Tor de France

Vom 10. Juni an ist Frankreich vier Wochen lang der Schauplatz der Fußball-Europameisterschaft 2016. Während sich die Sportwelt auf tolle Spiele freut, dämpfen die Sicherheitsmaßnahmen und die Sorge vor Terroranschlägen die Fußball-Euphorie. Main-Post-Chefreporter Achim Muth berichtete live aus dem Nachbarland.

  • von Roland Schmitt-Raiser | 7/9/2016 2:24:44 PM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/9/2016 12:51:54 PM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/9/2016 12:50:38 PM

    Bienvenue a Paris: nach Teilstrecke mit dem TGV und dann 500 km mit dem Auto, sind wir gut angekommen im Endspiel-Ort.

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 7/9/2016 7:26:03 AM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/9/2016 5:31:38 AM

    Sonnenaufgang in den Straßen von Marseille. Die deutsche Mannschaft ist zuhause. Vor mir liegt eine allerletzte Etappe auf dieser nun schon fast sechswöchigen Reise: Paris.

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 7/8/2016 7:59:08 PM
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  • von Roland Schmitt-Raiser | 7/8/2016 2:57:51 PM
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  • Der Kapitän Bastian Schweinsteiger richtet im Namen der Mannschaft ein paar Worte an die Fans:

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/8/2016 10:18:48 AM
    "Merci! Au revoir! Und auf bald!"
    Bei Bastian Schweinsteiger stehen die Zeichen nach 120 Länderspielen auf Abschied


    Als alles vorbei war, kam Bastian Schweinsteiger. Er trug wieder diese schwarzen engen Strumpfhosen, die gut sein sollen gegen Thrombose, und als Begleitschutz lotste ihn der Pressesprecher des DFB, Jens Grittner, durch die vielen Kehren der Mixed Zone. Zweimal legte der 31-Jährige einen kurzen Stopp ein. Beim Fernsehen. Bei Printjournalisten. Der Kapitän hatte ein ordentliches Spiel gemacht in diesem EM-Halbfinale, das ihm viele nach den körperlichen Beschwerden des vergangenen halben Jahres gar nicht zugetraut hatten. Aber Schweinsteiger gelang es, nach der stürmischen Anfangsphase der Franzosen, die wie der Mistral über die deutsche Elf gekommen war, Ruhe und Ordnung ins Spiel zu bringen. Der Weltmeister bekam Zugriff auf die Partie, wie es im modernen Analysesprech des Fußballs gerne heißt. Doch dann kam diese 45. Minute. Bastian Schweinsteiger ging mit der Hand zum Ball, und der berechtigte Elfmeterpfiff war der Anfang vom Ende der deutschen Titelhoffnungen.
    Jetzt also steht Bastian Schweinsteiger im Stade Vélodrome vor den Reportern und bekommt die Frage der Fragen gestellt: „Machen Sie weiter?“ Schweinsteiger überlegt einen Moment. Er blickt auf den Betonboden, und vielleicht hat er in diesem Moment das Gefühl, das seine Länderspielkarriere nicht in diesem düsteren Keller zu Ende gehen darf. Er sagt, dass er seine ganze Energie in dieses Turnier gesteckt habe und wie bitter es sei, in der 45. Minute so ein Tor zu kassieren. Sein Handspiel erklärte er mit einem Reflex, und dann sagte er: „Der Weg der Mannschaft geht auf jeden Fall weiter. Bei mir persönlich muss ich erst mal Abstand gewinnen.“ Es klingt eher nach Abschied als nach Aufbruch.
    Bastian Schweinsteiger war für die Nationalmannschaft 2004 eine Entdeckung des damaligen Bundestrainers Rudi Völler, der ihn zusammen mit Lukas Podolski für die EM in Portugal nominiert. Sein Debüt gab „Schweini“ kurz vor dem Turnier beim 0:2 gegen Ungarn in einer Mannschaft, deren Namen heute klingen wie aus einer fernen Galaxie: Christian Wörns, Andreas Hinkel oder Jens Nowotny. Bastian Schweinsteiger entwickelte sich zu einer Führungsfigur, gehörte seitdem bei sämtlichen Turnieren zum Kader und hat mit der Rolle des unbesiegbaren Kämpfers im WM-Finale 2014 von Rio seinen Platz in der Walhalla des deutschen Fußballs sicher.
    Ob er seinen 120 Länderspielen ein weiteres hinzufügen wird, erscheint fraglich. Jetzt, so ist zu hören, stehe erstmal die Hochzeit mit der Tennisspielerin Ana Ivanovic an.
    Am Freitagvormittag ließ Bastian Schweinsteiger auf der Homepage des DFB einen offenen Brief von ihm an die Fans veröffentlichen, der Text klingt als sei er von Marketingexperten bereits vor zwei Monaten in einer Kreativwerkstatt zurechtgezimmert worden. Das Quäntchen Glück habe gefehlt, aber dennoch se er stolz auf die Mannschaft. „Wir sind unserem Stil, Fußball zu spielen, treu geblieben.“ Der Kapitän bedankt sich bei den Fans und für den Rückhalt der Menschen in der Heimat, und er vergisst auch nicht den Gastgeber: „Frankreich ist ein hervorragender Ausrichter dieser Europameisterschaft.“ Er schließt den Brief mit „Merci! Au revoir! Und auf bald!“ Das kann alles heißen. Oder nichts.
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  • von Roland Schmitt-Raiser | 7/8/2016 8:58:29 AM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/8/2016 8:43:26 AM

