Terroranschlag in Brüssel

Die Terrorwarnstufe in Belgien ist auf höchstem Level. Nach Explosionen am Brüsseler Flughafen am Morgen mit mehreren Toten gab es auch eine Detonation in der Metro. Wie sich die Lage in der belgischen Hauptstadt entwickelt, lesen Sie hier im Liveblog.

  • von Desk via dpa | 3/23/2016 11:09:18 PM
    Liebe Leserinnen und Leser, unser LiveTicker endet an dieser Stelle. Vielen dank fürs Dabeisein!
  • von Clemens Kubenka, dpa | 3/23/2016 8:43:20 PM
    Die Zahl der bei den Brüsseler Terroranschlägen verletzten Menschen ist erneut nach oben korrigiert worden. Nach neuesten Zahlen erlitten nicht 270, sondern 300 Personen leichte oder schwere Verletzungen. Die Hälfte von ihnen lag am Mittwoch noch in Krankenhäusern, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. 61 Menschen mussten demnach auf einer Intensivstation behandelt werden. Die Zahl der Todesopfer liege unverändert bei 31.
  • von Clemens Kubenka, dpa | 3/23/2016 8:39:43 PM
    Grafik: A. Brühl, Redaktion: A. Eickelkamp/A. Meyer
  • von Clemens Kubenka, dpa via dpa | 3/23/2016 8:30:14 PM
    Nach den Terroranschlägen in Brüssel sind die drei Selbstmordattentäter identifiziert. Alle sind in Belgien geboren und hatten Verbindungen zu den islamistischen Drahtziehern der Anschläge von Paris. Es handelt sich um die Brüder Ibrahim (29) und Khalid (27) El Bakraoui und Medienberichten zufolge um den 24-jährigen Najim Laachraoui. Noch gefahndet wird nach einem Komplizen, der vom Flughafen geflüchtet sein soll. Die Türkei will Belgien offiziell vor einem der drei gewarnt haben, doch hätten die Behörden den Mann freigelassen.

    Laut Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw waren die Brüder El Bakraoui belgische Staatsbürger und wegen verschiedener nicht terroristischer Taten polizeibekannt. Der Ältere, Ibrahim, sprengte sich auf dem Flughafen Brüssel in die Luft, nach Berichten belgischer Medien ebenso wie Laachraoui, der im Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen gesucht wurde. Der jüngere Bruder, Khalid, zündete seine Bombe in der Metro-Station Maelbeek.

    Im Brüsseler Flughafen aufgenommen: Die drei Terrorverdächtigen auf einem Fahndungsfoto der belgischen Polizei. Foto: Belgium Federal Police

  • von Desk via dpa | 3/23/2016 7:45:00 PM
    Rund ein Dutzend US-Bürger ist bei den Terroranschlägen verletzt worden. Weitere würden vermisst, sagte  der Sprecher des amerikanischen Außenministeriums, Marc Toner, in Washington. Man wisse nicht, ob Amerikaner unter den Toten seien, da die belgischen Behörden die Nationalitäten bislang nicht veröffentlich hätten. Zu den Verletzten zählen unter anderem ein US-Luftwaffensoldat mit seiner Familie sowie vier mormonische Missionare.

    In jedem Fall wollen die US-Strafverfolgungsbehörden den Anschlag in Brüssel selbst untersuchen. FBI-Leute und Polizisten der New Yorker Anti-Terroreinheit würden nach Brüssel reisen, sagte der stellvertretende New Yorker Polizeichef John Miller am Dienstag.


  • von Desk via dpa | 3/23/2016 7:35:21 PM
    Der belgische Justizminister Koen Geens weist den Vorwurf der Türkei zurück, den Brüsseler Selbstmordattentäter Ibrahim El Bakraoui fahrlässig auf freiem Fuß gelassen zu haben. El Bakraoui habe in Belgien keine terroristischen Straftaten begangen, sagt Geens dem Sender VRT. Als El Bakraoui von der Türkei ausgewiesen wurde, sei er lediglich als normaler Straftäter auf Bewährung bekannt gewesen. Seines Wissens nach sei El Bakraoui auch nicht nach Belgien, sondern in die Niederlande abgeschoben worden, ergänzt Geens.

