Die Entscheidung für Brexit ist gefallen

Großbritannien kehrt Europa den Rücken: 51,9% der Briten stimmten bei dem historischen Brexit-Referendum für einen Ausstieg aus der Europäischen Union. Hier gibt es live Infos, Hintergründe und Stimmen zum Thema.

  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 7:33:52 AM
    Cameron will noch drei Monate im Amt bleiben. Austrittsverhandlungen mit der EU sollten anschließend mit einem neuen Premierminister beginnen. «Das Land braucht ein neue Führung.»
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 7:35:54 AM
    Cameron beteuerte, er liebe sein Land. «Es ist mir eine Ehre, dass ich ihm gedient habe.»

  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 7:39:28 AM
    Großbritannien hat gestern darüber befunden, aus der Europäischen Union auszutreten. Dennoch ist die Sonne heute morgen wieder aufgegangen. Und so bedauerlich das eine ist, so beruhigend ist das andere.

    Bundestags-Präsident Norbert Lammert (CDU)
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 7:42:24 AM
    Angela Merkel hat die Partei- und Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsparteien für 11.30 Uhr zu Beratungen ins Kanzleramt eingeladen. An dem Treffen werden auch verschiedene Minister teilnehmen. Um 12.30 Uhr will die Kanzlerin eine Erklärung abgeben.
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 7:43:55 AM
    «Black Friday» an der Börse: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rutschte um 9 Prozent ab, genauso wie der französische CAC 40. An der Londoner Börse knickte der FTSE 100 um gut 8 Prozent ein. Damit erleben Europas Börsen die größten Verluste seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009.
  • von Valentin Gensch, dpa via dpa | 6/24/2016 7:46:15 AM

    EU-Parlamentspräsident Schulz will gleich vor die Presse treten.

  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 7:48:09 AM
    Die EU-Kommission und die Regierungen der Mitgliedsstaaten müssen sich jetzt für die Beschäftigten und ihre Familien und gegen eine weitere Polarisierung der Gesellschaften und soziale Spaltung einsetzen.

    DGB-Chef Reiner Hoffmann warnt vor einer weitere Polarisierung in Europa
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 7:49:02 AM
    Jan Böhmermann macht sich offenbar nichts aus der Warnung und witzelt über Invasionspläne:

  • von Christoph Dernbach, dpa | 6/24/2016 7:49:22 AM
    Der Labour-Politiker und Wissenschaftler John Clarke rechnet vor, dass Großbritannien in den wenigen Stunden nach der Brexit-Entscheidung mehr Geld verloren hat als es jemals durch wegfallende Zahlungen an die EU einsparen könnte.


  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 7:56:02 AM
    Die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, warnt vor Schnellschüssen: «Oberstes Gebot ist jetzt, einen kühlen Kopf zu bewahren.» In Großbritannien habe «Emotionalität gegen Rationalität gewonnen».
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 7:59:10 AM
    Mit vermutlich direkten Auswirkungen auf die Altersversorgung - nicht nur vieler Briten:

  • von Alexander Heinl, dpa via dpa | 6/24/2016 8:01:03 AM
    Milchschaum verlässt Tasse - in Tokio wird der "Brexit" kreativ verarbeitet.

  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 8:03:58 AM
    Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident François Hollande und EU-Gipfelchef Donald Tusk haben die Folgen der Entscheidung beraten. Dazu telefonierten die drei Politiker am Morgen rund 20 Minuten, wie die französischen Agentur AFP unter Berufung auf Informationen aus dem Élysée berichtet.
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 8:09:34 AM
    Großbritanniens Außenminister Philip Hammond hält eine Stabilisierung der Finanzmärkte jetzt für die entscheidende Aufgabe. «Wir müssen sofort versuchen, den Prozess in den Märkten zu stabilisieren.»