    Und das noch: Ein Bild des Stade Vélodrome in Marseille mit der Panoramafunktion der Kamera. Sieht irgendwie aus wie ein nach untengezogener Mund: Passend zur Stimmung in der deutschen Mannschaft nach dem 0:2.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/8/2016 8:39:51 AM

    Angesichts der Niederlage gestern gegen Frankreich ist mit das Bild aus dem Medienzentrum in Évian in den Sinn gekommen. Schüler des John-Lennon-Gymnasiums in Berlin haben es gezeichnet. Ein schöner Abschluss, wie ich finde, unter das Spiel.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/8/2016 8:29:12 AM
    Das Wortprotokoll des Bundestrainers nach dem Halbfinal-Aus

    Joachim Löw: "Die Franzosen haben eine gute Mannschaft,
    aber wir waren heute die bessere!"


    Bundestrainer Joachim Löw wirkte in der Pressekonferenz nach der Niederlage gegen Frankreich im Bauch der Arena von Marseille ausgelaugt. Hier seine wichtigsten Aussagen im Protokollstil zusammengefasst:

    Was ist schief gelaufen?

    Joachim Löw: „Heute ist relativ wenig schief gelaufen. Ich kann der Mannschaft nur ein Riesenkompliment machen, sie war insgesamt die bessere Mannschaft. Wir haben wahnsinnig viel investiert, hatten eine wahnsinnig gute Körpersprache. Eine machtvolle Körpersprache. Waren in den Zweikämpfen gut, haben viel nach vorn gespielt. Wir sind dann etwas unglücklich in Rückstand geraten. Das ist dann einfach auch Pech, wenn der Ball an die Hand springt und es gibt Elfmeter.“

    Was war anders als bei den Halbfinalniederlagen 2010 und 2012?

    Joachim Löw: „Wir hatten heute nicht das notwendige Glück. Aber als wir 2012 und 2010 ausgeschieden sind, hatten uns die Gegner etwas voraus. Heute war das nicht der Fall. Heute hatten wir sicherlich Frankreich etwas voraus – außer die Tore.“

    Wie beurteilen Sie die Elfmeterentscheidung?

    Joachim Löw: „Zur Schiedsrichterleistung sage ich nichts. Das sind Entscheidungen, die wir hinnehmen müssen. Da bringt es auch nichts, sich im Nachhinein aufzuregen. Ein Spieler kann in dieser Zehntelsekunde auch nicht mehr reagieren. Das ist einfach unglücklich. Dafür gibt es keinen Vorwurf. Aber wenn du kurz vor der Halbzeit so einen Elfmeter kriegst, bist du erst einmal geschockt. Alle waren in der Kabine aufgeregt – ich musste sie erst mal beruhigen.“

    Wie sahen Sie die Situation beim zweiten Gegentor?

