Terroranschlag in Brüssel

Die Terrorwarnstufe in Belgien ist auf höchstem Level. Nach Explosionen am Brüsseler Flughafen am Morgen mit mehreren Toten gab es auch eine Detonation in der Metro. Wie sich die Lage in der belgischen Hauptstadt entwickelt, lesen Sie hier im Liveblog.

  • von Clemens Kubenka, dpa | 3/23/2016 8:39:43 PM
    Grafik: A. Brühl, Redaktion: A. Eickelkamp/A. Meyer
  • von Clemens Kubenka, dpa via dpa | 3/23/2016 8:30:14 PM
    Nach den Terroranschlägen in Brüssel sind die drei Selbstmordattentäter identifiziert. Alle sind in Belgien geboren und hatten Verbindungen zu den islamistischen Drahtziehern der Anschläge von Paris. Es handelt sich um die Brüder Ibrahim (29) und Khalid (27) El Bakraoui und Medienberichten zufolge um den 24-jährigen Najim Laachraoui. Noch gefahndet wird nach einem Komplizen, der vom Flughafen geflüchtet sein soll. Die Türkei will Belgien offiziell vor einem der drei gewarnt haben, doch hätten die Behörden den Mann freigelassen.

    Laut Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw waren die Brüder El Bakraoui belgische Staatsbürger und wegen verschiedener nicht terroristischer Taten polizeibekannt. Der Ältere, Ibrahim, sprengte sich auf dem Flughafen Brüssel in die Luft, nach Berichten belgischer Medien ebenso wie Laachraoui, der im Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen gesucht wurde. Der jüngere Bruder, Khalid, zündete seine Bombe in der Metro-Station Maelbeek.

    Im Brüsseler Flughafen aufgenommen: Die drei Terrorverdächtigen auf einem Fahndungsfoto der belgischen Polizei. Foto: Belgium Federal Police

  • von Desk via dpa | 3/23/2016 7:45:00 PM
    Rund ein Dutzend US-Bürger ist bei den Terroranschlägen verletzt worden. Weitere würden vermisst, sagte  der Sprecher des amerikanischen Außenministeriums, Marc Toner, in Washington. Man wisse nicht, ob Amerikaner unter den Toten seien, da die belgischen Behörden die Nationalitäten bislang nicht veröffentlich hätten. Zu den Verletzten zählen unter anderem ein US-Luftwaffensoldat mit seiner Familie sowie vier mormonische Missionare.

    In jedem Fall wollen die US-Strafverfolgungsbehörden den Anschlag in Brüssel selbst untersuchen. FBI-Leute und Polizisten der New Yorker Anti-Terroreinheit würden nach Brüssel reisen, sagte der stellvertretende New Yorker Polizeichef John Miller am Dienstag.


  • von Desk via dpa | 3/23/2016 7:35:21 PM
    Der belgische Justizminister Koen Geens weist den Vorwurf der Türkei zurück, den Brüsseler Selbstmordattentäter Ibrahim El Bakraoui fahrlässig auf freiem Fuß gelassen zu haben. El Bakraoui habe in Belgien keine terroristischen Straftaten begangen, sagt Geens dem Sender VRT. Als El Bakraoui von der Türkei ausgewiesen wurde, sei er lediglich als normaler Straftäter auf Bewährung bekannt gewesen. Seines Wissens nach sei El Bakraoui auch nicht nach Belgien, sondern in die Niederlande abgeschoben worden, ergänzt Geens.

    Das niederländische Justizministerium teilt am Abend mit, der Vorgang werde geprüft. Weitere Informationen seien nicht vor Donnerstag zu erwarten.
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 7:31:56 PM
    Was wissen wir, was nicht?

    Wer steckt hinter den Anschlägen?
    ▪ Die Polizei hatte ein Bild von einer Video-Überwachungskamera am Flughafen veröffentlicht, das drei Männer zeigt. Einer von ihnen ist Ibrahim El Bakraoui, der sich in der Flughafenhalle in die Luft sprengte. Der Terrorist, der in der Metro-Station Maelbeek eine Bombe zündete, war demnach sein jüngerer Bruder Khalid. Einer der beiden weiteren Männer, die auf dem Fahndungsbild zu sehen sind, ist Medienberichten zufolge der bislang als Terrorverdächtiger gesuchte Najim Laachraoui (24). Er soll sich demnach ebenfalls in die Luft gesprengt haben. Dies bestätigten die Behörden zunächst aber nicht. Unklar ist, wer der dritte Mann auf dem Fahndungsbild ist.