    Das niederländische Justizministerium teilt am Abend mit, der Vorgang werde geprüft. Weitere Informationen seien nicht vor Donnerstag zu erwarten.
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 7:31:56 PM
    Was wissen wir, was nicht?

    Wer steckt hinter den Anschlägen?
    ▪ Die Polizei hatte ein Bild von einer Video-Überwachungskamera am Flughafen veröffentlicht, das drei Männer zeigt. Einer von ihnen ist Ibrahim El Bakraoui, der sich in der Flughafenhalle in die Luft sprengte. Der Terrorist, der in der Metro-Station Maelbeek eine Bombe zündete, war demnach sein jüngerer Bruder Khalid. Einer der beiden weiteren Männer, die auf dem Fahndungsbild zu sehen sind, ist Medienberichten zufolge der bislang als Terrorverdächtiger gesuchte Najim Laachraoui (24). Er soll sich demnach ebenfalls in die Luft gesprengt haben. Dies bestätigten die Behörden zunächst aber nicht. Unklar ist, wer der dritte Mann auf dem Fahndungsbild ist.

    Gibt es einen Zusammenhang zum Terror in Paris?
    ▪ Vieles deutet darauf hin: der Ablauf der Taten, der Sprengstoff, die Tatorte. Vor allem aber: die Herkunft der mutmaßlichen Täter. Einer der beiden Brüder - Khalid - soll unter falschem Namen eine Wohnung angemietet haben, die zur Vorbereitung der Anschläge mit 130 Toten im November in Paris genutzt wurde. Beide Brüder waren belgische Staatsbürger und wegen verschiedener nicht terroristischer Taten vorbestraft. Laachraoui wurde am Montag öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben. Er soll zusammen mit Salah Abdeslam, der am Freitag in Brüssel festgenommen wurde, einer der Drahtzieher der Paris-Anschläge gewesen sein.
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 7:20:08 PM
    Die polnische Ministerpräsidentin Beata Szydlo legt Blumen an der belgischen Botschaft in Warschau nieder. 

     Foto: Jakub Kaminski, epa/dpa
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 7:15:00 PM
    Belgien will am Donnerstag um 14.30 Uhr mit einer landesweiten Schweigeminute der Opfer der Terroranschläge gedenken. Das kündigt die Regierung an, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtet. Am Mittwochmittag hatte es bereits eine Schweigeminute in der Hauptstadt Brüssel gegeben, bei der unter anderem das Königspaar teilnahm. 

    Die in Belgien anerkannten christlichen Kirchen wollen am Ostermontag mit Gebeten an die Opfer erinnern. Das Gedenken soll um 18.00 Uhr in der Brüsseler Kathedrale von St. Michael und St. Gudula stattfinden. Das kündigten die katholischen, orthodoxen, protestantischen, evangelikalen und anglikanischen Kirchen laut Nachrichtenagentur Belga an.
  • von Desk | 3/23/2016 7:07:00 PM
    Mitarbeiter des Flughafens Zaventem sind am Abend zu einem Schweigemarsch zusammen gekommen und entzünden Kerzen.  

     Foto: Olivier Hoslet, epa/dpa
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 7:05:00 PM
    Nach der Visite bei einigen Verletzten und einem Besuch am Flughafen, hat das belgische Königspaar an der Metro-Station Maelbeek der Opfer gedacht. 


  • von Desk via dpa | 3/23/2016 6:41:50 PM
    Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, ruft dazu auf, dem Hass der IS-Terroristen die christliche Liebe entgegenzusetzen. «Die Dimension des Bösen geht über das hinaus, was wir uns vorstellen können», sagt Marx bei seiner Predigt zur Chrisammesse im Münchner Liebfrauendom. Die Frage sei, was man dagegen tun könne. «Als Erstes fallen uns polizeiliche und politische Maßnahmen ein. Aber der Wucht des Bösen kann letztlich nur durch die volle Wucht der Liebe entgegengetreten werden.»