    Joachim Löw: „In der Situation hätte man vielleicht den Ball wegschlagen müssen. Der Manu kommt gerade noch dran. Dann fällt er einem Franzosen vor die Füße. Okay. So ist es manchmal im Fußball. In einem Spiel kommen viele Dinge zusammen, die nicht positiv sind. So war es diesmal: einige Ausfälle, einige vergebene Chancen.“

    Ihr Fazit des Spiels?

    Joachim Löw: „Wenn man 2:0 gewinnt, hat man den Einzug ins Finale auch verdient. Ich denke auch, dass die Franzosen gegen Portugal gewinnen werden. Ich finde, die Franzosen haben eine gute Mannschaft, aber wir waren heute die bessere.“

    Wie geht es weiter?

    Joachim Löw: „Heute Abend kann ich nicht weit vorausgucken. Nicht mal bis morgen früh, denn der Stachel sitzt schon tief. Wie ich das verarbeitete, ist schwierig zu beantworten. Wir haben im Vorfeld nicht darüber gesprochen, was wir machen, wenn wir verlieren. Das war bei uns kein Thema. Für uns war es ein gutes Turnier. Es gab eine unglaublich gute Energie in der Mannschaft. Sie hat tollen Teamgeist gezeigt. So gesehen, wird es bei uns eine relativ kurze Analyse geben. So viele Fehler habe ich jetzt nicht gesehen. Das ist eine tolle Mannschaft.“
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/8/2016 7:38:28 AM

    Ein Bierchen in der Nacht (von links): René Kübler (Badische Zeitung), Marko Schumacher (Stuttgarter Zeitung), Achim Muth (Main-Post), Christian Loer (Kölner Stadtanzeiger), Jan Christian Müller (Frankfurter Rundschau).

    Prost in einer heißen Nacht

    Ein letztes Bier nach einem langen Arbeitstag. Bis die Spieler nach der Niederlage im Stade Vélodrome zu uns Journalisten in die Mixed Zone für Interviews kamen, war es bereits weit nach Mitternacht. Nach den Gesprächen war es ungefähr 1.10 Uhr, als wir uns zu Fuß auf den Weg machten, um noch irgendwo ein Bierchen zu trinken. Es war immer noch heiß. Natürlich war noch sehr viel los auf den Straßen, die Franzosen kennen zwar offenbar keine geordneten Autokorsos wie in Deutschland nach ähnlichen Ereignissen, hier fährt jeder mit seinem Auto oder Motorrad einfach wie irre durch die Straßen und schwingt dabei Fahnen. Wenn es keine nachrichtliche Überraschung wie einen Rücktritt gibt, geht für uns heute mit der Nachberichterstattung über das Halbfinale die Arbeit mit der deutschen Nationalmannschaft zu Ende. Es war eine lange Zeit, seit wir in Ascona im Vorbereitungstrainingslager Mitte Mai zum Team gestoßen sind. Insofern haben wir uns das Bierchen verdient. Stay tuned: Im Laufe des Tages folgen hier regelmäßig weitere Texte mit Reaktionen und Analysen.
    Morgen geht für mich die Reise weiter nach Paris, wo ich am Sonntag das Finale Frankreich gegen Portugal verfolgen werde. Dann wird auch für mich Schluss sein.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/8/2016 7:34:42 AM

    0:2 im Halbfinale gegen Frankreich:
    Die Nationalmannschaft in der Einzelkritik:


    Manuel Neuer: Grün ist die Hoffnung. Grün ist Neuers Outfit. Der Keeper war von Beginn an gefordert und musste schon nach Sekunden eingreifen. Großtat gegen Griezmann, dagegen waren die Freistöße von Payet und Pogba fast eine Beleidigung für den Welttorhüter. Locker runter gepflückt die Dinger. Lenkte beim zweiten Gegentor den Ball Griezmann vor die Füße.

    Jonas Hector: Diesmal läuteten keine Kirchenglocken im Heimatdorf Auersmacher für Ritter Hector. Ein Glöckchen hätt’s aber sein dürfen. Wieder eine starke Partie des Linksverteidigers, der seinen Marktwert bei diesem Turnier verdreifacht haben dürfte.