    Gibt es einen Zusammenhang zum Terror in Paris?
    ▪ Vieles deutet darauf hin: der Ablauf der Taten, der Sprengstoff, die Tatorte. Vor allem aber: die Herkunft der mutmaßlichen Täter. Einer der beiden Brüder - Khalid - soll unter falschem Namen eine Wohnung angemietet haben, die zur Vorbereitung der Anschläge mit 130 Toten im November in Paris genutzt wurde. Beide Brüder waren belgische Staatsbürger und wegen verschiedener nicht terroristischer Taten vorbestraft. Laachraoui wurde am Montag öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben. Er soll zusammen mit Salah Abdeslam, der am Freitag in Brüssel festgenommen wurde, einer der Drahtzieher der Paris-Anschläge gewesen sein.
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 7:20:08 PM
    Die polnische Ministerpräsidentin Beata Szydlo legt Blumen an der belgischen Botschaft in Warschau nieder. 

     Foto: Jakub Kaminski, epa/dpa
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 7:15:00 PM
    Belgien will am Donnerstag um 14.30 Uhr mit einer landesweiten Schweigeminute der Opfer der Terroranschläge gedenken. Das kündigt die Regierung an, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtet. Am Mittwochmittag hatte es bereits eine Schweigeminute in der Hauptstadt Brüssel gegeben, bei der unter anderem das Königspaar teilnahm. 

    Die in Belgien anerkannten christlichen Kirchen wollen am Ostermontag mit Gebeten an die Opfer erinnern. Das Gedenken soll um 18.00 Uhr in der Brüsseler Kathedrale von St. Michael und St. Gudula stattfinden. Das kündigten die katholischen, orthodoxen, protestantischen, evangelikalen und anglikanischen Kirchen laut Nachrichtenagentur Belga an.
  • von Desk | 3/23/2016 7:07:00 PM
    Mitarbeiter des Flughafens Zaventem sind am Abend zu einem Schweigemarsch zusammen gekommen und entzünden Kerzen.  

     Foto: Olivier Hoslet, epa/dpa
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 7:05:00 PM
    Nach der Visite bei einigen Verletzten und einem Besuch am Flughafen, hat das belgische Königspaar an der Metro-Station Maelbeek der Opfer gedacht. 


  • von Desk via dpa | 3/23/2016 6:41:50 PM
    Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, ruft dazu auf, dem Hass der IS-Terroristen die christliche Liebe entgegenzusetzen. «Die Dimension des Bösen geht über das hinaus, was wir uns vorstellen können», sagt Marx bei seiner Predigt zur Chrisammesse im Münchner Liebfrauendom. Die Frage sei, was man dagegen tun könne. «Als Erstes fallen uns polizeiliche und politische Maßnahmen ein. Aber der Wucht des Bösen kann letztlich nur durch die volle Wucht der Liebe entgegengetreten werden.»

    Der katholische Erzbischof von München und Freising zeigte sich bestürzt über die Bombenattentate in der belgischen Hauptstadt Brüssel und betonte: «Wir sind verbunden mit allen Opfern von Krieg, Gewalt und Terror.» Das Christentum trete der Sünde mit dem Osterglauben entgegen.

     Foto: Marijan Murat, dpa/Archiv
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 6:16:39 PM
    US-Präsident Barack Obama hat nach den Anschlägen von Brüssel seine Linie im Anti-Terror-Kampf verteidigt. «Es gibt für mich nichts wichtigeres auf meinem Plan, als sie zu jagen und sie zu besiegen», sagte er in Buenos Aires über die Terroristen der Miliz Islamischer Staat, die sich für die Anschläge in Brüssel verantwortlich erklärt hatten. 

    «Wir werden Druck auf sie ausüben, bis wir sie aus ihren Hochburgen getrieben haben und bis sie zerstört sind», sagte der US-Präsident. Die Luftschläge und die Arbeit von Spezialeinsatzkräften im Irak und in Syrien zeige Wirkung. Obama erteilte jedoch Maßnahmen mit Showeffekt eine Absage. Er werde sich nicht zu kontraproduktiven Schritten treiben lassen, «nur weil die gerade eine politische Saison haben.»

