Kreuzbergwallfahrt 2017

1647 vereinigten sich zwei fromme Gemeinschaften zur "Bruderschaft zum Heiligen Kreuz in Würzburg". Seit 1647 führt diese Bruderschaft alljährlich vom 20. bis 24. August die Wallfahrt von Würzburg zum Kreuzberg in der Rhön und zurück zum Neumünster in Würzburg durch. In diesem Jahr ist unser Reporter Herbert Ehehalt live dabei.

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/19/2017 7:46:42 PM
    Teil der Wallfahrt mit Kamera und Laptop

    19.08.2017

    Ein eigenartiges Gefühl innerer Unruhe steckt in mir, als ich am Vorabend zum Start der Kreuzbergwallfahrt meine Utensilien packe. Weniger ist mehr, weiß ich aus den letzten Jahren, in denen ich Teil der Wallfahrt war. Allerdings: Neben der immer griffbereiten Kamera zur Dokumentation besonderer Momente im Verlauf der 173 Kilometer langen Strecke von Würzburg zum Kreuzberg und wieder zurück, beinhaltet mein Gepäck in diesem Jahr auch ein Laptop. Mit dem tragbaren PC darf ich die Daheimgebliebenen ehemaligen Wallfahrer und Angehörigen in einem Live-Blog mit kurzen Texten, Bildern und Videosequenzen versorgen - so eine Internetverbindung über Mobilfunk nutzbar ist. Wie aber die Erfahrungen der letzten Jahre gezeigt haben, ist dies in der Rhön keine Selbstverständlichkeit. Die notwendige Datenübertragung dürfte wieder eine spannende Angelegenheit werden.

    Vielleicht ist meine innere Anspannung dadurch begründet? Oder wegen des diesjährigen Jubiläums der Kreuzbergwallfahrt? Seit 1647, der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, veranstaltet die Bruderschaft zum Heiligen Kreuz Würzburg die Wallfahrt von Würzburg in die Rhön und wieder zurück in die Domstadt. Somit pilgern die Würzburger Walleut´ in diesem Jahr bereits zum 370. Mal zum Heiligen Berg der Franken.

    Angst und Schrecken haben die Menschen offensichtlich schon immer umgeben in all den Jahren. Hat denn die Menschheit in so langer Zeit nichts gelernt, frage ich mich. Gerade weil IS-Terroristen nur wenige Tage vor Beginn der Wallfahrt in Barcelona bei einem neuerlichen gemeinen Anschlag auf das pulsierende Leben unserer Gesellschaft eine menschenverachtende Spur der Verwüstung auf der Ramblas hinterließen. Der Terror ist mittlerweile unser allgegenwärtiger, steter Begleiter.

    Dennoch, oder gerade deshalb: „Den Weg mit ganzem Herzen gehen!“ gab Präses Pater Maximilian Bauer als Leitgedanken zur diesjährigen Wallfahrt aus. Üblicherweise widmet Pater Maximilian jeden Wallfahrtstag einem Motto, passend zum übergeordneten Leitgedanken. So bin ich überzeugt, dass der Präses uns Wallfahrern ausreichend Denkanstöße geben wird auf unserem fünftägigen gemeinsamen Weg. Früher oder später mindestens an die körperlichen Grenzen werden die Wallfahrtsteilnehmer dabei stoßen.

    Dennoch ist nach Intention der Bruderschaft als Veranstalter die Wallfahrt kein Volkslauf mit religiösem Vorzeichen, sondern ein Gottesdienst unterwegs. Eben Exerzitien auf der Straße. Ob bei der Rückkehr am Donnerstag, 24. August im Dom wirklich jeder Teilnehmer für sich einen Gewinn an Glaubens- und Lebensfreude verzeichnen kann? Zuvor gilt es zunächst nach 86 Kilometer am Montag den Kreuzberg zu erreichen. Eine besondere Herausforderung dabei ist der erste Wallfahrtstag. Vom Neumünster aus machen sich in wenigen Stunden die Pilger um 4.45 Uhr auf den Weg. Erst um 19.30 Uhr, nach langen 49 Kilometern, ist das Ziel der ersten Tagesetappe in Euerdorf im Landkreis Bad Kissingen erreicht.
  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/20/2017 1:15:55 AM

    20.08.2017

    Nach einer kurzen Nacht beginnt der Tag früh. Um 2.30 klingelt der Wecker glücklicherweise nicht alle Tage. Ruhe und Schlaf zu finden war nicht leicht. Aber eine Tasse Kaffee muss auch zu solch früher Stunde sein, bevor mich meine Frau zum Neumünster bringt, wo um 4 Uhr die Wallfahrt beginnt mit der Heiligen Messe.

    Auch bei Michael Seufert wäre jetzt gerade  innere Unruhe und Nervosität verständlich. Er ist als neuer Wallfahrtsleiter und Nachfolger von Heribert Bulla erstmals hauptverantwortlich für die gleich beginnende Kreuzbergwallfahrt 2017. Traditionell wurden Frauen- und Männerkreuz im Anschluss an die Vorbereitungsandacht am Vorabend mit Weinlaub geschmückt. Als Zeichen der Herkunft der Wallfahrer aus dem fränkischen Weinland.