    Jérôme Boateng: Das Kraftwerk der deutschen Abwehr, ständig unter Strom und phasenweise ungewohnt offensiv. Musste sein Geläuf erst wuchten, dann einige kluge Diagonalpässe vorzugsweise auf Hector. Mr. Zuverlässig patzte auch einmal gegen Giroud, aber wozu hat man Nachbarn wie Höwedes? In der 60. Minute das Aus mit Muskelverletzung ohne Fremdeinwirkung.

    Benedikt Höwedes: Der Schalker mit der Riesengrätsche! Als Boateng in gefährlichen Gewässern baden ging im Zweikampf, verfolgte Höwedes den enteilten Giroud mit Siebenmeilenschritten und blockte den Schuss im Spreizschritt. Wird vorgeschlagen für die Rettungsmedaille.

    Joshua Kimmich: War auf der rechten Außenbahn zunächst der Adressat mehrerer missglückter Fernpässe. Als die Bälle später ordnungsgemäß zugestellt wurden, zeigte der junge Münchner einige gute Offensivaktionen. Schwächen in der Abwehrarbeit, das 0:2 geht durch Leichtsinn mit auf seine Kappe.

    Emre Can: Die Verletzung von Khedira spülte den Liverpooler in die Startelf: EM-Debüt mit seinem siebten Länderspiel gleich auf der großen Bühne Halbfinale. Vor allem in der hektischen Anfangsphase ohne Nervosität.

    Bastian Schweinsteiger: In seinem 120. Länderspiel agierte der Teamsenior oft als eine Art Libero. Wurde kurz vor der Pause zur tragischen Figur, als er bei einer Ecke mit der Hand zum Ball ging. Die Aktion wurde mit einem Elfmeter geahndet. Letztes Länderspiel?

    Toni Kroos: Das Zauberfüßchen konnte sein Niveau vom Turnierbeginn nicht halten. Ackerte und rannte viel, sollte das Scharnier von Abwehr zu Angriff sein. Zwischendrin ungewohnte Fehlpässe. Konnte nach dem Rückstand keine Impulse für Aufholjagd setzen.

    Mesut Özil: In seinem 25. Turnierspiel in Folge präsentierte sich Özil in formidabler Verfassung. Keine Fehler, klasse Pässe, überraschende Dribblings. Einziges Manko: Seine Kunst bliebt ohne zählbaren Effekt.

    Julian Draxler: Frankreich ist nicht die Slowakei. Will heißten: Von der Eins-gegen-eins-Stärke des Wolfsburgers war diesmal wenig zu sehen. Die Franzosen zogen Trickser Draxler den Zahn.

    Thomas Müller: Don Müller und sein Kampf gegen die Windmühlen geht weiter. Auch in der Sturmmitte bot der 26-Jährige eine engagierte und doch blasse Vorstellung. Nach Lille, Paris und Bordeaux fand er auch in Marseille kein Glück.

    Shkodran Mustafi: Rückte nach Boatengs Verletzung ab der 60. Minute in die Innenverteidigung. Undankbarer Job, da Frankreich mit der Führung im Rücken viele Räume hatte. Solide.

    Mario Götze: Der Weltmeistermacher sollte das Spiel nach dem 0:1 noch drehen. Kam in der 66. Minute für Can, konnte sich aber nicht in Szene setzen und blieb farblos.

    Leroy Sané: EM-Debüt des Schalkers für wenige Minuten. Der erste Einsatz bei diesem Turnier ist auch der letzte. Kam in der 78. Minute für Schweinsteiger und hätte schon nach einer Sekunde treffen können, aber der abgefälschte Ball trudelte am Tor vorbei.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/8/2016 7:03:30 AM

