Militärputsch in der Türkei

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 10:40:17 PM

    Präsident Erdogan will sich angeblich in Istanbul oder Ankara öffentlich zeigen



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 10:41:28 PM

    Der US-Fernsehsender CNN International zeigt Live-Bilder aus Istanbul: Menschen strömen in Massen auf die Straße und schwenken türkische Fahnen. 



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 10:44:00 PM

    Die britische BBC zeigt unterdessen Aufnahmen von einer der Brücken über den Bosporus - Schüsse sind zu hören.



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 10:46:31 PM

    In einem Interview des Senders CNN Türk macht der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan Anhänger des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen für den Putschversuch verantwortlich.. 


    Der Führer der Gülen-Bewegung: Prediger Fethullah Gülen. Foto: Selahattin Sevi, epa/dpa/Archiv
  • von dpa-live Desk via null | 7/15/2016 10:48:42 PM

    Iran äußert sich «zutiefst besorgt» über die Lage im Nachbarland Türkei. Besonnenheit und Sicherheit der türkischen Bevölkerung seien derzeit besonders wichtig und notwendig, schreibt Außenminister Mohammed Dschawad Sarif in der Nacht bei Twitter. Die Nachrichtenagentur Fars meldet, dass nach dem Militärputsch in der Türkei Präsident Hassan Ruhani eine Krisensitzung des Sicherheitsrats in Teheran einberufen habe. Eine offizielle Bestätigung jedoch liegt in den frühen Morgenstunden noch nicht vor. Laut Fars wurden auch zumindest zwei iranische Grenzübergänge zur Türkei vorläufig geschlossen.

     
  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 10:53:25 PM

    Ein Video zeigt laut der Nachrichtenagentur Anadolu festgenommene Soldaten auf einem Revier. Ihnen sollen von der Polizei die Waffen abgenommen worden sein.



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 10:56:27 PM

    Russland und die USA rufen zum Frieden auf. «Blutige Zusammenstöße müssen vermieden und sämtliche Probleme ausschließlich verfassungskonform gelöst werden», mahnt der russische Außenminister Sergej Lawrow bei einem Treffen mit seinem US-Kollegen John Kerry in Moskau. Kerry betont der Agentur Interfax zufolge, er hoffe auf Stabilität, Frieden und Kontinuität in der Türkei. Beide betonen, dass sie erst kürzlich die Berichte gehört und daher keine tieferen Informationen dazu hätten. 


    Foto: Yuri Kochetkov, epa/dpa
  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 10:58:38 PM

    Nach Angaben von Ministerpräsident Binali Yildirim sind einige Anführer des Putschversuchs festgenommen worden. «Einige Rädelsführer des Putsches sind festgenommen worden. Die Demokratie wird gewinnen», sagt Yildirim nach Angaben aus dem Präsidentenpalast. Die Verantwortlichen würden bestraft werden.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 10:59:18 PM

    Yildirim sagt nach Angaben aus dem Präsidentenpalast weiter, er habe mit Oppositionsführern telefoniert, die ihm versichert hätten, dass sie auf der Seite des Volkes stünden. «Heute Nacht ist die Türkei wach und auf ihren Beinen. Das Volk hat uns an die Macht gebracht, und nur das Volk wird uns davon abbringen.»

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 11:01:12 PM

    Derweil spricht der ehemalige Präsident der Türkei, Abdullah Gül, bei CNN Türk. Er sagt: Ein Regierungwechsel in dieser Art ist nicht möglich.



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 11:03:43 PM

     Angesichts des Militärputsches in der Türkei beruft der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos seinen Generalstab ein und verhängt für Militärpersonal eine Urlaubssperre. Das berichtet der Fernsehsender Skai. Zudem habe sich der griechische Außenminister Nikos Kotzias umgehend auf die Rückreise aus der Mongolei gemacht, wo er am Asien-Europa-Gipfel teilgenommen hatte. Es bestünde keine Gefahr, heißt es in dem Bericht weiter, bei den Maßnahmen gehe es lediglich darum, die Entwicklung in der Türkei zu verfolgen.



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 11:07:25 PM

    Mit Stöcken gegen Panzer: Aufnahmen vom mutmaßlichen Protest einiger Bürger auf den Straßen Istanbuls. 



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 11:08:06 PM

    In Istanbul sind Schüsse und Explosionen zu hören. Dem Klang nach zu urteilen werden auch schwere Waffen eingesetzt. Hubschrauber kreisen über der Stadt. 

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 11:29:16 PM

    Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth warnt nach dem Putschversuch in der Türkei vor einem Bürgerkrieg. «Das ist eine dramatisch gefährliche Situation», sagt Roth der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Egal, wer an der Macht ist oder an die Macht kommt: Er hat eine enorme Verantwortung, jetzt Blutvergießen und einen Bürgerkrieg zu verhindern.» Zugleich äußert sie die Befürchtung, dass die gesamte Region durch die Entwicklung in der Türkei destabilisiert werde.