    Der katholische Erzbischof von München und Freising zeigte sich bestürzt über die Bombenattentate in der belgischen Hauptstadt Brüssel und betonte: «Wir sind verbunden mit allen Opfern von Krieg, Gewalt und Terror.» Das Christentum trete der Sünde mit dem Osterglauben entgegen.

     Foto: Marijan Murat, dpa/Archiv
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 6:16:39 PM
    US-Präsident Barack Obama hat nach den Anschlägen von Brüssel seine Linie im Anti-Terror-Kampf verteidigt. «Es gibt für mich nichts wichtigeres auf meinem Plan, als sie zu jagen und sie zu besiegen», sagte er in Buenos Aires über die Terroristen der Miliz Islamischer Staat, die sich für die Anschläge in Brüssel verantwortlich erklärt hatten. 

    «Wir werden Druck auf sie ausüben, bis wir sie aus ihren Hochburgen getrieben haben und bis sie zerstört sind», sagte der US-Präsident. Die Luftschläge und die Arbeit von Spezialeinsatzkräften im Irak und in Syrien zeige Wirkung. Obama erteilte jedoch Maßnahmen mit Showeffekt eine Absage. Er werde sich nicht zu kontraproduktiven Schritten treiben lassen, «nur weil die gerade eine politische Saison haben.»

     Foto: David Fernandez, epa/dpa
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 6:01:54 PM
    Auch die Zeitung «De Standaard» berichtet vom Tod Najim Laachraoui: 


  • von Desk via dpa | 3/23/2016 5:55:04 PM
    Der seit Tagen gesuchte Terrorverdächtige Najim Laachraoui ist nach belgischen Medienberichten tot. Er sei einer der Selbstmordattentäter gewesen, die sich am Dienstag auf dem Brüsseler Flughafen in die Luft gesprengt hatten, berichtet der Sender RTBF

  • von Desk via dpa | 3/23/2016 5:53:18 PM
    Der Kampf der IS-Terrormiliz in Europa

    Etwa 3000 bis 5000 mögliche IS-Terroristen halten sich in Europa auf, schätzt Europol in Den Haag. Genauere Angaben etwa zu den Aufenhaltsländern macht die europäische Polizeibehörde nicht. Die Terror-Anschläge von Paris weisen nach einer Analyse von Europol auf eine neue Strategie des IS. Die Gefahr neuer Anschläge in Europa und vor allem Frankreich sei sehr groß. 

    Nach Informationen von Europol gibt es IS-Terrorzellen in der EU. Mutmaßliche Terroristen würden nicht nur in Syrien, sondern auch in Trainingslagern in EU-Staaten und Balkan-Ländern ausgebildet. Die Gefahr, dass sich unter syrischen Flüchtlingen Terroristen befinden, wird als gering eingeschätzt. Anschläge werden Europol zufolge von einer außerhalb Syriens operierenden Kommandoeinheit koordiniert. 

  • von Desk via dpa | 3/23/2016 5:51:23 PM
    Eine grafische Darstellung der Opfer von Terroranschlägen in Westeuropa:

     Grafik: Brühl, dpa-infografik
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 5:49:01 PM
    Der niederländische Premierminister Mark Rutte trägt sich in das Kondolenzbuch der belgischen Botschaft in Den Haag ein. 

    Foto: Bart Maat, epa/dpa
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 5:39:59 PM
    Nach Einschätzung der belgischen Atomaufsicht besteht nach den Anschlägen grundsätzlich auch eine Terrorgefahr für die heimischen Kernkraftwerke. In Belgien gelte aktuell die höchste Terrorwarnstufe 4, damit bestehe auch eine offensichtliche Gefahr für Atomkraftwerke, sagt ein Sprecher der Atomaufsichtsbehörde AFCN der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Es gebe aber keine spezifischen Hinweise darauf, dass Terroristen Atomkraftwerke im Visier haben, sagt Lodewijk van Ladel. «Aber sie sind eines von möglichen Zielen terroristischer Anschläge.»
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 5:30:00 PM
    Einen Tag nach den Anschlägen gilt es weiter Spuren am Brüsseler Flughafen zu sichern. Die zerborstenen Scheiben der Terminalfassade lassen die Wucht der Detonationen erahnen.  