    Macht Bundestrainer Joachim Löw weiter?
    Die irritierende Nacht von Marseille


    Dann war es auf ein Mal vorbei. Schluss. Und keiner konnte hinterher so richtig erklären, weshalb. Trotz ihrer Ausfälle hat die deutsche Mannschaft gegen Frankreich ein gutes Spiel gemacht. Nach den ersten Minuten, in denen der Gastgeber stürmisch daherkam wie der Mistral, übernahm die Mannschaft das Heft des Handelns. Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos, Jérôme Boateng, sie beruhigten das Spiel, nahmen die Hektik heraus, ließen die Blauen dem Ball hinterherhecheln. Sicher, zu echten Chancen kam der Weltmeister auch nicht, in der Spitze wirkte Thomas Müller wieder so seltsam glücklos. Das war schon beim Aufwärmen zu beobachten, als der Münchner Kimmichs Hereingabe serienweise verpulverte. Müller wirkte überspielt, müde. Vieleicht war der Geist willig, das Fleisch, es war schwach. Erst dieser Tage hatte er ja über die Rastlosigkeit, die ständige Vereinnahmung eines Profi geklagt. Er hatte Sehnsucht nach Ruhe, und jetzt hat e sich doch ein paar Tage früher als insgeheim gewünscht.
    Es folgte dann die vermaledeite 45. Minute. Ecke Frankreich. Es war nicht die Hand Gottes, die zum Ball ging. Es war die Hand des Weltmeisters. Bastian Schweinsteiger agierte ungeschickt in diesem Luftduell mit Patrice Evra. Auch wenn die Sozialen Netzwerke überquellen mit sehr unschönen Wünschen an den italienischen Schiedsrichter Nicola Rizzoli: Den Elfer kann er geben. Hand ist Hand ist Hand. Der sehr gute, sehr schnelle und sehr abgeklärte Antoine Griezmann erzielt das 1:0. Pfiff. Halbzeit. Im zweiten Duchgang versuchte die Nationalmannschaft, das Ding zu drehen. Zahlte zahlte diese zumindest in Teilbereichen verjüngte und auf dieser Bühne unerfahrene Mannschaft ihr Lehrgeld. Joshua Kimmich unterlief ein eklatanter Fehler in der Abwehr, Torhüter Manuel Neuer konnte den Ball nicht entscheidend aus der Gefahrenzone befördern, und wieder war Antoine Griezmann reaktionsschnell zur Stelle. 2:0. Die Entscheidung.
    Die deutsche Elf bekam noch ihre Chancen. Sie traf den Pfosten. Sie machte Druck. Und doch wirkte das alles nicht zwingend in diesem wunderbar ästhetischen Stadion. Es war kein Ort für Legenden - zumindest nicht aus deutscher Sicht.
    Bundestrainer Joachim Löw in Marseille einen fragwürdigen Auftritt zurück. Zum einen wand sich der 56-Jährige um eine klare Aussage zu seiner Zukunft wie eine Girlande. Sein Vertrag läuft bis 2018 und er hatte zuvor auch immer wieder betont, dass die Titelverteidigung bei der WM in Russland in zwei Jahren das eigentliche Ziel sei. Aber in dieser wüstenheißen Nacht zu Marseille wirkte er auf einmal sehr nachdenklich, und irgendwie auch, der Eindruck mag täuschen, ein wenig genervt von alldem. Es war ein irritierender Auftritt des Bundestrainers. Zum anderen betonte Joachim Löw etwa fünfmal zu oft, dass die deutsche Mannschaft die bessere gewesen sei. Er mag recht haben, aber nach Größe in der Niederlage sah das nicht aus - zumal er in der Pressekonferenz gleichzeitig die Portugiesen abfertigte, in dem er sagte, dass völlig klar sei, dass Frankreich das Finale gewinnen werde.
    Heute wid die Mannschaft mit zwei Maschinen aus Marseille nach Frankfurt und München fliegen. Das Abenteuer Europameisterschaft 2016 ist für sie vorbei. Au revoir.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/7/2016 8:56:48 PM

    0:2 - Der Weg ist zu Ende:
    Aus für DFB-Elf im Halbfinale


    Aus im Halbfinale. Die deutsche Nationalmannschaft unterlag in Marseille Gastgeber Frankreich mit 0:2 (0:1). Nach einer unglücklichen Aktion gab in der 45. Minute einen Foulelfmeter für die Franzosen nach einem Handspiel von Schweinsteiger in seinem 120. Länderspiel. Griezmann verwandelte sicher. Die Fürhungs spielte den Franzosen in die Karten, die nach einem Fehler von Kimmich und einer zu kurzen Abwehr von Neuer abermals durch Griezmann trafen. Danach hatte die deutsche Elf Chancen, aber es ging kein Ruck durch die Mannschaft. Es gab kein Aufbäumen. Die Ausfälle war offenbar nicht zu kompensieren. Der Traum ist zu Ende. Im Finale am Sonntag stehen Frankreich und Portugal. Und das Fazit aus deutscher Sicht? Durchwachsen. Oliver Bierhoff sprach davon, dass es ein komisches Turnier gewesen sei. Immerhin: Im sechsten Turnier in Folge stand die Nationalmannschaft im Halbfinale.

