Militärputsch in der Türkei

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 11:35:40 PM

    Am Taksim-Platz in Istanbul demonstrieren Anhänger von Präsident Erdogan. Foto: Sedat Suna, epa/dpa 
  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 11:38:12 PM

    Der Putschversuch ist nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu von einem kürzlich aus dem Generalstab abberufenen Stabsoffizier geplant worden. Der Name wird mit Muharrem Köse angegeben. Auch weitere Mitputschisten werden namentlich genannt. Der entlassene Stabsoffizier habe im Generalstab die Funktion eines juristischen Beraters inne gehabt.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 11:41:45 PM

    Ein im Internet veröffentlichtes Video soll ein Gefecht zwischen Putschisten und staatstreuen Soldaten zeigen. 



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 11:45:51 PM

    Weitere Aufnahmen zeigen, wie ein Panzer ein Auto zur Seite schiebt.



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 11:47:02 PM

    Alle vier Parteien im türkischen Parlament - auch die drei Oppositionsparteien - sprechen sich gegen den Putschversuch aus. Das teilen sie in Stellungnahmen im Fernsehen und bei Twitter mit. Die ultrarechte Oppositionspartei MHP erklärt in dem Kurznachrichtendienst, sie sei «gegen jede Art von nicht demokratischen Bestrebungen.» Die Putschisten sollten vor Gericht gebracht werden.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 11:48:12 PM

    Vor wenigen Minuten wurde Istanbul von einer schweren Explosion erschüttert. Der Hintergrund ist unklar. Es sind weiterhin Schüsse zu hören. Hubschrauber mit Suchscheinwerfern und ausgeschalteten Positionslichtern fliegen im Tiefflug über die Millionenmetropole. 

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 11:51:24 PM

    Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg mahnt zur Ruhe in der Türkei. Er rufe zu Zurückhaltung und Respekt vor den demokratischen Institutionen und der türkischen Verfassung auf, teilt Stoltenberg nach einem Telefonat mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu mit. Er verfolge die Ereignisse genau und besorgt, sagt Stoltenberg weiter. Die Türkei sei ein geschätzter Nato-Verbündeter. 


    Foto: Olivier Hoslet, epa/dpa
  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 11:52:59 PM

    Nach den Meldungen über einen Putschversuch in der Türkei sind in der syrischen Hauptstadt Damaskus Freudenschüsse zu hören. Sie seien von Kräften der Armee abgefeuert werden, berichten Augenzeugen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gehört seit dem Beginn des Aufstands in Syrien im Jahr 2011 zu den wichtigsten Unterstützern der Regimegegner

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/15/2016 11:54:40 PM

    Die Lufthansa hat eine Maschine von Frankfurt nach Ankara zurückbeordert. Alle anderen Flüge seien zuvor bereits abgewickelt worden, sagte ein Unternehmenssprecher der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX. 

    Die Billigflug-Tochter Eurowings setzte alle Flüge zwischen Deutschland und der Türkei bis auf Weiteres aus, wie die Gesellschaft mitteilt. Die Mutter Lufthansa prüft dem Sprecher zufolge hingegen noch das weitere Vorgehen. Für den Samstag sei noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden. Wann diese falle, sei unklar. «Ein komplettes Programm am Samstag ist aber unwahrscheinlich.» 

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:04:23 AM

    Die private Nachrichtenagentur DHA meldet, am Parlament in Ankara sei eine Explosion zu hören gewesen. Die Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, das Parlament wolle heute um 14.00 Uhr (Ortszeit/13.00 MESZ) zu einer Sondersitzung zusammenkommen.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:06:51 AM

    Ein Sprecher des türkischen Geheimdienstes MIT sagt dem Sender CNN Türk, der Putschversuch sei «abgewendet».

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:08:31 AM

    In Istanbul ist es Demonstranten offenbar gelungen, einen Panzer in ihre Gewalt zu bringen. Foto: Tolga Bozoglu, epa/dpa
  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:13:13 AM

    Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat nach Angaben aus dem Präsidialamt nicht das Land verlassen. «Der Präsident ist an einem sicheren Ort», hieß es aus dem Präsidialamt. «Er ist in der Türkei.» 

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:14:24 AM

    Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim sagt nach Angaben aus dem Präsidialamt: «Die Situation ist weitgehend unter Kontrolle.» Yildirim macht Anhänger der Bewegung des im US-Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen für den Putschversuch verantwortlich. 

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:17:05 AM

    Der Abgeordnete der Oppsotionspartei CHP, Ali Seker, twittert ein Bild vom Gebäude des türkischen Parlaments. Dort hatte es laut Medienberichten zuvor eine Explosion gegeben.



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:18:16 AM

    Auch auf diesen Bildern sollen Schäden am Parlament zu sehen sein. 



