Die Entscheidung für Brexit ist gefallen

Großbritannien kehrt Europa den Rücken: 51,9% der Briten stimmten bei dem historischen Brexit-Referendum für einen Ausstieg aus der Europäischen Union. Hier gibt es live Infos, Hintergründe und Stimmen zum Thema.

  • von Desk | 6/23/2016 8:30:22 PM
    Der britische Premier hat vor einer knappen halben Stunde erneut dazu aufgerufen, sich an der Abstimmung zu beteiligen: 


  • von Simon Kremer, dpa via dpa | 6/23/2016 8:41:57 PM
    Offizielle Zahlen zur Wahlbeteiligung gibt es derzeit noch nicht. Wie der britische Journalist Kevin Schofield aber schreibt, sei die Beteiligung in einigen Regionen des Landes «erstaunlich hoch».


  • von Desk via dpa | 6/23/2016 8:42:17 PM
    Blick auf die Börse: Der Optimismus der Anleger hinsichtlich eines Verbleibs Großbritanniens in der EU liefert der Wall Street kräftigen Rückenwind. Der Dow Jones Industrial überwand wieder die Marke von 18.000 Punkten und schloss mit einem Plus von 1,29 Prozent bei 18.011,07 Punkten. Die Sorgen wegen eines möglichen Brexits und dessen Folgen, die das Börsenbarometer in der vergangenen Woche noch unter die Marke von 17.500 Punkten gedrückt hatten, scheinen vergessen.
  • von Simon Kremer, dpa via dpa | 6/23/2016 8:48:45 PM
    Die ersten Wahllokale haben offenbar geschlossen! Und zwar im britischen Überseegebiet Gibraltar. Wie ein lokaler Fernsehsender berichtet, haben 83,64 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Und auch bei den Briefwählern sei der Rücklauf mit mehr als 92 Prozent sehr hoch. 


  • von Desk via dpa | 6/23/2016 8:53:02 PM
    Er hat sich ziemlich viel Zeit gelassen mit seiner Stimmabgabe: Der frühere Londoner Bürgermeister Boris Johnson, Befürworter eines Austritts Großbritanniens aus der EU, hat vor einigen Minuten seine Stimme in einem Wahllokal im Londoner Stadtteil Islington abgegeben. Begleitet wurde er von seiner Frau Marina Wheeler.

    Foto: Michael Kappeler, dpa 
  • von Simon Kremer, dpa | 6/23/2016 9:02:02 PM
    In diesem Moment schließen die Wahllokale. Wer in der Schlange steht, darf seine Stimme noch abgeben.

     
  • von Desk | 6/23/2016 9:07:23 PM
    Beim Brexit-Referendum zeichnet sich nach einer ersten Wählerbefragung des Institutes YouGov eine Mehrheit für einen Verbleib in der EUab. Demnach sprachen sich 52 Prozent der britischen Wähler dafür aus, in der EU zu bleiben, und 48 Prozent dagegen. Die YouGov-Befragung, die unmittelbar nach Schließung der Wahllokale vom Sender Sky News veröffentlicht wurde, entspricht jedoch nicht den Kriterien einer klassischen Wahlprognose und hat auch keine entsprechend hohe Verlässlichkeit.  

    Eine ähnliche Befragung hatte beim Schottland-Referendum im Jahr 2014 richtig gelegen. Bei der britischen Parlamentswahl 2015 allerdings hatten die Meinungsforscher mit dieser Methode daneben gelegenDie britische Wahlkommission will ein Endergebnis erst morgen früh bekanntgeben. Belastbare Auszählungsergebnisse könnten allerdings schon während der Nacht zu einem klareren Bild führen. 

  • von Simon Kremer, dpa | 6/23/2016 9:14:54 PM
    Kurz nach der ersten Prognose zeigt sich der Chef der EU-kritischen UKIP, Nigel Farage, sichtlich angeschlagen und äußert sich pessimistisch zum Ausgang des Referendums. «Es sieht so aus, als sei die Wahlbeteiligung außerordentlich hoch und es scheint, als würden die EU-Befürworter knapp gewinnen», so Farage im Gespräch mit dem britischen Fernsehsender Sky News zufolge. Es sei eine außergewöhnliche Kampagne gewesen, sagt er. Seine Partei und er würden aber bleiben und in Zukunft nur noch stärker werden.
  • von Desk | 6/23/2016 9:20:13 PM
    Es wird fleißig ausgezählt, wie hier in der schottischen Haupstadt Edinburgh:
     
  • von Simon Kremer, dpa | 6/23/2016 9:21:05 PM
    Der britische Premierminister David Cameron bedankt sich bei allen Wählern, die für einen Verbleib in der EU gestimmt haben.