    Roth fordert die Bundesregierung auf, gegenüber der Türkei nun «auf allen Kanälen» Einfluss auszuüben, damit es zu keiner weiteren Eskalation komme. Zugleich müsse geklärt werden, was mit den in der Türkei stationierten Bundeswehr-Soldaten geschehe. Die Grünen-Politikerin bekräftigt ihre Kritik am türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. «Natürlich stimmt es, dass die Verfassung von ihm außer Kraft gesetzt wurde und dass er die Entdemokratisierung vorangetrieben hat. Aber ich glaube nicht, dass ein Putsch darauf die richtige Antwort ist.» 

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 11:31:28 PM

    US-Präsident Barack Obama ruft angesichts des Putschversuches in der Türkei alle Parteien dazu auf, die demokratisch gewählte Regierung des Landes zu unterstützen. Gewalt und Blutvergießen müssten vermieden werden, heißt es in einer Mitteilung des Weißen Hauses. Obama hatte zuvor mit seinem Außenminister John Kerry telefoniert, der sich derzeit in Moskau aufhält. 



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 11:35:40 PM

    Am Taksim-Platz in Istanbul demonstrieren Anhänger von Präsident Erdogan. Foto: Sedat Suna, epa/dpa 
  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 11:38:12 PM

    Der Putschversuch ist nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu von einem kürzlich aus dem Generalstab abberufenen Stabsoffizier geplant worden. Der Name wird mit Muharrem Köse angegeben. Auch weitere Mitputschisten werden namentlich genannt. Der entlassene Stabsoffizier habe im Generalstab die Funktion eines juristischen Beraters inne gehabt.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 11:41:45 PM

    Ein im Internet veröffentlichtes Video soll ein Gefecht zwischen Putschisten und staatstreuen Soldaten zeigen. 



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 11:45:51 PM

    Weitere Aufnahmen zeigen, wie ein Panzer ein Auto zur Seite schiebt.



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:31:04 AM

    Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin sagt nach Angaben seines Büros: «Der Präsident wird in den nächsten Stunden ein Statement zu dem Putschversuch abgeben. Er beaufsichtigt die anhaltenden Bemühungen direkt.» Kalin macht die Putschisten auch für die Explosion am Parlament in Ankara verantwortlich. «Indem sie das Parlament angegriffen haben, haben sie einen neuen Tiefstand erreicht.» Weiter sagt Kalin: «Das Volk hat gezeigt, dass es solidarisch zur Demokratie und der gewählten Regierung steht. Diese Situation wird bald ein Ende finden.»  

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:39:47 AM

    Die Europäische Union steht hinter der demokratisch gewählten Regierung in der Türkei. «Wir rufen zu einer schnellen Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung auf», heißt es am Rande des Asian-Europa-Gipfels (Asem) in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator in einer Erklärung von EU-Ratspräsident Donald Tusk und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker

    «Die Türkei ist ein wichtiger Partner der EU», teilen beide darin weiter mit. «Die EU unterstützt voll die demokratisch gewählte Regierung, die Institutionen des Landes und die Rechtsstaatlichkeit.» Die EU werde die Entwicklung aufmerksam verfolgen.



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:40:28 AM

    Die Nachrichtenagentur DHA berichtet, in Istanbul seien sechs Zivilisten durch Schüsse getötet und fast hundert verletzt worden. Die Toten und Verletzten seien in ein Krankenhaus auf der asiatischen Seite der Stadt eingeliefert worden.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:43:40 AM

    Der Sender NTV berichtet, 50 Soldaten seien festgenommen worden. Auf Fernsehbildern sind Polizisten zu sehen, die Soldaten abführten.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 1:34:55 AM

    Derweil distanziert sich die Gülen-Bewegung von dem Putschversuch und weist die Vorwürfe aus Erdogans Umfeld zurück.



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 1:42:48 AM

    Doch Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan macht die Bewegung des im US-Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch in der Türkei verantwortlich. «Das war die Parallelorganisation höchstpersönlich», sagt Erdogan in Istanbul. «Sie werden einen sehr hohen Preis für diesen Verrat zahlen.» 

    Gülen ist ein einstiger Verbündeter Erdogans. Beide haben sich aber 2013 überworfen. Gülen - der in der Türkei inzwischen als Terrorist gilt  - verurteilt den Putschversuch auf das Schärfste. Eine Regierung müsse durch freie und faire Wahlen an die Macht kommen, nicht durch Gewalt, heißt es in einer Mitteilung. Erdogan wirft Gülen vor, parallele Strukturen aufgebaut zu haben, um ihn zu stürzen. 



