Die Entscheidung für Brexit ist gefallen

Großbritannien kehrt Europa den Rücken: 51,9% der Briten stimmten bei dem historischen Brexit-Referendum für einen Ausstieg aus der Europäischen Union. Hier gibt es live Infos, Hintergründe und Stimmen zum Thema.

  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/23/2016 9:43:59 AM
    Guten Tag und herzlich willkommen im LiveTicker zum britischen EU-Referendum!
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/23/2016 9:44:33 AM
    Das Verhältnis Großbritanniens zu Festland-Europa ist traditionell distanziert, Brüssel muss oft als Sündenbock herhalten. Nun werden die Briten entscheiden, ob sie die EU verlassen wollen - die Rede ist vom «Brexit».
  • von Desk | 6/23/2016 9:46:18 AM
    Seit 8.00 Uhr wird in den Wahllokalen auf der Insel abgestimmt. Bis 23.00 Uhr unserer Zeit müssen sich die Briten entscheiden: «Remain» oder «Brexit»? Hochrechnungen wird es keine geben, sondern nur Nachwahlbefragungen. 

    In der Nacht ab 3.00 Uhr könnten aufgrund der Einzelresultate erste Tendenzen sichtbar werden. Morgenfrüh könnte es eine erste Prognose geben. Wir halten Sie hier an dieser Stelle rund um die Uhr mit allem Wissenswerten über das historische EU-Referendum in Großbritannien auf dem Laufenden! 
  • von Michael Kappeler, dpa via dpa | 6/23/2016 9:46:56 AM

    In Westminster zeigen Schilder zu den Wahllokalen. Hier hat auch Premier Cameron abgestimmt. Foto: Michael Kappeler, dpa

  • von Alexander Heinl, dpa via dpa | 6/23/2016 9:50:17 AM
    Ohne viele Worte an wartende Journalisten hat Cameron seine Stimme abgegeben. «Guten Morgen» war das Einzige, was er sagte, als er in der Nähe von Downing Steeet 10 zur Wahlurne ging. Nicht einmal zum schlechten Wetter wollte sich der Premier äußern, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA.
     
    Foto: Michael Kappeler, dpa
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/23/2016 1:30:33 PM
    Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan greift die EU scharf an und bringt ein Referendum nach dem Beispiel Großbritanniens über die Fortsetzung der Beitrittsgespräche mit Ankara ins Spiel:

    Wir könnten fragen, sollen die Gespräche mit der Europäischen Union fortgesetzt werden oder nicht.
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/23/2016 1:39:23 PM
    Schon mehrere europakritische Volksentscheide haben in der EU für Turbulenzen gesorgt:

    2005 ließen die Franzosen den Entwurf für eine EU-Verfassung scheitern. Knapp drei Jahre später stimmte das Parlament für den Lissabon-Vertrag - ohne einen weiteren Volksentscheid. Foto: Olivier Hoslet, epa/dpa/Archiv
    Die Iren stimmten dem Vertrag von Lissabon 2009 mit überraschend großer Mehrheit zu - allerdings erst im zweiten Anlauf. Ein Jahr zuvor hatte eine Mehrheit dagegen votiert und die EU in eine politische Krise gestürzt. Foto: Aidan Crawley, epa/dpa/Archiv
    Inmitten der Schuldenkrise erteilten die Griechen den Sparvorgaben im Juli 2015 eine klare Absage. Regierungschef Alexis Tsipras hatte für ein negatives Votum bei dem Referendum geworben. Foto: Orestis Panagiotou, epa/dpa/Archiv
    Im April 2016 votieren die Niederländer gegen ein Partnerschaftsabkommen der EU mit der Ukraine, das die übrigen 27 EU-Mitgliedstaaten schon ratifiziert haben. Europakritische Initiativen hatten das rechtlich nicht bindende Referendum erzwungen. Foto: Bart Maat, epa/dpa/Archiv
     
     

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  • von Michael Kappeler, dpa | 6/23/2016 1:41:00 PM

    Die britischen Nachmittagszeitungen sehen die Remain-Kampagne vorn.

  • von Dirk Wittenberg, dpa | 6/23/2016 2:08:35 PM
    Es ist übrigens nicht das erste britische Referendum - nur der Begriff «Brexit» ist neu: 1975 sprachen sich 67,2 Prozent für einen Verbleib in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) aus.