     Foto: David Fernandez, epa/dpa
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 6:01:54 PM
    Auch die Zeitung «De Standaard» berichtet vom Tod Najim Laachraoui: 


  • von Desk via dpa | 3/23/2016 5:55:04 PM
    Der seit Tagen gesuchte Terrorverdächtige Najim Laachraoui ist nach belgischen Medienberichten tot. Er sei einer der Selbstmordattentäter gewesen, die sich am Dienstag auf dem Brüsseler Flughafen in die Luft gesprengt hatten, berichtet der Sender RTBF

  • von Desk via dpa | 3/23/2016 5:25:06 PM
    Salah Abdeslam: Der 26-jährige Franzose nordafrikanischer Herkunft soll nach offiziellen Angaben die Pariser Anschlagsserie mit 130 Toten im November maßgeblich mit vorbereitet haben. Er ging den Fahndern nach 126 Tagen Flucht in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek ins Netz und sitzt nun unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen in Untersuchungshaft in Brügge. Er verfügt nach Angaben seines Anwalts Sven Mary über Wissen von «unschätzbarem Wert» zur Terrorszene. 
  • von Desk | 3/23/2016 5:24:05 PM
    • UPDATE
    Najim Laachraoui: Der 24-Jährige stammt aus dem Brüsseler Stadtteil Schaerbeek, wo auch ein mutmaßlicher Unterschlupf der Attentäter vom Dienstag ausgehoben wurde. Der mutmaßliche Dschihadist soll im Februar 2013 nach Syrien gereist sein. Anfang September 2015 kam er mit der falschen Identität Soufiane Kayal zusammen mit Salah Abdeslam und Mohamed Belkaid in eine Kontrolle an der Grenze zwischen Ungarn und Österreich. Laachraouis DNA soll auf Sprengstoff gefunden worden sein, der bei den Anschlägen in Paris verwendet wurde. Meldungen zufolge soll er einer der Selbstmordattentäter vom Brüsseler Flughafen und dort auch ums Leben gekommen sein.
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 5:23:15 PM
    Ibrahim El Bakraoui: Der 30-Jährige, wie sein Bruder Khalid ein gebürtiger Brüsseler, zündete nach Angaben der Ermittler eine der Flughafen-Bomben und hinterließ ein Testament. 2010 hatte ein Brüsseler Gericht ihn zu neun Jahren Haft verurteilt, weil er bei einem Einbruch mit einer Kalaschnikow auf Polizisten gefeuert hatte. Er kam aber vorzeitig frei. Die Bilder, die eine Überwachungskamera kurz vor den Explosionen im Airport aufnahm, zeigen ihn in der Mitte. Die Männer rechts und links von ihm waren der Staatsanwaltschaft zufolge am Mittwoch noch nicht identifiziert. Der Mann auf dem Bild links kam als Selbstmordattentäter ums Leben, der in der weißen Jacke flüchtete. Er hatte die größte Sprengladung dabei.
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 5:22:24 PM
    Khalid El Bakraoui: Der 27-jährige Belgier zündete nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft die tödliche Bombe in der Brüsseler Metro. Er wurde schon wegen der Anschläge in Paris vom 13. November gesucht. Unter falscher Identität soll er für die Pariser Terrorgruppe ein Haus in Charleroi gemietet haben. Auch die Wohnung im Brüsseler Stadtteil Forest, wo der 35-jährige Algerier Mohamed Belkaid bei einer Polizeiaktion vergangene Woche erschossen wurde und Salah Abdeslam sich aufgehalten haben soll, lief auf seinen Tarnnamen. Schon Anfang 2011 war er wegen gewaltsamer Überfälle auf Autobesitzer zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.
  • von Desk | 3/23/2016 5:21:21 PM
    Das Netzwerk der Terrorverdächtigen in Brüssel ist groß. Wer sind die Attentäter vom Dienstag? 

     Brahim (l.) und Khalid El Bakraoui. Foto: Interpol/dpa

  • von Desk via dpa | 3/23/2016 5:12:00 PM
    Der belgische Geheimdienst soll nach einem israelischen Zeitungsbericht konkrete Warnungen vor den Terroranschlägen in Brüssel bekommen haben. Auch andere westliche Geheimdienste seien im Bilde gewesen, schreibt die Zeitung «Haaretz». Das Blatt nennt allerdings keine genauen Quellen für seine Informationen.