    «So viel wie möglich» müsse von den Handelsbeziehungen mit den EU-Ländern aufrechterhalten werden. Dies gelte auch für die Londoner City, einen der größten Finanzplätze der Welt.
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 8:16:32 AM
    Im Netz wird über Julian Assanges Zukunft spekuliert, der seit vier Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London lebt.

  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 8:18:36 AM
    Der Flugzeugbauer Airbus stellt seine Investitionspläne in Großbritannien auf den Prüfstand. Vorstandschef Tom Enders glaubt, da Land werde sich jetzt «noch mehr auf die Wettbewerbsfähigkeit seiner Wirtschaft gegenüber der EU und der gesamten Welt fokussieren. Aber natürlich werden wir unsere Investitionsvorhaben in Großbritannien überdenken, so wie jeder andere auch.»
  • von Dirk Wittenberg, dpa | 6/24/2016 8:22:41 AM
    Das Austritts-Votum ist nach den Worten von EU-Parlamentschef Martin Schulz ein schwieriger Augenblick für Großbritannien und die anderen EU-Staaten. «Beide Seiten sollten gegenseitig ihre unterschiedlichen Ansichten respektieren.» Das EU-Parlament werde bei den Austrittsverhandlungen eine aktive Rolle übernehmen.  Es sollte nun darüber debattiert werden, wie die EU verbessert und die Eurozone geschützt werden können.

    Foto: Rolex Dela Pena, epa/dpa/Archiv
  • von Dirk Wittenberg, dpa | 6/24/2016 8:25:21 AM
    Zehntausende Briten fordern nach dem knappen Sieg der Brexit-Befürworter eine zweite Volksabstimmung zur EU-Mitgliedschaft. Die Regierung beantwortet alle Anliegen, die auf mehr als 10.000 Unterschriften kommen; bei mehr als 100.000 Unterschriften wird das Anliegen zur Debatte im Parlament vorgeschlagen.

    Stand 10.28 Uhr 
  • von Alexander Heinl, dpa | 6/24/2016 8:37:32 AM
    Versteinerte Mienen, Schulterklopfen, Umarmungen - viele Abgeordnete im Europaparlament sind nach dem Votum der Briten traurig und bestürzt. Die Anspannung ist auch den Vorsitzenden der politischen Gruppen anzumerken, als sie zu einem Krisentreffen zusammenkommen.
  • von Alexander Heinl, dpa via dpa | 6/24/2016 8:42:23 AM
    Wer macht sich in diesen Zeiten schon Gedanken über Vornamen...

  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 8:46:08 AM
    Der AfD-Fraktionsvorsitzende in Thüringen, Björn Höcke, fordert eine Volksabstimmung über einen Verbleib Deutschlands in der Union: «Mit dem Austritt aus der EU haben die Briten den Weg des kollektiven Wahnsinns verlassen und sich für Demokratie und Volkssouveränität entschieden.»

    Höcke warnt vor dem «kollektiven Wahnsinn». Foto: Jens-Ulrich Koch, dpa/Archiv
  • von Alexander Heinl, dpa via dpa | 6/24/2016 8:52:52 AM
    Die Jugendorganisationen von SPD und Grünen demonstrieren vor dem Brandenburger Tor unter dem Motto "Europa hat Zukunft".

    Foto: Kay Nietfeld, dpa 
  • von Dirk Wittenberg, dpa | 6/24/2016 8:55:35 AM
    Chaotische Szenen vor dem Haus von Boris Johnson:

  • von Dirk Wittenberg, dpa | 6/24/2016 9:00:40 AM
    Das ländliche, provinzielle, arbeitende Großbritannien hat Nein gesagt zu der Union, die von der Finanzmafia, Globalisten und anderen geschaffen wurde.

    Russlands Vize-Parlamentschef Wladimir Schirinowski zur Entscheidung der Briten, aus der EU auszutreten.
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 9:07:34 AM
    Der britische Notenbankenchef Mark Carney hat die Bereitschaft zur Stabilisierung der Märkte betont. Man sei bereit, mehr als 250 Milliarden Pfund bereitzustellen, um die Funktionsfähigkeit der Märkte aufrechtzuerhalten.

