Nach der Bluttat in München

In einem Einkaufzentrum im Norden von München tötete ein 18-Jähriger neun Menschen und sich selbst.


  • von dpa-live Desk via dpa | 7/23/2016 11:59:24 AM

    Durch die Panik in Folge des Amoklaufes war das Mobilfunknetz in München zeitweise überlastet. Es sei ab etwa 19.00 Uhr für etwa anderthalb Stunden sehr stark beansprucht worden, teilte ein Sprecher vom Mobilfunkanbieter Telefonica mit. Auch im Netz der Telekom habe es vereinzelt Überlastungen gegeben, sagte ein Sprecher. Bei Vodafone habe es nach Unternehmensangaben keine Störungen gegeben.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/23/2016 12:08:29 PM

    "In jedem (..) beschriebenem Amok-Fall befand sich der Täter in einer tiefen psychischen Krise. Und hätte man das rechtzeitig erkannt, hätte man die Umwelt schützen und womöglich auch den betroffenen Jungen helfen können, ihr Leben weiterzuleben." 

    Aus einer Rezension von  "Amok im Kopf", einem Buch über Amokläufe an Schulen, das die Ermittler im Zimmer des Täter gefunden haben.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/23/2016 12:56:19 PM

    Auch das Smartphone-Warnsystem Katwarn war infolge der Massenpanik am Freitagabend in München völlig überlastet. "Wir sind an die Belastungsgrenze gestoßen. Das ist nicht gut - die Kritik ist berechtigt", sagte ein Sprecher am Samstag. Im Raum München hatten etwa 250 000 Menschen das System genutzt, insgesamt lassen sich etwa 1,5 Millionen Menschen von dem Dienst informieren.

    Über Katwarn können Behörden, Feuerwehren oder der Deutsche Wetterdienst die Bevölkerung vor Gefahren warnen. Das System wird auch für Unwetterwarnungen verwendet.  

    (Foto: Britta Pedersen / dpa)
  • von dpa-live Desk via dpa | 7/23/2016 1:01:21 PM

    Die Kanzlerin hat sich nach dem Amoklauf geschockt gezeigt und zugleich die Einsatzkräfte für ihre «hoch professionelle» Arbeit gelobt. «Sie waren und sind im besten Sinne Helfer und Beschützer der Bürgerinnen und Bürger», sagte Merkel in Berlin. Die Zusammenarbeit der Behörden Bayerns und des Bundes habe bestens funktioniert.


    Deutschland trauere «mit schweren Herzen um die, die nie mehr zu ihren Familien zurückkehren werden», so Merkel. Foto: Michael Kappeler, dpa
  • von dpa-live Desk | 7/23/2016 1:21:40 PM

    Merkel erinnerte aber auch an viele Gesten der Hilfe in München:

    Sie haben damit gezeigt, wie wir in einer freien und mitmenschlichen Gesellschaft zusammenleben.
  • von dpa-live Desk via dpa | 7/23/2016 1:23:21 PM

    Der Amokläufer war nach Worten von Bundesinnenminister de Maizière für die Sicherheitsbehörden zuvor ein unbeschriebenes Blatt. «Gegen ihn waren bisher keine polizeilichen Ermittlungen bekannt.» Deswegen habe es auch keine staatsschutzrelevanten Informationen gegeben. «Und es gibt auch keine Erkenntnisse der Nachrichtendienste über diese Person.»

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/23/2016 1:29:25 PM

    De Maizière bestätigte, dass der 18-jährige Deutsch-Iraner nach bisherigen Informationen «mit hoher Wahrscheinlichkeit» als Einzeltäter gehandelt habe.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/23/2016 1:32:37 PM

    Die Ermittler wollen vorerst keine Nationalität der Opfer nennen. «Ich halte mich an die Grundsatzlinie, dass wir die Nationalitäten erst angeben, wenn dies abschließend mit den Familienangehörigen abgesprochen ist», sagte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins. «Opferschutz hat hier allerhöchste Priorität.»


    Foto: Sven Hoppe, dpa
  • von dpa-live Desk via dpa | 7/23/2016 1:49:14 PM

    Staatskanzlei, Innenministerium und Finanzministerium in München haben in der Nacht etwa 100 verunsicherte Menschen vorübergehend aufgenommen. Allein in der bayerischen Regierungszentrale wurden etwa 20 bis 30 Menschen aufgenommen, Ältere und Kinder mit Getränken versorgt



  • von dpa-live Desk | 7/23/2016 2:00:09 PM
    Immer sind es Orte, an denen jeder von uns hätte sein können. So kann ich jeden verstehen, der heute mit Beklommenheit auf eine Menschenmenge zugeht, der im Hinterkopf die Frage hat, ob er dann sicher ist.