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 7/7/2016 7:56:58 PM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/7/2016 6:53:42 PM

    Let's get ready to rumble: Halbfinale. Klassiker. Deutschland gegen Frankreich. In wenigen Minuten geht es los.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/7/2016 6:08:22 PM

    Und hier offiziell:

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/7/2016 5:49:28 PM
    Der DFB meldet: Aufstellung gegen Frankreich mit einem 4-3-2-1: Neuer - Hector, Höwedes, Boateng, Kimmich - Schweinsteiger, Can, Kroos - Özil, Draxler - Müller.
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/7/2016 5:37:58 PM

    Die deutsche Mannschaft schnuppert schon mal ein bisschen Atmosphäre in diesem tollen Stadion, das in eineinhalb Stunden beben wird. Mit dabei auf dem Rasen sind auch der gesperrte Mats Hummels sowie die verletzten Sami Khedira und Mario Gomez. Das zeugt vom intakten Mannschaftsgefüge.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/7/2016 5:36:48 PM
    19.36 Uhr: Jetzt ist auch La Mannschaft da!
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/7/2016 5:25:24 PM
    19.23 Uhr: Die französische Mannschaft ist im Stadion angekommen. Als erster ist Trainer Didier Deschamps zum Rasentest aufs Feld.
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/7/2016 5:21:16 PM

    Was soll's: Hier also eine Innenansicht gut eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff im Stade Vélodrome.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/7/2016 4:57:39 PM

    Angekommen: Endlich im Stade Vélodrome

    Das neue Stade Vélodrome ist ein schicker Bau, elegant, ganz in weiß und das Dach ist über den Tribünen geschwungen wie ein Lasso. Ich kann mich noch an 1998 erinnern, da waren die Tribünen noch nicht so überdacht und im Hintergrund leuchteten die nahen Felsen im Abendrot. Jetzt ist nur noch eine kleine Steinkuppel zu sehen.
    Die Anreise nach Marseille war sehr entspannt: Morgens mit dem Auto nach Lyon. Dann mit dem TGV ab ans Mittelmeer, wo einen eine flirrende Hitze und über 30 Grad erwarteten. Unser Appartement ist nur wenige Fußminuten vom Alten Hafen entfernt. Stressiger war dann die Fahrt zum Stadion. Erste Straßenbahn, dann Metro, dann ein Fußmarsch durch das Labyrinth der UEFA für Medienschaffende. Seien Sie froh, dass Sie jetzt nicht neben mir sitzen. Gerne hätte ich an dieser Stelle auch schon ein Foto aus dem Stadion gepostet. Jedoch: Der Europäische Fußball-Verband fährt eine starke Offensive zur Wahrung seiner Rechte. Grade, als ich ein Foto knipsen wollte, stürzte einer der Ordner auf mich zu und wies mich zurecht: Noch ein Versuch, dann sei meine Akkreditierung in Gefahr. Journalisten düften im Stadion weder filmen noch fotografieren. Das mit dem Filmen ist ja halbwegs einzusehen, die Fernsehstationen bezahlen sehr viel Geld für die Rechte an den Bewegtbildern. Aber das Fotografieren zu verbieten, ist absurd. Bin gespannt, wie das weitergeht.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/7/2016 2:39:12 PM

    Anzeichen verdichten sich: Can spielt für Khedira.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/7/2016 1:04:26 PM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/7/2016 12:29:01 PM

    Volker Goll von der mobilen deutschen Fanbotschaft mit einer seiner Mitarbeiterinnen in Marseille am Alten Hafen vor dem Halbfinale Deutschland gegen Frankreich.