     Foto: Michael Kappeler, dpa
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 9:09:59 AM
    CSU-Chef Horst Seehofer fordert nach dem Brexit-Votum einen Wandel der EU hin zu mehr Bürgernähe. Seine Partei wolle eine bürgernahe Europäische Union, in der die nationale Identität und die Eigenständigkeit der Regionen und Kommunen gewahrt blieben. «Wir setzen uns für eine Europäische Union ein, die Einheit in Vielfalt gestaltet, statt Zentralismus und Gleichmacherei.»
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 9:20:46 AM
    Über 80 Tory-Abgeordnete, die für den Brexit sind, haben Cameron in einem Brief aufgerufen, erstmal weiterzumachen - darunter auch der populäre Boris Johnson, dem Ambitionen auf den Premierjob nachgesagt werden.

    Viele hatten erwartet, dass Cameron im Falle des Brexit sofort die Brocken hinwirft. Doch das hätte man wie eine Flucht interpretieren können. Und es war schließlich Cameron, der das Referendum initiiert hatte.

    Foto: Michael Kappeler, dpa 
  • von Dirk Wittenberg, dpa | 6/24/2016 9:25:49 AM
    US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat den Briten zum Brexit-Votum gratuliert: «Im Grunde haben sie sich ihr Land zurückgeholt. Das ist eine großartige Sache.» Dass das Ergebnis seiner Kampagne hilft, kann er nur hoffen: «Ich habe gesagt, dass das passieren würde. Wir müssen sehen, aber es ist eine großartige Sache.»

    Trump ist gerade zu Besuch in Schottland. Foto: Nigel Roddis, epa/dpa
  • von Dirk Wittenberg, dpa | 6/24/2016 9:29:16 AM
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 9:37:35 AM
    Offenbar gibt es Pfund-Wechselprobleme in Griechenland:

  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 9:41:53 AM
    Vizekanzler Sigmar Gabriel verzichtet auf seinen für diesen Montag geplanten Besuch bei Russlands Präsident Wladimir Putin. Er will stattdessen bei Gesprächen der europäischen Sozialdemokraten in Paris dabei sein, zu denen Frankreichs Präsident Francois Hollande eingeladen habe.

    Foto: Wolfgang Kumm, dpa 
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 9:46:36 AM
    Großbritanniens Votum für den Brexit ändert laut Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg nichts an der Stellung des Landes im westlichen Verteidigungsbündnis: «Das Vereinigte Königreich bleibt ein starker und engagierter Nato-Verbündeter und wird weiterhin seine Führungsrolle in unserer Allianz spielen.»
  • von Dirk Wittenberg, dpa | 6/24/2016 9:51:47 AM
    Ich erwarte, dass als Konsequenz aus dem heutigen Tag auch in der Bundesregierung noch einmal neu debattiert wird, wie unsere Investitionen in die Zukunft Europas - gemeinsam mit anderen - die Lage der Menschen verbessern können.

    SPD-Chef Sigmar Gabriel geht auf Distanz zur bisherigen Krisenpolitik von Kanzlerin Angela Merkel
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 10:00:21 AM
    Bicycle-Widerstand gegen Boris Johnson

  • von Alexander Heinl, dpa | 6/24/2016 10:08:33 AM
    Die Reaktionen im Pro- und im Kontra-Brexit-Lager:

      «Das britische Volk hat für den Austritt votiert. Und dieser Wille muss respektiert werden», sagte Premier Cameron bei seiner Rücktrittsverkündung. Foto: Michael Kappeler, dpa
    Der britische Rechtspopulist Nigel Farage frohlockt: «Die EU versagt, die EU stirbt.» Foto: Hannah Mckay, dpa/epa 
    Der Chef der Labour-Partei, Jeremy Corbyn, spricht sich für einen raschen Beginn von Austrittsverhandlungen mit der EU aus. Foto: Hannah Mckay, dpa/epa 
    Brexit-Wortführer Boris Johnson spricht von einem «Unabhängigkeitstag» für Großbritannien. Foto: Andy Rain, dpa/epa 
     