    Kanzlerin Merkel zum Amoklauf von München und den Taten von Nizza und Würzburg

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/23/2016 2:42:07 PM
    In der Wohnung des mutmaßlichen Attentäters hat die Polizei mehrere Bücher über Amokläufe gefunden. Eines davon stammt von Peter Langman: «Amok im Kopf - Warum Schüler töten». Einige der zentralen Aussagen:
    • Langman unterteilt die Täter in verschiedene Gruppen: Psychopathen (extrem narzisstisch, keine Empathie für andere Menschen, fühlen sich anderen oft überlegen), psychotische Täter (Wahnvorstellungen, Halluzinationen) und traumatisierte Amokläufer (schwere Kindheit mit Gewalt, Missbrauch oder Drogen, die Opfer fühlen sich oft ihr Leben lang bedroht).

    • Das Bild vom Schul-Amokläufer als Außenseiter trifft nicht zu.
    • Auch Gewalt in den Medien könne die Taten ebenfalls nicht hinreichend erklären.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/23/2016 2:59:55 PM

    Österreich verstärkt nach den Terrorakten in Nizza und Würzburg sowie dem Amoklauf in München seine Sicherheitsvorkehrungen. Unter anderem werde die Polizeipräsenz an Bahnhöfen, Flughäfen und besonders frequentierten öffentlichen Plätzen erweitert, kündigte Innenminister Wolfgang Sobotka an. 

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/23/2016 3:36:01 PM

    Am Freitagabend wurden Feldjäger der Bundeswehr in Bereitschaft versetzt. Die Bereitschaft sei aufrecht erhalten worden, so lange das Ausmaß des Anschlags nicht klar war, sagte Verteidigungsministerin von der Leyen der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Bundeswehreinsätze bei Terroranschlägen im Inneren sind umstritten. Seit Jahren wird über eine Grundgesetzänderung diskutiert, um solche Einsätze zu erleichtern.

  • von dpa-live Desk | 7/23/2016 3:45:56 PM

    Knapp 24 Stunden nach dem Amoklauf besucht Bundesinnenminister de Maizière (2.v.l.) den Tatort, gemeinsam mit seinem bayerischen Amtskollegen Joachim Herrmann (l) und Wilhelm Schmidbauer, dem Landespolizeipräsidenten in Bayern. Foto: Sven Hoppe, dpa
  • von dpa-live Desk via dpa | 7/23/2016 4:14:21 PM

    Beim Münchner Amoklauf stammen nach Angaben des Roten Kreuzes drei der neun Todesopfer aus Familien aus dem Kosovo, die sich kannten und nahestanden. Das Bayerische Rote Kreuz korrigierte seine anfängliche Mitteilung, es handele sich um drei Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren aus einer einzigen Familie.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/23/2016 4:27:07 PM

    Der US-Psychologe Peter Langman ist bestürzt darüber, dass im Zimmer des Amokläufer sein Buch «Amok im Kopf - Warum Schüler töten» gefunden wurde. «Das fühlt sich sehr merkwürdig an», sagte der Autor der «Berliner Morgenpost». Das Buch sei schon einmal bei einem Amokläufer gefunden worden - 2013 im US-Bundesstaat Colorado.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/23/2016 5:26:52 PM

    Der Amokläufer hat sich etwa zweieinhalb Stunden nach der Tat vor den Augen von Polizisten getötet. Nach Befragungen veröffentlichte die Polizei eine Mitteilung: «Gegen 20.30 Uhr hatte demnach eine Streife der Münchner Polizei nördlich des Olympia-Einkaufszentrums Kontakt zum mutmaßlichen Täter. Als Reaktion auf die Ansprache der Beamten zog er unvermittelt seine Schusswaffe, hielt sie sich an den Kopf und erschoss sich.»

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/23/2016 5:33:05 PM

    US-Außenminister John Kerry hat in einem Telefonat mit seinem deutschen Kollegen Frank-Walter Steinmeier sein Beileid nach dem Amoklauf bekundet und jede mögliche Hilfe bei den Ermittlungen angeboten. Die USA stünden im Kampf gegen solche Art von Gewalt fest an der Seite Deutschlands, sagte Kerry nach Angaben seines stellvertretenden Sprechers Mark Toner.


    Foto: US State Department/Archiv
  • von dpa-live Desk via dpa | 7/23/2016 7:14:23 PM

    Innenminister de Maizière hat sich dafür ausgesprochen, die Einsatzkonzepte der Polizei noch einmal unter die Lupe zu nehmen. «Das wird sicher jetzt noch einmal überprüft werden müssen», sagte er in der ARD mit Blick auch auf die Änderungen solcher Konzepte nach den Amokläufen an Schulen in Erfurt 2002 und Winnenden 2009.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/23/2016 8:01:36 PM

    Liebe Leserinnen und Leser, der LiveTicker vom
    Amoklauf in München endet an dieser Stelle. Vielen Dank fürs Dabeisein! Kommen
    Sie gut durch den Abend.

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