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:19:26 AM

    Der türkische Staatssender TRT ist wieder auf Sendung. Die Putschisten hatten den Sender zwischenzeitlich unter ihre Kontrolle gebracht.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:20:27 AM

    Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim sagt nach Angaben aus dem Präsidialamt, Armeechef Hulusi Akar habe die Kontrolle über die Streitkräfte

    Aus dem Präsidialamt heißt es, bei den Putschisten handele es sich «um eine kleine Gruppe» von Offizieren aus der Gendarmerie und der Luftwaffe, die der Gülen-Bewegung nahestünden. 

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:31:04 AM

    Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin sagt nach Angaben seines Büros: «Der Präsident wird in den nächsten Stunden ein Statement zu dem Putschversuch abgeben. Er beaufsichtigt die anhaltenden Bemühungen direkt.» Kalin macht die Putschisten auch für die Explosion am Parlament in Ankara verantwortlich. «Indem sie das Parlament angegriffen haben, haben sie einen neuen Tiefstand erreicht.» Weiter sagt Kalin: «Das Volk hat gezeigt, dass es solidarisch zur Demokratie und der gewählten Regierung steht. Diese Situation wird bald ein Ende finden.»  

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:39:47 AM

    Die Europäische Union steht hinter der demokratisch gewählten Regierung in der Türkei. «Wir rufen zu einer schnellen Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung auf», heißt es am Rande des Asian-Europa-Gipfels (Asem) in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator in einer Erklärung von EU-Ratspräsident Donald Tusk und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker

    «Die Türkei ist ein wichtiger Partner der EU», teilen beide darin weiter mit. «Die EU unterstützt voll die demokratisch gewählte Regierung, die Institutionen des Landes und die Rechtsstaatlichkeit.» Die EU werde die Entwicklung aufmerksam verfolgen.



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:40:28 AM

    Die Nachrichtenagentur DHA berichtet, in Istanbul seien sechs Zivilisten durch Schüsse getötet und fast hundert verletzt worden. Die Toten und Verletzten seien in ein Krankenhaus auf der asiatischen Seite der Stadt eingeliefert worden.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:43:40 AM

    Der Sender NTV berichtet, 50 Soldaten seien festgenommen worden. Auf Fernsehbildern sind Polizisten zu sehen, die Soldaten abführten.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:46:41 AM

    CNN Türk meldet, Soldaten seien in das Gebäude des Senders in Istanbul eingedrungen



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:48:42 AM

    Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist nach einem Bericht des Fernsehsenders NTV in Istanbul gelandet. Unklar blieb, woher Erdogan angereist ist.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:49:23 AM

    Der Sender NTV berichtet, 13 Soldaten seien bei dem Versuch festgenommen worden, ins Präsidialbüro in Ankara einzudringen.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:50:34 AM

    Mittlerweile wurde der Sender CNN Türk geräumt, die Sendung eingestellt



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:51:15 AM

    Die Istanbuler Innenstadt ist innerhalb von Minuten von mehreren heftigen Knallen erschüttert worden. Sie waren so schwer, dass an mehreren Autos in der Umgebung der Alarm ausgelöst wurden, Scheiben bebten. Zeitgleich flogen Kampfjets im Tiefflug über die Stadt. Möglicherweise waren die Knalle darauf zurückzuführen, dass die Jets die Schallmauer durchbrachen. Eventuell eskortierten sie das Flugzeug von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. 

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:53:26 AM

    Der Putschversuch in der Türkei hat nach Angaben des Pentagons keine Auswirkungen auf die US-Soldaten in der Luftwaffenbasis Incirlik. Die Operationen gegen den Islamischen Staat von dort aus würden fortgesetzt, teilt ein Sprecher mit. Man beobachte die Situation genau. Die USA fliegen von Incirlik aus Luftangriffe gegen den IS.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:56:07 AM

    In Berlin protestieren nach Polizeiangaben rund 3000 Demonstranten vor der türkischen Botschaft überwiegend gegen den Putschversuch in der Türkei. Am frühen Morgen habe die Nachricht die Runde gemacht, der Putschversuch von Teilen des Militärs sei womöglich niedergeschlagen worden, sagt ein Polizeisprecher. «Deshalb verlassen immer mehr Demonstranten den Platz.» Vor der Botschaft waren nach Angaben eines dpa-Reporters viele türkische Flaggen zu sehen. Der Polizeisprecher sagt, die Demonstration sei zunächst störungsfrei verlaufen. 


    Foto: Klaus-Dietmar Gabbert, dpa
  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 12:58:49 AM

    Aus dem Studio des Senders CNN Türk sind Schüsse und laute Tumulte zu hören. Der Kanal hatte das Programm zuvor schon eingestellt. Es war nur das leere Studio zu sehen. 

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 1:01:30 AM

    Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat keinen Zweifel: weder die Regierung noch die Demokratie sind am Ende.



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 1:04:31 AM

    Dieses Video zeigt angeblich das Parlament zum Zeitpunkt der Explosion.



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 1:13:05 AM

    Der Sender NTV berichtet, in Istanbul seien 50 am Putschversuch beteiligte Soldaten festgenommen worden.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 1:15:36 AM

    Was ist ein Putsch?