  • von Christoph Dernbach, dpa via dpa | 6/23/2016 9:22:04 PM
    Die Wahlbeteiligung war ersten Schätzungen zufolge sehr hoch:


  • von Desk via dpa | 6/23/2016 9:26:37 PM
    An den Devisenmärkten wird mit einem Sieg des Pro-EU-Lagers gerechnet: Das Pfund verzeichnet nach Bekanntgabe der YouGov-Befragung ein deutliches Kurs-Plus. Finanzexperten gehen davon aus, dass das Pfund bei einer Mehrheit für den EU-Austritt dramatisch abstürzen könnte.

    Foto: Andy Rain, epa/dpa/Archiv 
  • von Simon Kremer, dpa via dpa | 6/23/2016 9:28:35 PM
    Die Kampagne «Leave EU» hat dem britischen Journalisten Jim Waterson zufolge in den vergangenen 48 Stunden auch eine Befragung durchgeführt. Das Ergebnis: 52 Prozent stimmen für «Leave», 48 Prozent für ein Verbleib in der EU. 


  • von Christoph Dernbach, dpa via dpa | 6/23/2016 9:41:16 PM

    Bei YouGov sehen die Umfragewerte genau andersherum aus: Remain 52 %, Leave 48 %.

  • von Christoph Dernbach, dpa | 6/23/2016 9:42:37 PM
    Das wird noch eine spannende Nacht werden. Die Umfrage-Ergebnisse sind «to close to call».
  • von Desk via dpa | 6/23/2016 9:43:59 PM
    Simone Peter, Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen:


  • von Simon Kremer, dpa via dpa | 6/23/2016 9:50:14 PM
    Nach Premier David Cameron bedankt sich auch Londons Ex-Bürgermeister und EU-Gegner Boris Johnson bei allen, die abgestimmt haben. Aber auch er hält sich mit einer Einschätzung zurück, in welche Richtung das Ergebnis gehen könnte. 


  • von Desk via dpa | 6/23/2016 9:53:03 PM
    Weitere Umfrage, diesmal vom Marktforschungsinstitut Ipsos MORI. Die Befragung wurde allerdings gestern und heute durchgeführt. Auch hier liegen die Brexit-Gegner vorn:


  • von Simon Kremer, dpa | 6/23/2016 9:53:14 PM
    Es wird noch eine Weile dauern, bis alle Stimmen ausgezählt sind. Mit einem klaren Bild der tatsächlichen Auszählung wird erst in ein paar Stunden gerechnet. Bis gegen 06.00 Uhr unserer Zeit soll ein Großteil der wichtigen Stimmbezirke ausgezählt sein, berichtet die BBC. Dann könnte sich ein nicht mehr umkehrbares Ergebnis herauskristallisieren.


  • von Simon Kremer, dpa | 6/23/2016 9:55:47 PM
    Die britische Boulevard-Zeitung «Daily Mirror» hat schon die ersten Exemplare für morgen früh in den Druck gegeben: Egal wie das Ergebnis ausgehe, jetzt müsse man wieder zueinander finden!

  • von Simon Kremer, dpa via dpa | 6/23/2016 9:59:59 PM
    Die britische «Sun», die in den vergangenen Tagen offensiv für den «Brexit» geworben hatte, zitiert auf ihrer morgigen Titelseite Ukip-Chef Farage, der kurz nach den ersten Umfrageergebnissen von einer Niederlage gesprochen hatte: 


  • von Desk | 6/23/2016 10:04:02 PM
    84 konservative Abgeordnete, die pro Brexit sind, fordern nach Angaben eines Parlamentariers Premierminister David Cameron zum Verbleib im Amt auf. Er solle in jedem Fall weiterhin Premier bleiben, wie auch immer das Referendum ausfalle, heißt es in dem Brief, den der konservative Abgeordnete Robert Syms auf Twitter veröffentlicht. Unter den Abgeordneten, die den Brief unterzeichnet haben, ist auch Boris Johnson, Camerons ärgster Gegenspieler im Wahlkampf. 