  • von Michael Kappeler, dpa via dpa | 6/23/2016 2:13:15 PM

    Vieles hat sich seitdem geändert. Manches sieht in London heute noch aus wie damals.

  • von Alexander Heinl, dpa via dpa | 6/23/2016 2:22:50 PM
    Die Briten wetten bekanntlich gerne - auch der Ausgang des Referendums elektrisiert die Spieler und Buchmacher.

    Foto: Michael Kappeler, dpa 
  • von Dirk Wittenberg, dpa | 6/23/2016 4:13:33 PM
    Whistleblower Edward Snowden sieht im Ablauf der Brexit-Kampagne einen Beweis dafür, wie beeinflussbar das Wahlvolk ist. Welche Hälfte der Briten seiner Meinung nach gegen sich selbst stimmt, lässt er offen.

  • von Dirk Wittenberg, dpa | 6/23/2016 4:25:05 PM
    Vernunft oder Tragödie? Der Inhaber des Shops «British Foods und English Books» in Hamburg hat zu einer «Brexit-Party» geladen, um für einen Verbleib Großbritanniens in der EU zu werben. Foto: Bodo Marks, dpa
  • von Michael Donhauser, dpa via null | 6/23/2016 5:52:22 PM

    Die Buchmacher haben die Brexit-Quoten nochmal in Richtung EU-Verbleib korrigiert. Wer acht Pfund einsetzt kriegt im Erfolgsfälle nur neun Pfund zurück.

  • von Meyer.Christoph via dpa | 6/23/2016 5:55:50 PM

    Es wird um jede einzelne Stimme gekämpft: Diese beiden Mitglieder der Kampagne «Britain stronger in Europe» (Großbritannien stärker in Europa) versuchen an einem Londoner Bahnhof Pendler vom Wählen zu überzeugen, die sich von der Arbeit auf den Heimweg machen.

  • von Desk | 6/24/2016 2:33:12 AM
    Bei der Auszählung zeigen sich die regionalen UnterschiedeSchottland will überwiegend in der EU bleiben, während viele Bezirke im Süden und Osten Englands für einen Austritt sind. London ist mehrheitlich gegen den Brexit. Aber reichen die vielen Stimmen in der Hauptstadt, um sich gegen die vielen Stimmen der ländlicheren Gegenden zu behaupten?
     
     
  • von Simon Kremer, dpa via null | 6/24/2016 2:45:58 AM
    Im Wahlbezirk Sheffield dachten viele Beobachter, dass die Stadt sich für einen Verbleib in der EU aussprechen würde. Doch 51 Prozent der Wähler stimmten für «leave». UKIP-Chef Nigel Farage, der sich nach den ersten Prognosen gestern Abend schon geschlagen gegeben hatte, schöpft neue Hoffnung.
     
  • von Simon Kremer, dpa | 6/24/2016 4:27:39 AM
    Die EU-Gegner feiern ihren Sieg! «Die Menschen haben gesprochen - wir schauen vorwärts in eine strahlende Zukunft als freie, unabhängige Nation!»


  • von Desk via dpa | 6/24/2016 4:28:03 AM
    Beim britischen Boulevard-Blatt «Daily Mirror» wurden die Druckerpressen noch einmal neu angeschmissen. Wie schnell sich die Dinge ändern: In der Nacht verbreitete das Blatt noch diese Titelseite: 


    Heute sieht die Titelseite dann ganz anders aus:. 


  • von Desk via dpa | 6/24/2016 4:29:43 AM
    Der Chef der EU-skeptischen Ukip-Partei, Nigel Farage, zum Ausgang des Brexit-Referendums:

    Wir werden das geschafft haben, ohne kämpfen zu müssen - ohne dass auch nur eine einzige Kugel abgefeuert werden musste.
    Foto: Michael Kappeler, dpa 
  • von Desk via dpa | 6/24/2016 4:32:17 AM
    Deutsche Parlamentarier der EU-skeptischen EKR-Fraktion im Europaparlament fordern nun angesichts des Brexit-Referendums tiefgreifende Reformen. «Die Subsidiarität muss wieder höchste Priorität bekommen. Sollte die EU diesen Schock nicht zu umfassenden Reformen nutzen, sollte Deutschland Großbritannien folgen und ebenfalls austreten», sagt der Alfa-Abgeordnete Joachim Starbatty. «Wir haben in der EU einen lauten Knall gehört. Das Gebäude hat gezittert, jetzt müssen wir dafür sorgen, dass es nicht komplett einstürzt», so Bernd Kölmel.
  • von Desk via dpa | 6/24/2016 4:33:32 AM
    Der drohende Austritt Großbritanniens aus der EU lässt die Kurse der britischen Banken einbrechen. An der Börse in der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong, wo einige der Finanzwerte gehandelt wird, geht es prozentual zweistellig abwärts. HSBC-Aktien verlieren bis zu 11,3 Prozent - das ist der heftigste Verlust seit sieben Jahren und damit den Zeiten der Finanzkrise. Die Papiere des Versicherers Prudential knickten um bis zu 11,1 Prozent ein und die Aktien des Finanzkonzerns Standard Chartered sogar um bis zu 12,5 Prozent. An den Vortagen hatten sich Bankaktien in Erwartung eines britischen Verbleibs in der EU deutlich erholt.
  • von Desk via dpa | 6/24/2016 4:40:20 AM
    Sie waren offenbar erfolgreich mit ihrer Brexit-Kampagne. Die Titelseite vom Boulevardblatt «The Sun». Die meistgelesene Zeitung der Insel rief vor einigen Tagen ihre Leser dazu auf, für einen EU-Austritt zu stimmen. 


  • von Michael Kappeler, dpa via dpa | 6/24/2016 4:41:01 AM

    Downing Street 10: Der britische Premier David Cameron will hier in Kürze vor die Presse treten.

  • von Simon Kremer, dpa via dpa | 6/24/2016 4:42:57 AM
    Ein letzter Blick zu den englischen Buchmachern. Hier ist alles klar! Der Londoner Wettanbieter «betfair» gibt dem Remain-Lager absolut keine Chance mehr:

  • von Desk via dpa | 6/24/2016 4:45:09 AM
    Es sieht so aus, als ob Europas schlimmster Alptraum Wahrheit geworden ist. (...Es steht ein langer, schwieriger und dreckiger Scheidungsprozess an. 

    Angesichts des sich abzeichnenden Brexits rechnet ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski mit harten Zeiten für Europa. 
    Sollte sich das Ergebnis bewahrheiten, würden die wirtschaftlichen und politischen Folgen noch lange zu fühlen sein.
  • von Desk via dpa | 6/24/2016 4:47:57 AM
    Der Chef der rechtspopulistischen niederländischen Partei für die Freiheit, Geert Wilders, fordert nach der britischen Volksabstimmung ein EU-Referendum auch in seinem Land. «Bye bye Brüssel», jubelt er angesichts des Vorsprungs für das Brexit-Lager in Großbritannien auf Twitter. «Und die Niederlande werden die Nächsten sein!» Bereits gestern hatte Wilders im Fernsehsender Phoenix gesagt: «Man kann den Geist nicht mehr in die Flasche bekommen. Das Ende der EU hat schon begonnen, unabhängig davon, wie sich die Briten entscheiden.»


  • von Desk via dpa | 6/24/2016 4:49:14 AM
    Die irisch-nationalistische Partei Sinn Fein fordert eine Abstimmung über eine Wiedervereinigung Irlands. Ein solches Referendum zur Abschaffung der irischen Grenze sei ein «demokratischer Imperativ», sollte Nordirland für einen Verbleib in der EU gestimmt haben, berichtet unter anderem der Sender Sky News unter Berufung auf Parteiquellen. «Die britische Regierung hat (...) jedes Mandat, die Interessen der Menschen in Nordirland zu repräsentieren, verloren», zitiert die «Irish Times» den Sinn-Fein-Vorsitzenden Declan Kearney. Nordirland hat der BBC zufolge mit 55,7 Prozent für einen Verbleib in der EU gestimmt. Das Brexit-Lager schnitt damit aber stärker ab als erwartet.
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 4:54:02 AM
    Möge der 23. Juni als unser Unabhängigkeitstag in die Geschichte eingehen.

    Nigel Farage, Chef der EU-feindlichen Partei Ukip
  • von Dirk Wittenberg, dpa | 6/24/2016 5:01:34 AM
    Briten stimmen für Ausstieg aus Europäischer Union

  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 5:03:03 AM
    Mit 16,8 Millionen Stimmen ist der der Vorsprung des Brexit-Lagers nun uneinholbar.
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 5:04:44 AM
    Jetzt kann nur noch Harry Potter helfen:

  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 5:05:42 AM
    Der Dax könnte kurzfristig in den Bereich zwischen 85000 bis 8000 Punkte einbrechen.

    Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Traud rechnet mit massiven Kursverlusten am deutschen Aktienmarkt
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 5:09:42 AM
    Die asiatischen Börsenindizes sind weiter im Sinkflug. Foto: Kiyoshi Ota, epa/dpa
  • von Alexander Heinl, dpa | 6/24/2016 5:10:06 AM
    FDP-Chef Christian Lindner fordert Härte gegenüber London bei den Verhandlungen über einen EU-Austritt Großbritanniens. «Eine bedauerliche Entscheidung der Briten, auf die es keinen Rabatt geben darf». Lindner mahnte einen Neustart für die gesamte Europäische Union an. «Wir müssen das Momentum nutzen, um Europa besser zu machen. Gefragt ist ein Europa für die großen Dinge und nicht jedes Detail».

    Foto: Bernd von Jutrczenka, dpa
  • von Michael Kappeler, dpa via dpa | 6/24/2016 5:11:02 AM

    Alle warten auf Cameron.

  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 5:11:23 AM
    Das Ergebnis ist eine schwere Schlappe für den Premierminister, der vehement für einen Verbleib in der bei vielen Briten verhassten EU geworben hatte. Seine politische Zukunft ist offen.
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 5:13:49 AM
    Die letzten blauen Puzzleteile werden in die Karte eingesetzt.

  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 5:15:02 AM
    Man kann nicht zehn Jahre lang auf Europa herumhacken und dann darauf hoffen, in sechs Wochen alles zu drehen. Die Wähler haben ein Gespür dafür.

    Der Vizepräsident des Europaparlaments, Alexander Graf Lambsdorff, hat Cameron im ZDF-«Morgenmagazin» persönlich für den Ausgang des Brexit-Referendums verantwortlich gemacht


  • von Dirk Wittenberg, dpa | 6/24/2016 5:16:38 AM
    Die Harry-Potter-Autorin J. K. Rowling geht davon aus, dass Schottland eine Loslösung von der Londoner Zentalregierung will. «Schottland wird die  Unabhängigkeit anstreben», twitterte sie. Premierminister Camerons' Vermächtnis werde es sein, zwei Staaten-Bündnisse zu zerbrechen. «Beides hätte nicht sein müssen.» 

  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 5:18:51 AM
    Bei weltweit einbrechenden Aktienmärkten flüchten die Anleger in sichere Häfen. Vor allem der Yen bleibt als Fluchtwährung gesucht. Das Pfund wertete gegenüber der japanischen Währung um bis zu 15 Prozent ab. Auch Gold und Anleihen sind gefragt.
  • von Alexander Heinl, dpa via dpa | 6/24/2016 5:23:10 AM
    Wie geht es weiter? Zumindest in groben Zügen ist im EU-Vertrag seit 2009 festgelegt, wie ein Staat aus der Union austreten kann. Der entscheidende Artikel 50 sieht vor, dass Großbritannien in einem ersten Schritt die Vertretung der EU-Staaten über seine Austrittsabsicht informieren müsste. Die Staats- und Regierungschefs würden dann unter Ausschluss des Vereinigten Königreichs Leitlinien für die Austrittsverhandlungen festlegen.

    Wenn kein Abkommen zustande kommt und keine Fristverlängerung gewährt wird, würde Großbritannien zwei Jahre nach dem Einreichen des Austrittsgesuchs ungeregelt aus der EU ausscheiden. 

    Foto: Hannah Mckay, dpa/epa
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 6:00:53 AM
    Die Spitze der Linkspartei verlangt eine Reform der Europäischen Union:

  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 6:09:11 AM
    Alle verlieren – die Volkswirtschaft insgesamt, Europa und als Folge von Unsicherheit und Echoeffekten wird auch die Weltwirtschaft darunter leiden.

    Thomas Straubhaar, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Hamburg
  • von Dirk Wittenberg, dpa via dpa | 6/24/2016 6:10:49 AM
    Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, erwartet einen schnellen Beginn der Trennungsverhandlungen zwischen Großbritannien und der EU. Zugleich ist der SPD-Politiker überzeugt, dass der Brexit keine Austritte anderer Länder zur Folge haben wird: «Ich glaube nicht, dass andere Länder ermutigt werden, diesen gefährlichen Weg zu gehen.»
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