     Foto: Frederic Sierakowski, epa/dpa
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 5:25:06 PM
    Salah Abdeslam: Der 26-jährige Franzose nordafrikanischer Herkunft soll nach offiziellen Angaben die Pariser Anschlagsserie mit 130 Toten im November maßgeblich mit vorbereitet haben. Er ging den Fahndern nach 126 Tagen Flucht in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek ins Netz und sitzt nun unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen in Untersuchungshaft in Brügge. Er verfügt nach Angaben seines Anwalts Sven Mary über Wissen von «unschätzbarem Wert» zur Terrorszene. 
  • von Desk | 3/23/2016 5:24:05 PM
    • UPDATE
    Najim Laachraoui: Der 24-Jährige stammt aus dem Brüsseler Stadtteil Schaerbeek, wo auch ein mutmaßlicher Unterschlupf der Attentäter vom Dienstag ausgehoben wurde. Der mutmaßliche Dschihadist soll im Februar 2013 nach Syrien gereist sein. Anfang September 2015 kam er mit der falschen Identität Soufiane Kayal zusammen mit Salah Abdeslam und Mohamed Belkaid in eine Kontrolle an der Grenze zwischen Ungarn und Österreich. Laachraouis DNA soll auf Sprengstoff gefunden worden sein, der bei den Anschlägen in Paris verwendet wurde. Meldungen zufolge soll er einer der Selbstmordattentäter vom Brüsseler Flughafen und dort auch ums Leben gekommen sein.
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 5:23:15 PM
    Ibrahim El Bakraoui: Der 30-Jährige, wie sein Bruder Khalid ein gebürtiger Brüsseler, zündete nach Angaben der Ermittler eine der Flughafen-Bomben und hinterließ ein Testament. 2010 hatte ein Brüsseler Gericht ihn zu neun Jahren Haft verurteilt, weil er bei einem Einbruch mit einer Kalaschnikow auf Polizisten gefeuert hatte. Er kam aber vorzeitig frei. Die Bilder, die eine Überwachungskamera kurz vor den Explosionen im Airport aufnahm, zeigen ihn in der Mitte. Die Männer rechts und links von ihm waren der Staatsanwaltschaft zufolge am Mittwoch noch nicht identifiziert. Der Mann auf dem Bild links kam als Selbstmordattentäter ums Leben, der in der weißen Jacke flüchtete. Er hatte die größte Sprengladung dabei.
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 5:22:24 PM
    Khalid El Bakraoui: Der 27-jährige Belgier zündete nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft die tödliche Bombe in der Brüsseler Metro. Er wurde schon wegen der Anschläge in Paris vom 13. November gesucht. Unter falscher Identität soll er für die Pariser Terrorgruppe ein Haus in Charleroi gemietet haben. Auch die Wohnung im Brüsseler Stadtteil Forest, wo der 35-jährige Algerier Mohamed Belkaid bei einer Polizeiaktion vergangene Woche erschossen wurde und Salah Abdeslam sich aufgehalten haben soll, lief auf seinen Tarnnamen. Schon Anfang 2011 war er wegen gewaltsamer Überfälle auf Autobesitzer zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.
  • von Desk | 3/23/2016 5:21:21 PM
    Das Netzwerk der Terrorverdächtigen in Brüssel ist groß. Wer sind die Attentäter vom Dienstag? 

     Brahim (l.) und Khalid El Bakraoui. Foto: Interpol/dpa

  • von Desk via dpa | 3/23/2016 5:12:00 PM
    Der belgische Geheimdienst soll nach einem israelischen Zeitungsbericht konkrete Warnungen vor den Terroranschlägen in Brüssel bekommen haben. Auch andere westliche Geheimdienste seien im Bilde gewesen, schreibt die Zeitung «Haaretz». Das Blatt nennt allerdings keine genauen Quellen für seine Informationen.