  • von Simon Kremer, dpa | 6/23/2016 10:23:16 PM
    Österreichs Außenminister Sebastian Kurz verdingt sich derzeit offenbar auch noch als «Wahlbeobachter». Er besucht den britischen Abgeordneten Mark Field bei der Stimmauszählung. Gestern noch hatte Kurz sich für einen Verbleib Großbritanniens in der EU ausgesprochen. Dies sei in vielerlei Hinsicht ein Gewinn, so Kurz im Gespräch dem Sender n-tv: «Ein Europa ohne die Briten wäre definitiv wirtschaftspolitisch, außenpolitisch und sicherheitspolitisch wesentlich schwächer als heute.» 


  • von Simon Kremer, dpa via dpa | 6/23/2016 10:30:44 PM
    Gesteht Ukip-Chef Nigel Farage bereits eine Niederlage ein oder nicht? Erst äußerte er sich im britischen Fernsehen skeptisch, dass die «Brexit»-Befürworter gewinnen würden, nun rudert er wieder zurück. Jetzt berichtet der Branchendienst «IB Times» aber, dass Farages' Einschätzung der Niederlage nicht ohne Grundlage gewesen sei:


  • von Desk via dpa | 6/23/2016 10:36:03 PM
    In Kürze wird das erste offizielle Ergebnis erwartet, aus dem britischen Überseegebiet Gibraltar.
  • von Desk via dpa | 6/23/2016 10:43:29 PM
    Und da ist das Ergebnis: Als erster der 382 Wahlkreise hat Gibraltar seine Ergebnisse bekanntgegeben. Die Bürger von Gibraltar haben sich mit überwältigender Mehrheit für den Verbleib in der EU ausgesprochen. 19.322 der 20.172 abgegebenen Stimmen und damit 95,9 Prozent waren für den Verbleib, teilt der Wahlleiter mit. Der Ausgang war in dieser Form erwartet worden. Das an Spanien grenzende Gebiet ist in hohem Maße vom Zugang zur EU abhängig.
  • von Desk | 6/23/2016 10:45:49 PM
    EU-Kommissar Günther Oettinger appelliert an die Briten, sich an einer gemeinsamen europäischen Außenpolitik zu beteiligen. Um die «die Fluchtgründe des nächsten Jahrzehnts» zu vermeiden, müssten die notwendigen Schritte «zwischen London, Brüssel und Berlin» abgestimmt werden, so der Kommissar für Digitale Wirtschaft in der ZDF-Sendung «Maybrit Illner» anlässlich des EU-Referendums der Briten. Der Zustrom von Flüchtlingen nach Europa war eines der Argumente des Brexit-Lagers für den EU-Austritt. Oettinger verweist darauf, dass Großbritannien viele Fluchtursachen mitverursacht habe, unter anderem nannte er die Kolonialisierung und den Irak-Krieg.
  • von Simon Kremer, dpa via dpa | 6/23/2016 10:49:02 PM
    In einer Halle im Osten Englands wird die Auszählung der Stimmen kurz unterbrochen, wie eine Radioreporterin von «ITV» berichtet. Es habe eine Schweigeminute für Jo Cox gegeben. Die Abgeordnete war eine Fürsprecherin für einen Verbleib in der EU und war in der vergangenen Woche getötet worden.


  • von Desk via dpa | 6/23/2016 10:53:26 PM
    Die nächste EU-Gegnerin spricht bei «Sky News» von einer Niederlage: Theresa Villiers, Ministerin für Nordirland: 

    Mein Instinkt sagt mir, dass die Befürworter eines EU-Verbleibs gewonnen haben.
    Foto: Will Oliver, epa/dpa/Archiv 

  • von Desk | 6/23/2016 11:02:52 PM
    Die englische Fußball-Ikone Gary Lineker hat eine eindeutige Meinung über EU-Gegner und Ukip-Chef Nigel Farage:


  • von Simon Kremer, dpa via null | 6/23/2016 11:04:27 PM
    Nigel Farage, Anführer der Brexit-Befürworter, gibt sich weiter kampflustig: Der euro-skeptische Geist sei jetzt aus der Flasche befreit - egal, wie die Auszählung ausgehe, sagte Farage bei einer Pressekonferenz.  
     
