

    Die unglaubliche Story von Yaroslav Skyba

    Wer ein Fußballspiel seiner Lieblingsmannschaft bei einer Europameisterschaft sehen möchte, der braucht Geld, klar. Vor allem aber braucht Glück. So wie der junge Mann aus dem Unterfränkischen, der am Nachmittag auf dem florierenden Schwarzmarkt in Lille eine Karte für Block F03 erstanden hatte. 145 Euro. Ein stolzer Preis. Aber wenn hier schon ein Bier über sieben Euro kostet, erscheint der Betrag für ein Liveerlebnis von Schweinsteiger & Co. dann auch wieder nicht sooo übertrieben. Der junge Mann jedenfalls freute sich. Allerdings nur so lange, bis er am Eingang des Stadions angekommen war. Da wurde er freundlich aber bestimmt darauf hingewiesen, dass es sich bei der Karte um ein gefälschtes Ticket handle. Non. Non. Kein Zutritt. Spontan, wie Franken nun mal sind, ging unser Fußballfreund zu einem Polizisten und drückte mächtig auf die Tränendrüse. Er sei Student. Sei extra aus Deutschland angereist. Habe 145 Euro bezahlt. Hundertfünfundvierzig! Ob der Polizist denn nicht etwas machen könne? Der Gendarm lächelte mitleidig, dann drehte er sich um. Unser Ritter von trauriger Fangestalt wollte gerade seines Weges ziehen, als ihn der Polizist auf die Schulter tippte. Der Deutsche drehte sich um, und der Uniformierte drückte ihm ein gültiges Ticket in die Hand. Sie glauben das nicht? Ich auch nicht. Zuerst. Aber ich habe beide Tickets gesehen und dazu verlässliche Zeugenaussagen seiner fränkischen Kumpels. So saß der Student als ein gewisser Herr Yaroslav Skyba in Block G04, Reihe 17 und jubelte über den deutschen Sieg – und über sein Glück.

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/13/2016 12:22:16 PM
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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/13/2016 11:31:26 AM
    Mal was Abseits vom rein Sportlichen ...

    Kinderärzte: Spieler sollen nicht für Junkfood werben

    Geht es nach dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) sollen deutsche Fußball-Nationalspieler in Zukunft nicht mehr für Coca-Cola, McDonald's und Kinderschokolade werben.
     
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/13/2016 11:03:32 AM

    Ach ja, noch ein Nachtrag: gegen 1 Uhr, als alle Kneipen schon zu hatten, habe ich in Lille meinen Kollegen Norbert aus der Lokalredaktionen in Kitzingen getroffen. Norbert ist großer Fußballfan, wir haben uns auch schon in Südafrika und Polen gesehen. Unterwegs ist er immer mit seinem Freund, den alle nur Blumenklaus nennen...

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/13/2016 10:59:35 AM

    Es geht zurück, bin gerade irgendwo zwischen Paris und Genf in Zug und schreibe an mehreren kleinen Geschichten. Habe mit Mustafi und Götze in der Mixed Zone gesprochen, und eine Story über den skandalösen Auftritt deutscher Hooligans plane ich auch noch. Also: dabei bleiben und später nochmal reinblicken hier...

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/13/2016 9:21:37 AM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/13/2016 8:17:05 AM

    Au revoir, Lille: es geht zurück nach Evian - später hier mehr rund um das Spiel der Deutschen. Und, wer weiß, vielleicht gibt es ein neues rendez-vous mit Flandern im Achtelfinale.,,

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/13/2016 8:13:51 AM

    Aufräumen in Lille..,

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/13/2016 6:01:32 AM

    Das Bild zeigt zwar Shkodran Mustafi beim Gespräch in der Mixed Zone nach dem Spiel, hier aber ein kleines Interview mit Jérôme Boateng, den ich zusammen mit Kollegen befragt habe.

    Wie ein Fisch in der Reuse

    Jérôme Boateng über Probleme in der Abwehr und seine sensationelle Rettungstat

    Irgendwie war er der Held des Spiels gegen die Ukraine, weil er mit einer akrobatischen Flugeinlage den Ausgleich verhinderte und anschließend selbst wie ein gefangener Fisch in der Reuse lag: Jérôme Boateng. In der Mixed Zone nach dem 2:0-Sieg in Lille und seinem 60. Länderspiel stellte sich der 27-jährige Verteidiger des FC Bayern München den Fragen der Reporter.

    Wie bewerten Sie das Spiel?

    Jérôme Boateng: Es war nicht alles gut. Aber bei der EM gab es insgesamt noch kein Spiel, bei dem eine Mannschaft die andere an die Wand gespielt hat. In der ersten halben Stunde waren wir besser, dann haben wir 15 Minuten große Probleme gehabt, weil wir nicht mehr richtig in die Zweikämpfe gegangen sind. In der zweiten Halbzeit haben wir es gut zu Ende gespielt, auch wenn bis zum Schluss die großen Torchancen gefehlt haben. Da müssen wir uns steigern, noch besser den letzten Pass spielen und effektiver werden.

    Was sagen Sie zum Comeback von Bastian Schweinsteiger, der in den Schlusssekunden das Tor zum 2:0 erzielte?

    Boateng: Wir freuen uns alle für ihn. Er hat hart dafür gearbeitet, bei diesem Turnier dabei zu sein. Jetzt hoffen wir, dass er noch fitter wird und an die 100 Prozent rankommt.

    Was kann man mitnehmen aus dem Spiel für die nächste Partie gegen Polen?

    Boateng: Man muss analysieren, was wir gut und was wir schlecht gemacht haben. Da war von beidem was dabei. Das werden wir uns angucken. Gegen Polen müssen wir gerade in der Defensive besser als Mannschaft zusammenspielen.

    Können Sie Ihre fantastische Rettungsaktion beschreiben, bei der Sie den Ball noch von der Linie gedroschen haben?

    Boateng: Das ging alles sehr schnell. Der Ball kam scharf in die Mitte, ich habe ihn fast ins eigene Tor gelenkt und musste mich schnell drehen und ihn rausschlagen. Ich bin froh, dass das geklappt hat, was vielleicht auch nur an meinen langen Beinen lag.

    Von seinen Kollegen wurde Jérôme Boateng für seine Heldentat gefeiert – und auch ein wenig aufgezogen, wie Julian Draxler verriet. Auf die Frage, ob er gedacht hätte, dass Boateng so beweglich ist, antwortete der Spieler des VfL Wolfsburg: „Das habe ihn gerade auch gefragt, wie er das gemacht hat mit seiner Hüfte. Dadurch dass er so groß ist, wirkt er ja manchmal ein bisschen hüftsteif“, so Draxler mit einem leisen Lächeln im Gesicht. „Aber in dieser Situation war es eine Riesenrettungstat.“

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/13/2016 5:43:37 AM
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  • von Roland Schmitt-Raiser | 6/13/2016 4:55:10 AM

    Spott für Gauland nach Boateng-Retter und Mustafi-Tor

    Jérôme Boateng rettet von der Linie, Shkodran Mustafi trifft im EM-Auftaktspiel der deutschen Mannschaft gegen die Ukraine zum 1:0:
     
     
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 6/12/2016 8:59:53 PM

    Liebe Freunde, das Stadion in Lille leert sich und hier ist jetzt auch so langsam Schluss für heute. Was die Spieler sagen? Die Analyse des Trainers? Und vor allem: Fährt der Zug pünktlich zurück nach Lyon? Fragen über Fragen, die alle morgen auf diese Kanal beantwortet werden. Bonne nuit!

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