    "Viele Franzosen finden Deutschland cool"

    Fanbetreuer Volker Goll aus Unterfranken
    zieht in Marseille positive EM-Bilanz


    Am Hafen von Marseille steht am Donnerstag Volker Goll mit seinem Team von der deutschen Fanbotschaft. Das Projekt gehört zur Koordinierungsstelle Fanprojekte in Frankfurt. Der Unterfranke aus Kahl am Main ist Chef von 13 Mitarbeitern, mit ihnen zusammen hat er seit Beginn der Europameisterschaft in den Spielstädten der deutschen Mannschaft wertvolle Arbeitet geleistet. In Lille, Paris, Bordeaux und nun in Marseille bietet diese mobile Botschaft viele Informationen für die Anhänger der Nationalelf. Es gibt Tipps zum Nahverkehr, der Stadt und natürlich das kostenlose Fanzine "Helmut", ein informatives und unterhaltsames Heftchen, das zu jedem Spiel gedruckt und verteilt wurde. Nach über vier Wochen zieht Volker Goll eine positive Bilanz: "Es gab keine nennenswerte Zwischenfälle mit deutschen Fans", sagt der Fanexperte. "Einige Hooligans haben sich bei den Spielen in Lille mal gezeigt, das war's." Als die Entdeckung dieses Turnier feiert Goll die sogenannten "Fanwalks", Spaziergänge der Fans aus der Stadt zum Stadion. "Das kam total gut an, und auch heute in Marseille erwarten wieder mehrere tausend deutsche und französische Anhänger, mit uns gemeinsam den Weg zum Stadion gehen." Unschön fand auch Volker Goll die beleidigenden Gesänge deutscher Fans im Viertelfinale gegen die Italiener. "Das ist leider auch in der Bundesliga gang und gäbe, dass aus dem Spiel heraus solche Schmähgesänge gegen den Gegner angestimmt werden." Insgesamt sei aber auch in Bordeaux die Stimmung prima gewesen, "beide Fanlager haben beispielsweise gemeinsam den Opfern in Bangladesch gedacht." Insgesamt bewertet Goll die deutschen Gesänge wie "Sieg" oder die "Nummer eins der Welt sind wir" als nicht gerade "ästhetisch", wie er sagt. Vorbild seien für ihn die Fans von der Insel, egal ob aus Wales, Nordirland, Irland oder England. "Sie können auch Witze über sich selbst machen und haben melodischere Lieder", so Volker Goll. Er würde sich freuen, wenn in Deutschland ein Gesangeswandel stattfinden würde, "aber das ist schwierig". Sehr positiv bewertet Volker Goll die Begegnungen mit den Menschen in Frankreich. "Das waren tolle Gespräche, tolle Erlebnisse. Wir hatten keinerlei negative Erfahrung und erfuhren überall sehr viel Respekt. Viele finden Deutschland cool."

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/7/2016 12:25:39 PM

    Es geht heiß her in Marseille. 34 Grad zeigt das Thermometer, die Luft flirrt. Ich komme eben von einem Spaziergang rund um den alten Hafen zurück: Die Stimmung unter den deutschen und französischen Fans ist prächtig. Hoffentlich bleibt heute alles so friedlich wie es derzeit den Anschein in der herrlichen Altstadt hat.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/7/2016 12:24:07 PM

    Witzige Anzeige von Volkswagen heute in der L'Equipe. Vielleicht bringen sie morgen ein geteiltes Croissant ;-)

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 7/7/2016 11:55:44 AM
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  • von Roland Schmitt-Raiser | 7/7/2016 10:55:09 AM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/7/2016 9:07:01 AM

    Zwischenstopp Lyon

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/7/2016 3:57:21 AM

    Au revoir: ein letztes Gruppenfoto, nun zerstreut sich unsere Gruppe.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/7/2016 3:55:50 AM

    Abschied: nach über vier Wochen verlassen wir heute Evian-les-Bains in Richtung Marseille. Am Abend war die Neun-Männer-WG außen Haus am See an der Uferstraße in einem Fischrestaurant essen. Es war lecker und die Atmosphäre sehr schön da.

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 7/6/2016 7:19:19 PM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/6/2016 1:52:05 PM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/6/2016 1:51:53 PM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/6/2016 1:42:46 PM

    Die letzten machen das Licht aus! Kollege Christian Loer vom Kölner Stadtanzeiger und ich sind die letzten beiden Journalisten im Pressezentrum des DFB. Um uns herum wird schon fleißig abgebaut.