  • von Michael Donhauser, dpa | 6/23/2016 11:06:39 PM
    Ein weiteres Ergebnis liegt vor: In Newcastle haben die Wähler knapp für einen EU-Verbleib gestimmt.
  • von Desk via dpa | 6/23/2016 11:11:22 PM
    Hier die genauen Zahlen aus Newcastle. Die Wahlbeteiligung liegt bei 68 Prozent.
  • von Desk via dpa | 6/23/2016 11:16:42 PM
    Und auch das Ergebnis aus den Orkney Islands liegt vor. Die Inselbewohner haben sich klar für einen Verbleib in der Europäischen Union ausgesprochen. Nochmals zur Info: Insgesamt müssen 382 Wahlkreise ausgezählt werden.
  • von Simon Kremer, dpa via dpa | 6/23/2016 11:23:08 PM
    Ester Sieg für die Brexit-Befürworter: In Sunderland stimmen 61 Prozent für einen EU-Austritt:


  • von Simon Kremer, dpa via dpa | 6/23/2016 11:33:53 PM
    Zwischendurch erneut ein Blick auf die Finanzmärkte - sie reagieren nervös auf jede einzelne Auswertung der Wahlbezirke. Das britische Pfund verliert im Gegensatz zum US Dollar sofort 3,5 Prozent, kurz nachdem das für die EU-Gegner großartige Ergebnis aus Sunderland bekannt wird. 
  • von Michael Donhauser, dpa | 6/23/2016 11:56:53 PM
    Starke Auftritte der Brexit-Befürworter in Newcastle und Sunderland - das britische Pfund verliert noch mehr und liegt inzwischen bei Minus sechs Prozent. Laut Bloomberg ist dies der stärkste Einbruch seit 2008.
  • von Desk via dpa | 6/23/2016 11:59:40 PM
    Weiterer Erfolg für die Brexit-Befürworter. In Swindon stimmen die Wähler für einen Abschied aus der EU:

  • von Desk via dpa | 6/24/2016 12:06:47 AM
    Der Chef der rechtspopulistischen niederländischen Freiheits-Partei (PVV), Geert Wilders, glaubt, dass mit dem britischen Referendum ein Prozess in Europa begonnen hat, der zur Spaltung der EU führen wird. «Man kann den Geist nicht mehr in die Flasche bekommen. Das Ende der EU hat schon begonnen, unabhängig davon, wie sich die Briten entscheiden», meint Wilders im Fernsehsender Phoenix. Er selbst werde alsbald in seinem Land eine entsprechende Kampagne für den Austritt auf den Weg bringen. «Die totalitäre europäische Planung muss aufhören.»

    Foto: Martijn Beekman, epa/dpa
  • von Desk via dpa | 6/24/2016 12:09:31 AM
    Nach und nach trudeln weitere Ergebnisse ein, zur Freude der Pro-Brexit-Wähler. Brouxbourne und Kettering stimmen für einen EU-Austritt.
  • von Desk via dpa | 6/24/2016 12:13:02 AM
    Noch einmal Gary Lineker: Angesichts der sich abzeichnenden Zitterpartie zieht die englische Stürmer-Legende fußballerische Lösungen in Betracht. Der 55-jährige schreibt auf Twitter: 

    Das Referendum ist eng. Wenn es 50/50 ausgeht, gibt es dann Elfmeter-Schießen? Können wir dann ein paar Deutsche rüberholen?

    Falls in Vergessenheit geraten: Deutschland hat die Engländer bei der Weltmeisterschaft 1990 und bei der Europameisterschaft 1996 per Elfmeterschießen aus dem Turnier gekickt, jeweils im Halbfinale.

  • von Desk via dpa | 6/24/2016 12:18:25 AM
    Siege für das «Remain»-Lager auf Shetland Islands und in West Dunbartonshire.
  • von Desk via dpa | 6/24/2016 12:19:35 AM
    Und auch in South Tyneside stimmen die Wähler für einen Verbleib in der Europäischen Union.
  • von Desk via dpa | 6/24/2016 12:26:59 AM
    Und auf diese Damen und Herren kommt es an: Wahlhelfer beim Auszählen der Stimmen.

    Foto: Anthony Devlin, epa/dpa
  • von Desk | 6/24/2016 12:29:10 AM
    Auch die schottische Stadt Dundee stimmt für einen EU-Verbleib. Im nordirischen Lagan Vallay haben die Wähler hingegen mehrheitlich für einen Brexit gestimmt. 
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