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 1:50:41 AM

    Die türkischen Streitkräfte sind laut dieser Grafik der «Washington Post» die zweitgrößten in der Nato



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 3:00:28 AM

    Türkische Polizisten nehmen türkische Soldaten am Taksim-Platz in Istanbul fest. Foto: Tolga Bozoglu, epa/dpa
  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 3:11:12 AM

    Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat alle Parteien für den Nachmittag zu einer Sondersitzung ins Parlament bestellt, wie Lokalmedien berichten.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 11:08:34 AM
    Im Sinne von 'alles hat auch etwas Gutes' ist dieser Aufstand, diese Bewegung letztendlich ein Segen Gottes. Warum ein Segen Gottes?  Diese Bewegung ist eine, die als Anlass dazu dienen wird, dass unsere Streitkräfte, die vollkommen rein sein müssen, gesäubert werden.
    • Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zum Putschversuch.
  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 11:20:58 AM

    Die Türkische Gemeinde in Deutschland bezeichnet den Verlauf des Putsches in der Türkei als «Zeichen einer demokratischen Reife» der Bevölkerung bezeichnet. «Es ist einmalig in der türkischen Geschichte, dass man einen Putschversuch verhindert. Bisher waren die Putschisten immer erfolgreich», erklärt der Bundesvorsitzende der Gemeinde, Gökay Sofuoglu, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur

    «Erst einmal zeigt es, dass die türkische Gesellschaft eine Sensibilität gewonnen hat, eine demokratische Sensibilität gegen Putschversuche», meint Sofuoglu. Vor allem sei es wichtig gewesen, dass alle Parteien sich sehr schnell gegen diesen Putschversuch gestellt hätten und das Volk auf die Straße gegangen sei. Das könne nun einen Impuls geben f��r ein friedliches Zusammenleben in dem Land - und für den «Aufbau einer demokratischen Türkei».

  • von dpa-live Desk via null | 7/16/2016 11:31:33 AM

    Das türkische Parlament versammelt sich um 17.00 Uhr (16.00 MEZ) zu einer außerordentlichen Sitzung, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldet.

     
  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 5:15:53 PM

    Der Chef der Richtergewerkschaft Yargiclar, Mustafa Karadag, wirft der türkischen Führung vor, mit dem Vorgehen gegen die Justiz auch Kritiker ausschalten zu wollen. Es würden nicht nur mutmaßliche Unterstützer des Putsches, sondern auch Kritiker von Präsident Recep Tayyip Erdogan festgenommen, die mit all dem nichts zu tun hätten, sagt Karadag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. 

    Offiziellen Angaben zufolge wurden in einer ersten Aktion mehr als 2800 Putschisten aus den Reihen der Streitkräfte, zehn Mitglieder des türkischen Staatsrats - eines der obersten Gerichte - festgenommen.

  • von dpa-live Desk via null | 7/16/2016 5:51:11 PM

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verlangt von den USA die Auslieferung oder Festnahme des Predigers Fethullah Gülen. Erdogan wendet sich mit seiner Forderung bei einer Ansprache vor Anhängern in Istanbul direkt an Barack Obama. Der US-Präsident müsse handeln, wenn die USA und die Türkei tatsächlich strategische Partner seien, erklärt er. «Wir haben euch bisher jeden Terroristen übergeben, den ihr von uns verlangt habt.» 

     
    Erdogan macht seinen einstigen Verbündeten und heutigen Erzfeind Gülen für den Putschversuch verantwortlich. Der im US-Exil lebende islamische Prediger weist den Vorwurf vehement zurück und verurteilt den Putschversuch von Teilen des Militärs auf Schärfste.

     


    Foto: Foto: Türkisches Präsidentenamt, epa/dpa/Archiv
  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 5:56:04 PM

    Die Putschisten haben nach Angaben aus Regierungskreisen bereits mehr als 100 Posten in der geplanten Militärjunta an Mitstreiter vergeben gehabt. «Die Listen umfassten mehr als 100 Namen», so ein Regierungsmitarbeiter, der anonym bleiben will. «Sie hätten Militärgouverneure für jeden Distrikt ernannt und die Chefs aller staatlichen Stellen ersetzt.» 

    Das unmittelbare Ziel der Putschisten sei gewesen, strategisch wichtige Stellen wie die Bosporusbrücke oder den Taksim-Platz in Istanbul unter Kontrolle zu bringen. «In Ankara haben sie versucht, den Präsidentenpalast, das Amt des Ministerpräsidenten, den Geheimdienst MIT und das Parlament zu stürmen.» Hätten die Umstürzler Erfolg gehabt, hätte es nach der im Staatssender TRT verlesenen Putsch-Erklärung eine Mediensperre gegeben. Kampfflugzeuge wären im Tiefflug über Wohngebiete geflogen, um Anwohner in den Häusern zu halten. 

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