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  • von Roland Schmitt-Raiser | 7/6/2016 1:06:59 PM
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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/6/2016 10:10:18 AM

    Merci für Marmelade & Co.

    Jetzt, da aus den langen Wochen hier am Fuße der mächtigen Savoyer Alpen nur noch Minuten geworden sind und die Eieruhr dieser EM bald abgelaufen ist, spätstens jetzt muss auch Zeit sein für ein Dankeschön. An dieser Stelle mal an die netten Damen von der Kuchentheke. Im Medienzentrum des DFB versorgten sie die Jounalisten täglich mit einem freundlichen Lächeln und kleinen Kuchenschnittchen: Himbeersahne, Erdbeer, Käse- oder Apfelkuchen. Zur Auswahl stand auch ein Frühstück aus Brötchen, Frischkäse, Marmelade und Säften. Manch eine Geschichte wäre wohl nicht erschienen ohne diese Kalorienzufuhr. Merci an Josefine Bertmann-Durner (rechts) von der McDonald's-Regionalleitung Süd in München und ihre Mitarbeiterin Rakova Vasilka aus der Filiale Schweitenkirchen. Merci und: Au revoir.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/6/2016 9:44:40 AM

    Hopserlauf mit Schweini & Co.
    Abschlusstraining vor dem Halbfinale


    Bei bestem Wetter absolvierte die Nationalmannschaft ihr Abschlusstraining vor dem Halbfinale gegen Frankreich. Es war die letzte Einheit in Évian, selbst im Falle eines Sieges gegen Frankreich würde die Mannschaft nicht mehr zurückkehren an den Genfer See, sondern aus Marseille direkt nach Paris weiterreisen. In der Hauptstadt wird am Sonntag um 21 Uhr das Finale angepfiffen. Außer den verletzten Akteuren Sami Khedira und Mario Gomez waren alle Spieler aktiv auf dem Trainingsplatz. Auch Bastian Schweinsteiger: Der Kapitän hatte zuletzt Knieprobleme, die scheinen aber behoben. Der Mittelfeldakteur machte Sprints und auch Schussübungen. Ob er bei 100 Prozent ist? Dreier- oder Viererkette? Julian Weigl rein? Thomas Müller in die Spitze? Es sind noch einige Fragen offen. Bundestrainer Joachim Löw wird sie morgen beantworten.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/6/2016 9:25:22 AM

    Die Bilanz des DFB-Präsidenten:
    Grindel: "Topbedingungen in Évian"


    Am Rande des letzten Trainings der deutschen Nationalmannschaft nach über vier Wochen hier in Évian-les-Bains hatte ich die Gelegenheit, kurz mit DFB-Präsident Reinhard Grindel zu sprechen, der ebenfalls Tribünengast war. Der Funktionär zog vor der Abreise am Nachmittag nach Marseille ein positives Fazit: "Wir hatten hier absolute Topbedingungen. Das gilt sowohl für die Trainingsmöglichkeiten als auch für das Drumherum. Und als sich das Wetter gebessert hatte, hatten die Spieler auch die Chance, mal die Seele baumeln zu lassen." Die Stimmung in der Mannschaft bezeichnet Grindel vor dem spannungsgeladenen Halbfinale gegen Frankreich am Donnerstag als "sehr gut". Die Ausfälle mit Khedira, Gomez und dem gesperrten Hummels würden dafür sorgen, so der DFB-Boss, dass das deutsche Team nicht in der Favoritenrolle sei. Der Heimvorteil werde sich zumindest zu Beginn des Spiels auch positiv für die Equipe tricolore bemerkbar machen, "aber vielleicht gelingt uns ein frühes Tor wie vor zwei Jahren in Belo Horizonte gegen Brasilien. Das wäre gut." Mut macht Reinhard Grindel auch, dass Frankreich bislang noch gegen kein Top-Team habe bestehen müssen. Deutschland also als untimativer Prüfstein.

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  • von Achim Muth / MAIN-POST | 7/6/2016 8:35:33 AM

    Vier Wochen lang standen hier die Kameras der Fernsehstationen, filmten jede Regung auf den Pressekonferenzen des DFB. Jetzt bleiben nur die Positionsmarkierungen.

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