    Die belgischen Sicherheitsbehörden hätten «mit großer Sicherheit» gewusst, dass in naher Zukunft Anschläge am Flughafen und offenbar auch in der Metro geplant seien, berichtet die links-liberale Zeitung in ihrer Online-Ausgabe. Trotz der konkreten Geheimdienstwarnungen seien die Sicherheitsvorkehrungen in der EU-Hauptstadt angesichts der schweren Bedrohung nur unzulänglich gewesen. Nach bisherigen Erkenntnissen seien die Anschläge in der syrischen IS-Hochburg Rakka geplant worden, schreibt «Haaretz».


  • von Desk via dpa | 3/23/2016 5:05:50 PM
    Die Türkei hat die belgischen Sicherheitsbehörden nach Angaben des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan vor einem der Attentäter von Brüssel gewarnt. Der Verdächtige sei im vergangenen Juni im südtürkischen Gaziantep an der syrischen Grenze gefasst und anschließend ausgewiesen worden, sagt Erdogan in Ankara bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Die belgischen Behörden seien von der Türkei am 14. Juli 2015 gewarnt worden, dass es sich bei dem Mann um einen «ausländischen terroristischen Kämpfer» handele. Trotz der türkischen Warnungen hätten die Belgier den Verdächtigen aber freigelassen. 

    Bereits nach der Terrorserie von Paris im vergangenen November hatte es aus der Regierung in Ankara geheißen, die Türkei habe die französischen Behörden zwei Mal vor einem der Terroristen gewarnt. Die französischen Behörden hätten darauf aber nicht reagiert. 

     Foto: epa/Turkish President Press/dpa/Archiv
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 5:00:18 PM
    BND-Präsident Gerhard Schindler setzt nach den Anschlägen von Brüssel und Paris auf eine stärkere Überwachung von Verdächtigen. Bei den Anschlägen seien viele Terroristen in Netzwerken organisiert und einige auch den Behörden bekannt gewesen, sagt der Chef des Bundesnachrichtendienstes in Hamburg. «Für die Nachrichtendienste bedeutet dies, dass wir noch stärker in diese Netzwerke infiltrieren müssen mit menschlichen Quellen.» Außerdem müsse die technische Überwachung der Kommunikation der Terroristen «wirkungsvoll gestaltet» werden.

    Generell gelte für ihn, «dass Nachrichtendienste notwendiger denn je sind, denn wir brauchen Informationen weit vor den Anschlägen, um sie zu verhindern, statt Informationen nach den Anschlägen». Zur Kritik an der Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden über die Landesgrenzen hinaus wollte sich Schindler nicht äußern. 

     Foto: Axel Heimken, dpa
  • von Desk | 3/23/2016 4:41:51 PM
    Einer der Attentäter von Brüssel ist nach Angaben des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan im vergangenen Jahr aus der Türkei ausgewiesen worden. Die belgischen Behörden hätten den Mann nach der Ausweisung im Juli aber trotz der Warnungen der Türkei freigelassen, sagt Erdogan  in Ankara. 

  • von Desk via YouTube | 3/23/2016 4:38:25 PM
    Einen Bombenanschlag zu überleben, ist schon großes Glück. Ein 19-Jähriger aus den USA erlebte anscheinend gleich zwei: erst in Boston, dann in Brüssel. Das sagt zumindest sein Vater. In Boston war der junge Mann allerdings einen Häuserblock vom Anschlag entfernt. Bei dem Terroranschlag am Flughafen von Brüssel wurde Mason Wells schwer verletzt, wie unter anderem der US-Sender ABC News berichtet. «Er war extrem nah an der Explosion», erzählt sein Vater Chad dem Sender. Mason wurde am Kopf verletzt, von Splittern getroffen und zog sich schwere Verbrennungen zu, wie es hieß. Aber: Er werde den Anschlag überleben und vollständig genesen.

    Der junge Amerikaner aus Utah ist Mormone und in Europa auf einem zweijährigen Einsatz als Jungmissionar unterwegs. Am Brüsseler Airport war er mit anderen Mormonen, auch sie kamen mit schweren Verletzungen davon. Wells hatte schon einmal Glück, als beim Boston-Marathon vor drei Jahren zwei Sprengsätze nahe des Zieleinlauf des Marathons explodierten und drei Menschen töteten. Damals war er aber in sicherer Entfernung.