     

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  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 10:11:43 AM
    Die Spitzenvertreter der Europäischen Union fordern Großbritannien auf, «so schnell wie möglich» Konsequenzen aus dem Brexit-Referendum zu ziehen. «Jede Verzögerung würde die Unsicherheit unnötig verlängern», teilten EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, EU-Ratspräsident Donald Tusk, EU-Parlamentschef Martin Schulz und der niederländische Regierungschef Mark Rutte schriftlich mit. 


  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 10:15:30 AM
    Die AfD sieht die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin als Hauptgrund für den EU-Austritt Großbritanniens. Partei-Vize Alexander Gauland glaubt, «Frau Merkel hat mit ihren offenen Grenzen die Briten aus der Europäischen Union vertrieben.»

    Foto: Jörg Carstensen, dpa
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 10:17:41 AM
    Die Kursschwankungen sollten Anleger nicht zu überstürztem Handeln veranlassen. Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz rät zu Gelassenheit: Er rechne zwar in den kommenden Tagen mit «mittleren Börsenbeben». Langfristig sollten die Auswirkungen des Brexits für Anleger aber gering ausfallen.
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 10:23:53 AM
    Der britische Premierminister David Cameron hat Queen Elizabeth II. im Buckingham-Palast über seinen bevorstehenden Rücktritt informiert. Es ist üblich, dass der Premierminister das Staatsoberhaupt über wesentliche Vorgänge in der Regierung informiert. Cameron ist bereits der 13. Premierminister, den die 90 Jahre alte Königin kommen und gehen sieht.
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 10:26:12 AM
    So geht es jetzt weiter:

    Grafik: R. Mühlenbruch 
  • von Dirk Wittenberg, dpa | 6/24/2016 10:36:05 AM
    Es gibt nichts schönzureden: Das ist ein bitterer Tag für Europa

    Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zum britischen EU-Entscheid.
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 10:38:11 AM
    In Deutschland werden erst einmal grundsätzliche Fragen gegoogelt: 


  • von Dirk Wittenberg, dpa | 6/24/2016 10:42:34 AM
    Sobald Großbritannien die EU verlässt, werden das auch die Menschen in Deutschland zu spüren bekommen. Eine Übersicht zu möglichen Folgen:
    • Sobald Großbritannien kein EU-Mitglied mehr ist, könnten auf Reisende höhere Mobilfunkkosten zukommen. Innerhalb der EU sollen 2017 zwar die Roaming-Kosten komplett entfallen. Für Großbritannien müssen Anbieter diese Vorgabe aber theoretisch nicht umsetzen.
    • Der Brexit macht ein Studium für Deutsche in Großbritannien möglicherweise deutlich teurer.
    • Ob der Personalausweis auch künftig reicht oder ob der Reisepass oder sogar ein Visum erforderlich ist, lässt sich noch nicht absehen.
  • von Dirk Wittenberg, dpa | 6/24/2016 10:44:12 AM
    Nein!

    EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf die Frage einer Journalistin, ob der Brexit der Anfang vom Ende der Europäischen Union sei.
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 10:51:13 AM
    Die schottische Regierungspartei SNP trachtet nach einem zweiten Volksentscheid zur Loslösung vom Königreich. Parteichefin Nicola Sturgeon stellt klar: «Ein zweites Unabhängigkeitsreferendum ist nun höchstwahrscheinlich.» Die europafreundliche SNP war 2014 mit einem ersten Versuch, die Unabhängigkeit von Großbritannien zu erreichen, knapp gescheitert.
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