    Was in der Türkei vor sich geht, wird als Putsch bezeichnet. Aber was ist das eigentlich genau? Ein Putsch ist nach gängiger Definition der meist gewaltsame Sturz einer Regierung durch eine bisher nicht an der Macht beteiligte Gruppe. Das Wort stammt aus dem Schweizerdeutschen und bedeutet Stoß, Zusammenstoß. Erstmals wurde der Begriff mit der jetzt bekannten Bedeutung 1839 für einen Aufstand gegen die Regierung von Zürich verwendet.

    Putschisten waren zuvor nicht an der Macht beteiligt - also keine Minister, Parlamentarier oder Verfassungsrichter. Oft putschte das ganze Militär oder Gruppen von Offizieren gegen eine zivile Regierung - so wie jetzt und auch früher schon in der Türkei. In einigen Fällen wurde nach dem Putsch eine mehrjährige Militärdiktatur errichtet - zum Beispiel in Griechenland nach 1967 oder Chile nach 1973. Nach anderen Putschen übergaben die Militärs die Macht wieder an eine zivile Regierung, behielten sich aber weiterhin politischen Einfluss vor, so nach dem Ende der Militärherrschaft in der Türkei 1983 oder in Thailand.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 1:21:50 AM

    Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wird nach seiner Ankunft in Istanbul von zahlreichen Anhängern am Atatürk-Flughafen empfangen. Das berichten verschiedene Medien. 



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 1:31:24 AM

    Erstmals seit Beginn des Putschversuchs tritt der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan öffentlich auf. Erdogan äußert sich nach seiner Landung auf dem Atatürk-Flughafen in Istanbul. 

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 1:34:55 AM

    Derweil distanziert sich die Gülen-Bewegung von dem Putschversuch und weist die Vorwürfe aus Erdogans Umfeld zurück.



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 1:42:48 AM

    Doch Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan macht die Bewegung des im US-Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch in der Türkei verantwortlich. «Das war die Parallelorganisation höchstpersönlich», sagt Erdogan in Istanbul. «Sie werden einen sehr hohen Preis für diesen Verrat zahlen.» 

    Gülen ist ein einstiger Verbündeter Erdogans. Beide haben sich aber 2013 überworfen. Gülen - der in der Türkei inzwischen als Terrorist gilt  - verurteilt den Putschversuch auf das Schärfste. Eine Regierung müsse durch freie und faire Wahlen an die Macht kommen, nicht durch Gewalt, heißt es in einer Mitteilung. Erdogan wirft Gülen vor, parallele Strukturen aufgebaut zu haben, um ihn zu stürzen. 



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 1:50:41 AM

    Die türkischen Streitkräfte sind laut dieser Grafik der «Washington Post» die zweitgrößten in der Nato



  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 2:00:06 AM

    Nach einer zeitweisen Besetzung durch Putschisten nimmt der Sender CNN Türk die Berichterstattung wieder auf. Soldaten waren in der Nacht in das Redaktionsgebäude in Istanbul eingedrungen, und hatten die Mitarbeiter dazu gezwungen, den Sender zu verlassen. 

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 2:02:17 AM

    Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim weist das Militär nach Angaben aus dem Präsidialamt an, von den Putschisten gekaperte Flugzeuge abzuschießen. Kampfflugzeuge mit einem entsprechenden Auftrag seien von der Luftwaffenbasis Eskisehir abgehoben, heißt es aus dem Präidialamt. 

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 2:10:20 AM

    Auch im Morgengrauen sind in Istanbul noch Schüsse und Explosionen zu hören. Auf dem Taksim-Platz flüchten Menschen vor den tieffliegenden Kampfflugzeugen der Luftwaffe. Foto: Sedat Suna, epa/dpa 
  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 2:12:31 AM

    Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim sagt nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, mehr als 120 Putschisten seien festgenommen worden. 

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 2:15:44 AM

    Erdogan sagt, er sei vor seinem Flug nach Istanbul in Marmaris an der türkischen Ägäis-Küste gewesen. Unmittelbar nach seiner Abreise von dort hätten die Putschisten «diesen Ort leider genauso bombardiert».

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/16/2016 2:21:36 AM

    UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ruft alle Beteiligten zum Gewaltverzicht auf. Er verfolge die Geschehnisse sehr genau und mit großer Sorge, sagt Ban laut Mitteilung. Ruhe, Gewaltverzicht und Zurückhaltung seien nun notwendig. «Die Gewährleistung der fundamentalen Rechte, inklusive Rede- und Versammlungsfreiheit bleiben von zentraler Bedeutung.»

    Jegliche Einmischung des Militärs in Staatsangelegenheiten sei nicht akzeptabel, sagt Ban weiter. Es müsse rasch und friedlich die konstitutionelle Ordnung mit demokratischen Prinzipien wieder hergestellt werden.


    Foto: Wu Hong, epa/dpa/Archiv
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