    Die belgischen Sicherheitsbehörden hätten «mit großer Sicherheit» gewusst, dass in naher Zukunft Anschläge am Flughafen und offenbar auch in der Metro geplant seien, berichtet die links-liberale Zeitung in ihrer Online-Ausgabe. Trotz der konkreten Geheimdienstwarnungen seien die Sicherheitsvorkehrungen in der EU-Hauptstadt angesichts der schweren Bedrohung nur unzulänglich gewesen. Nach bisherigen Erkenntnissen seien die Anschläge in der syrischen IS-Hochburg Rakka geplant worden, schreibt «Haaretz».


  • von Desk via dpa | 3/23/2016 5:05:50 PM
    Die Türkei hat die belgischen Sicherheitsbehörden nach Angaben des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan vor einem der Attentäter von Brüssel gewarnt. Der Verdächtige sei im vergangenen Juni im südtürkischen Gaziantep an der syrischen Grenze gefasst und anschließend ausgewiesen worden, sagt Erdogan in Ankara bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Die belgischen Behörden seien von der Türkei am 14. Juli 2015 gewarnt worden, dass es sich bei dem Mann um einen «ausländischen terroristischen Kämpfer» handele. Trotz der türkischen Warnungen hätten die Belgier den Verdächtigen aber freigelassen. 

    Bereits nach der Terrorserie von Paris im vergangenen November hatte es aus der Regierung in Ankara geheißen, die Türkei habe die französischen Behörden zwei Mal vor einem der Terroristen gewarnt. Die französischen Behörden hätten darauf aber nicht reagiert. 

     Foto: epa/Turkish President Press/dpa/Archiv
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 5:00:18 PM
    BND-Präsident Gerhard Schindler setzt nach den Anschlägen von Brüssel und Paris auf eine stärkere Überwachung von Verdächtigen. Bei den Anschlägen seien viele Terroristen in Netzwerken organisiert und einige auch den Behörden bekannt gewesen, sagt der Chef des Bundesnachrichtendienstes in Hamburg. «Für die Nachrichtendienste bedeutet dies, dass wir noch stärker in diese Netzwerke infiltrieren müssen mit menschlichen Quellen.» Außerdem müsse die technische Überwachung der Kommunikation der Terroristen «wirkungsvoll gestaltet» werden.

    Generell gelte für ihn, «dass Nachrichtendienste notwendiger denn je sind, denn wir brauchen Informationen weit vor den Anschlägen, um sie zu verhindern, statt Informationen nach den Anschlägen». Zur Kritik an der Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden über die Landesgrenzen hinaus wollte sich Schindler nicht äußern. 

     Foto: Axel Heimken, dpa
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 4:12:05 PM
    Wie die niederländische EU-Ratspräsidentschaft mitteilt, soll es an diesem Donnerstag ein Sondertreffen der für Innere Sicherheit zuständigen EU-Minister im EU-Ratsgebäude in Brüssel geben. Nach früheren Angaben des niederländischen Justizministers Ard van der Steur hat Belgien um das Treffen gebeten. Ein ähnliches Sondertreffen hatte es nach den Anschlägen von Paris im vergangenen November gegeben.
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 4:02:00 PM
    Belgiens Premierminister im Kurzporträt
     
    Er ist derzeit auf allen Kanälen: Charles MichelDem belgischen Premierminister ist die große Betroffenheit über die beispiellosen Attentate anzumerken. «Bewegt, aber standfest» - so beschreibt die Brüsseler Zeitung «Le Soir» die Haltung des liberalen Regierungschefs. Der 40-Jährige Michel, der eine Mitte-Rechts-Koalition führt, wirkt üblicherweise bei öffentlichen Anlässen etwas reserviert. Der gelernte Jurist ist kein Mann der lauten Töne. Angesichts der Krise ruft er die Belgier ruhig und entschlossen auf, geeint zu bleiben. 

    Michel gehört zu den wenigen Regierungschefs in der jüngsten Geschichte des Landes, die aus dem Süden des Landes, also der Wallonie kommen. Da er auch in Amsterdam studierte, ist sein Niederländisch gut - dies gilt als ein wichtiger Pluspunkt im flämischen Bevölkerungsteil. Michel nennt die Dinge beim Namen, nicht nur in der belgischen Innenpolitik, sondern auch in der EU. Den Terror in seinem Heimatland brandmarkte er als «blinde, gewalttätige und feige Attentate». Die Täter bezeichnet er nicht als Terroristen, sondern als «Feinde». 