  • von Desk via dpa | 3/23/2016 4:33:36 PM
    Nach dem Eiffelturm und dem Brandenburger Tor soll heute Abend auch die Tower Bridge in London in den belgischen Nationalfarben erstrahlen.


  • von Desk via dpa | 3/23/2016 4:26:00 PM
    EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker weist darauf hin, dass konkrete Vorschläge für mehr Sicherheit in Europa bereits seit mehreren Monaten auf dem Tisch liegen. «Alle grundlegenden Elemente für eine Sicherheitsunion sind von der Kommission vorgeschlagen worden», sagt der Luxemburger bei einer Pressekonferenz mit dem französischen Premierminister Manuel Valls. Es sei an den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, diese zu beschließen.

    Als Beispiele nennt Juncker Vorschläge der Kommission zur Verschärfung des Waffenrechts und zum Schutz der EU-Außengrenzen. Beim Waffenrecht sei zu hoffen, dass sich die EU-Staaten nicht dem Druck von Lobbyisten beugen, ergänzt Jucker.
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 4:20:00 PM
    Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner plädiert für eine bessere Kooperation der Geheimdienste. Innerhalb der nächsten Wochen müsse eine Plattform für den Austausch aller Informationen von Geheimdiensten entstehen: «Wir haben keine Zeit zu verlieren», sagt Mikl-Leitner der österreichischen Nachrichtenagentur APA zufolge in Wien. Bisher würde die Zusammenarbeit noch nicht klappen. Viele Länder seien bei der Übermittlung wichtiger Daten säumig. 

    Wie die Plattform konkret funktionieren solle, konnte die Ministerin noch nicht sagen. Es könnte eine eigene Organisation dazu gegründet werden oder ein Staat übernimmt federführend die Aufgabe. In Österreich funktioniert die Arbeit zwischen Exekutive und Geheimdienst nach Ansicht der Ministerin einwandfrei. Das Thema müsse beim bevorstehenden EU-Innenministerrat besprochen werden. 

     Foto: Christian Bruna, epa/dpa/Archiv
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 4:12:05 PM
    Wie die niederländische EU-Ratspräsidentschaft mitteilt, soll es an diesem Donnerstag ein Sondertreffen der für Innere Sicherheit zuständigen EU-Minister im EU-Ratsgebäude in Brüssel geben. Nach früheren Angaben des niederländischen Justizministers Ard van der Steur hat Belgien um das Treffen gebeten. Ein ähnliches Sondertreffen hatte es nach den Anschlägen von Paris im vergangenen November gegeben.
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 4:02:00 PM
    Belgiens Premierminister im Kurzporträt
     
    Er ist derzeit auf allen Kanälen: Charles MichelDem belgischen Premierminister ist die große Betroffenheit über die beispiellosen Attentate anzumerken. «Bewegt, aber standfest» - so beschreibt die Brüsseler Zeitung «Le Soir» die Haltung des liberalen Regierungschefs. Der 40-Jährige Michel, der eine Mitte-Rechts-Koalition führt, wirkt üblicherweise bei öffentlichen Anlässen etwas reserviert. Der gelernte Jurist ist kein Mann der lauten Töne. Angesichts der Krise ruft er die Belgier ruhig und entschlossen auf, geeint zu bleiben. 

    Michel gehört zu den wenigen Regierungschefs in der jüngsten Geschichte des Landes, die aus dem Süden des Landes, also der Wallonie kommen. Da er auch in Amsterdam studierte, ist sein Niederländisch gut - dies gilt als ein wichtiger Pluspunkt im flämischen Bevölkerungsteil. Michel nennt die Dinge beim Namen, nicht nur in der belgischen Innenpolitik, sondern auch in der EU. Den Terror in seinem Heimatland brandmarkte er als «blinde, gewalttätige und feige Attentate». Die Täter bezeichnet er nicht als Terroristen, sondern als «Feinde». 

     Foto: Stephanie Lecocq, epa/dpa
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 3:34:00 PM
    Einen Eindruck davon, welche Auswirkungen die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen in der belgischen Hauptstadt derzeit zumindest für die Metro-Fahrgäste haben, vermittelt dieses kurze Video der Journalistin Megan Specia: 


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