     Foto: Stephanie Lecocq, epa/dpa
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 3:34:00 PM
    Einen Eindruck davon, welche Auswirkungen die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen in der belgischen Hauptstadt derzeit zumindest für die Metro-Fahrgäste haben, vermittelt dieses kurze Video der Journalistin Megan Specia: 


  • von Desk via dpa | 3/23/2016 3:33:00 PM
    Die Deutsche Bahn lässt nach den Anschlägen in Belgien in ihren Bahnhöfen keine Foto- und Filmaufnahmen von Medienvertretern mehr zu. Dies gelte «bis auf Weiteres», sagt eine Bahnsprecherin auf Anfrage in Berlin. Private Aufnahmen seien aber weiterhin zugelassen. 

    Die Sprecherin verwies auf die allgemeine Sicherheitslage. Einen konkreten Grund für das Film- und Fotoverbot nannte sie aber auch auf Nachfrage nicht. Die Bahnhöfe gehören in der Regel der Deutschen Bahn, das bundeseigene Unternehmen hat dort das Hausrecht. Bislang wurden Anträge auf Film- und Fotoaufnahmen fast immer problemlos erteilt.
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 3:32:34 PM
    Weil in Brüssel auch Deutsche verletzt wurden, will nun die Bundesanwaltschaft ermitteln. «Wir leiten ein Ermittlungsverfahren ein», sagt eine Sprecherin der Karlsruher Behörde. Die Zuständigkeit der obersten deutschen Strafverfolgungsbehörde ergebe sich immer dann, wenn Deutsche unter Terroropfern sind. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung.
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 3:20:46 PM
    Die belgischen Atomkraftwerke haben an den Standorten Doel und Tihange ihr Personal wieder aufgestockt. Es sei wieder die übliche Belegschaft im Einsatz, berichtet die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Betreiberfirma. Demnach gelten aber noch erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. Am Dienstag war das Personal auf ein Minimum reduziert worden. Damit sollte demnach das Risiko minimiert werden, dass gefährliche Personen auf das Gelände gelangen. Tihange liegt 70 Kilometer von Aachen entfernt nahe der ostbelgischen Stadt Lüttich. Doel liegt bei Antwerpen. 

     Das Atomkraftwerk Tihange. Foto: Julien Warnand, epa/dpa/Archiv
  • von Desk | 3/23/2016 3:01:40 PM
    • UPDATE
    Ein mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge von Paris, Salah Abdeslam, hat im September im bayerischen Unterfranken übernachtet. Der Mann, der am Freitag in Brüssel festgenommen worden war, sei mit zwei anderen Männern im Landkreis Kitzingen in einem Gasthof gewesen, sagt der bayerische Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer. Unter anderem der Bayerische Rundfunk hatte zuerst davon berichtet.

    Geprüft wird Schmidbauer zufolge noch, ob es sich bei einem der beiden anderen Männer um den Terrorverdächtigen Najim Laachraoui gehandelt haben könnte. «Dazu haben wir keine Erkenntnisse.» Der 24-jährige Laachraoui wird mit den Attentaten von Paris im November 2015 in Verbindung gebracht und könnte auch an den Anschlägen in Brüssel beteiligt gewesen sein. Der Bundesanwaltschaft zufolge hat sich Abdeslam zwei mal «kurz» bei Kitzingen und Ulm aufgehalten, im September und Oktober letzten Jahres. Eine Sprecherin sagte, weitere Details - etwa, wer ihn begleitet hatte - könne sie wegen laufender Ermittlungen nicht sagen.
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 2:56:54 PM
    Brüssel und die Folgen für Deutschland: 

    Wie haben die deutschen Sicherheitsbehörden reagiert?
    ▪ Wie andere EU-Staaten hat Deutschland seine Sicherheitsvorkehrungen hochgefahren. Das heißt, es wurden zum Beispiel die Kontrollen im Grenzraum, an Flughäfen und Bahnhöfen intensiviert. 

    Was passiert hinter den Kulissen?
    ▪ Polizei und Geheimdienste schauen sich nochmals genauer die deutsche Islamisten-Szene an und suchen nach möglichen Querverbindungen zu den Tätern. Sie durchforsten das Internet nach Hinweisen und Reaktionen der Szene und tauschen sich öfter als üblich im Gemeinsamen Terrorabwehrzentrum aus, wo 40 Sicherheitsbehörden aus Bund und Ländern vertreten sind. 

    Was bedeuten die Anschläge für die Sicherheitslage in Deutschland? 
    ▪ Die Lage ist seit Monaten enorm angespannt. Schließlich wurden mehrere direkte Nachbarn Deutschlands in jüngster Zeit vom Terror heimgesucht. Die erneuten Attacken ändern an der Terrorgefahr für Deutschland im Grunde nichts. Die Sicherheitsbehörden betonen regelmäßig, dass auch hier ein Anschlag nicht auszuschließen sei.

    Gibt es Bezüge der Täter zur deutschen Islamisten-Szene? 
    ▪ Bislang nicht. Es handele sich dabei aber nur um einen Zwischenstand, sagt ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Die Ermittlungen liefen schließlich noch. 
  • von Desk | 3/23/2016 2:31:59 PM
    Am Brüsseler Flughafen Zaventem hat König Philippe derweil einen Blumenkranz niedergelegt. Während des Besuchs hatten Philippe und die Königin das Krisenzentrum vor Ort aufgesucht und mit Helfern gesprochen. 

    Zuvor hatte das Königspaar unter anderem an einer Schweigeminute im Gebäude der EU-Kommission in Brüssel mit Belgiens Premier Charles Michel und Frankreichs Premierminister Manuel Valls teilgenommen. 


  • von Desk via dpa | 3/23/2016 2:23:26 PM
    US-Vizepräsident Joe Biden und seine Frau Jill haben in Washington die belgische Botschaft aufgesucht und den Belgiern ihr Beileid ausgesprochen.  


  • von Desk via dpa | 3/23/2016 2:06:47 PM
    Auch die Bundespolizei hat die Sicherheitsvorkehrungen an den Grenzen verschärft. So wie etwa am Übergang Lichtenbusch an der deutsch-belgischen Grenze.

     Foto: Marius Becker, dpa
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 1:58:41 PM
    Bulgarien hat nach den Terroranschlägen von Brüssel umfassende Kontrollen an seinen Grenzen eingeführt. Als besonders wichtig gelten die verschärften Kontrollen an den EU-Außengrenzen wie etwa am größten Grenzübergang zur Türkei bei Kapitan Andreewo. An diesem «Tor nach Europa» werden jetzt die Ausweise aller Einreisenden – auch von EU-Bürgern – überprüft. Auch alle Fahrzeuge würden kontrolliert, berichtet der Fernsehsender bTV.

    Bulgarien hatte an seinem größten Grenzpunkt zur Türkei ähnliche Sicherheitsmaßnahmen auch nach den Attentaten von Paris im November 2015 eingeführt. Auch Bulgariens Grenzen zu Serbien und zu Mazedonien sind EU-Außengrenzen.
  • von Desk | 3/23/2016 1:56:05 PM
    Das belgische Königspaar hat Verletzte im Erasmus-Krankenhaus in Anderlecht besucht. Begleitet wurden sie dabei von Premierminister Charles Michel und Gesundheitsministerin Maggie de Block.. 


    Aufmerksame Zuhörer: Der König und die Königin. Foto: Dirk Waem, epa/dpa
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 1:40:47 PM
    Nach den Brüsseler Terroranschlägen zeigen Belgien und Frankreich demonstrative Geschlossenheit. «Mehr als je zuvor sind Frankreich und Brüssel im Schmerz vereint», sagt der belgische Premier Charles Michel bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem französischen Premierminister Manuel Valls. Er spricht von einem «tiefen Schmerz im Bauch». Valls sagt: «Wir sind Brudervölker.» 

    Der französische Premier fordert: «Die Antwort muss europäisch sein. Europa ist angegriffen worden.» Sein Land arbeite eng mit Belgien zusammen, die Ermittlungen würden aber noch dauern und einen «langen Atem» fordern. Er verlangt erneut Fortschritte beim europäischen Austausch von Fluggastdaten.

     Manuel Valls, Charles Michel und Jean-Claude Juncker (v. l. n. r.). Foto: Etienne Ansotte, epa/dpa
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 1:37:24 PM
    Der niederländische König Willem-Alexander hat die Terror-Anschläge von Brüssel als «feigen und schrecklichen Angriff» scharf verurteilt. «Wir müssen standhaft bleiben», sagt der König bei einem Besuch in einem Den Haager Stadtviertel, in dem viele Muslime wohnen.  

    Ungewöhnlich deutlich warnt der König auch vor einem Ausschluss muslimischer Bürger: «Alle, die in den Niederlanden wohnen und an unsere freie und offene Gesellschaft glauben, müssen unabhängig von ihrer Herkunft, an dieser offenen und freien Gesellschaft teilhaben können. Wenn wir das nicht mehr tun können, dann gewinnen die Terroristen, und dann können wir nicht mehr leben, wie wir wollen.» 

  • von Desk via dpa | 3/23/2016 1:31:08 PM
    Der Brüsseler Börsenplatz bleibt weiterhin der Ort, an dem viele Menschen ihre Trauer zum Ausdruck bringen. Hier hinterlassen sie Nachrichten zum Gedenken an die Getöteten und Verletzten.

     Foto: Yoan Valat, epa/dpa
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 1:21:42 PM
    Bei drei in Bayern festgenommenen Kosovaren haben Ermittler bisher keine Hinweise auf einen Terrorbezug festgestellt. Ein Terrorhintergrund habe sich nicht bestätigt, sagt der bayerische Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer. Die Ermittlungen seien aber noch nicht abgeschlossen, heißt es bei der Staatsanwaltschaft München. 
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 1:16:04 PM
    Unter den Verletzten sind nach offiziellen Angaben auch drei Mitarbeiter der EU-Kommission. Das sagt EU-Kommissarin Kristalina Georgieva in Brüssel. «Unsere Gedanken sind mit den Opfern der Anschläge und ihren Freunden und Familien.» Wegen den Anschlägen auf die Metrostation Maelbeek sei auch ein Kommissionsgebäude in der unmittelbaren Nähe noch geschlossen, sagt Georgieva. Es werde geprüft, ob die Bausubstanz des Gebäudes nachhaltig beschädigt sei. Die EU-Kommission stellte ihren Mitarbeitern frei, am Mittwoch von zu Hause zu arbeiten. 
  • von Desk | 3/23/2016 1:12:00 PM
    In Belgien gilt auch weiterhin die höchste Terrorwarnstufe


  • von Desk via dpa | 3/23/2016 1:10:01 PM
    Nach bisherigen Erkenntnissen sind 31 Menschen bei den Anschlägen ums Lebens gekommen und 270 verletzt worden. Das sagt Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw. Der Generaldirektor des nationalen Krisenzentrums, Alain Lefèvre, ergänzt, es gebe noch keine endgültige Bilanz zu den Opfern der Attentate vom Dienstag. 
  • von Desk | 3/23/2016 1:07:25 PM
    • UPDATE
    Bei den Terroranschlägen in Brüssel sind auch mehrere Deutsche verletzt worden. Das Auswärtige Amt schließt auch nicht mehr aus, dass Bundesbürger getötet wurden. Mindestens ein Mann mit deutscher Staatsbürgerschaft erlitt schwere Verletzungen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagt: «Wir müssen leider bestätigen, dass unter den bei dem Terroranschlag verletzten Personen auch deutsche Staatsangehörige sind, darunter mindestens eine schwer verletzte Person.» Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa liegt die Zahl der deutschen Verletzten aktuell «im einstelligen Bereich». Bislang war nur bekannt, dass eine Bundesbürgerin leicht verletzt wurde.

    Vermutlich wird es aber noch längere Zeit dauern, bis Gewissheit über die Zahl der deutschen Verletzten und mögliche deutsche Todesopfer besteht. Nach Angaben des belgischen Außenministeriums kommen die Opfer aus etwa 40 Nationen. Das Auswärtige Amt hatte gleich nach den Anschlägen einen Krisenstab eingesetzt, der sich auch um besorgte Angehörige kümmert.
  • von Desk | 3/23/2016 12:58:27 PM
    Hier noch einmal in der grafischen Darstellung, wo genau die Anschläge in Brüssel verübt wurden:

     Grafik: Mühlenbruch/Dengl, dpa-Infografik
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 12:55:12 PM
    In Schaerbeek haben die Ermittler laut Staatsanwalt auch eine Art Bombenfabrik gefunden. Van Leeuw sagt, es seien unter anderem 15 Kilogramm hochexplosives Azetonperoxid (TATP), ein Koffer mit Nägeln und Schrauben, sowie weiteres Material für den Bombenbau sichergestellt worden.
  • von Desk via dpa | 3/23/2016 12:30:30 PM
    Van Leeuw sagt, Ibrahim El Bakraoui habe in dem sogenannten Testament angegeben, er wisse nicht mehr, was er tun solle. Er werde gesucht. 
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