    Nach dem Gottesdienst ziehen die Kreuz- und Fahnenträger aus dem Neumünster aus. Allen voran Pilgerführer Klaus Rind, gewandet in den markanten roten Mantel, auf dem Kopf einen schwarzen Strohhut. Vor dem Neumünster nehmen die Wallfahrtsteilnehmer Aufstellung in Viererreihen, den Anweisungen des neuen Wallfahrtsleiters Michael Seufert nach dessen Begrüßung folgend. Ab sofort ist Disziplin gefragt unter den Pilgern, um dem Verkehrslenker-Team um Michael Weilnhammer ihre verantwortungsvolle Tätigkeit soweit als möglich zu erleichtern.

    Die Wallfahrtsordnung gibt den täglichen Ablauf vor. Am ersten, dritten und fünften Wallfahrtstag geht die Männergruppe voraus. Am zweiten und vierten Tag führt die Frauengruppe die Wallfahrt an. Eine gemischte Gruppe, die so genannte „graue Zone“ folgt nach den Vorbetern und der Musikkapelle.
     
    Leicht erkennbar an seinem markanten roten Mantel und dem Pilgerstab gibt Pilgerführer Klaus Rind an allen Tagen minutiös das Lauftempo vor. Dabei orientiert sich der Pilgerführer an einem über Jahre hinweg überlieferten Lockbuch. Darin aufgeführt sind feste Punkte im Streckenverlauf mit Angabe der Uhrzeit, wann diese zu passieren sind.
  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/20/2017 3:32:22 AM
  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/20/2017 3:32:50 AM
  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/20/2017 5:08:58 AM

    Die Belohnung für das frühe Aufstehen: ein traumhafter Sonnenaufgang oberhalb von Grombühl

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/20/2017 5:10:41 AM

    Inzwischen angekommen am Wolfsbild oberhalb Rimpar, ist den Pilger ein letzter Blick möglich auf die Silhouette Würzburgs im Hintergrund.

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/20/2017 7:01:49 AM

    Exakt im Zeitplan haben die Wallfahrer pünktlich um 9 Uhr Gramschatz erreicht.
    Hier wartet nach etwas mehr als 4 Stunden Fußmarsch das verdiente Frühstück. So mancher Teilnehmer gönnt sich auch ein zünftiges Weißwurstfrühstück.

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/20/2017 7:39:12 AM

    Während der Pause in Gramschatz biete Quartiermeister Hubert Hornung (Mitte) und Michael Weilnhammer, der Chef der Verkehrslenker eine Quartierbörse an. Für jeden Pilger, der im Vorfeld noch keinen Schlafplatz buchen könnte, findet sich hier ein Nachtquartier.

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/20/2017 10:04:40 AM

    Zwischen Gramschatz und Arnstein wurden die Zählzettel verteilt zur Feststellung der Teilnehmerzahl.

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/20/2017 10:09:12 AM

    Nachdem die Zettel an den betreffenden Stellen eingerissen wurden, erfolgt die spannende Auswertung.
    Festgestellt werden Geschlecht, Alter, Herkunft und Mitgliedschaft bei der Bruderschaft.
    Nach ersten Schätzungen könnten es in etwa so viele Pilger sein wie im Vorjahr. Damals waren 554 Teilnehmer ermittelt worden.

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/20/2017 10:14:37 AM

    In diesem Jahr ist die Jugend ungewöhnlich stark vertreten.

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/20/2017 10:16:37 AM

    Vor dem Einzug in Arnstein halten die Pilger an der Stadtgrenze am Würzburger Kreuz inne zum Gebet.

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/20/2017 10:19:03 AM

    Mit einem Hauch von Zwiebelkirchweih erwartet Arnstein die Würzburger Wallfahrer. Die Gastfreundschaft, die die Pilger auf ihrem We erfahren, ist immer wieder überwältigend.

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/20/2017 2:10:47 PM
    Die offizielle Zahl der Pilger steht fest:
    Es sind 529 Wallfahrer unterwegs zum Kreuzberg
  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/20/2017 3:40:50 PM

    Traditionell spielt die Musikkapelle in Wülfershausen am Ende der Kaffeepause einen Marsch und gibt damit das Signal zum Aufbruch zum letzten Teilstück.

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/20/2017 7:07:52 PM
    Angekommen am Etappenziel des heutigen Tages in Euerdorf  hat ein Wallfahrer nach 49 Kilometer Fußmarsch in 15 Stunden drei Wünsche:
    Eine erfrischende Dusche, ein gutes Abendessen und dann einfach nur schlafen.
    Durch Stadt und Ladkreis Würzburg führte der Pilgerweg heute. Dann wurden die Landkreise Main-Spessart, Schweinfurt und Bad Kissingen tangiert.
    Abgeerntete Felder und einzelne Maisäcker begleiteten den Weg.
    War es Zufall oder Absicht? In Sichtweite zu den nicht mehr dampfenden Kühltürmen des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld wurde in einer Meditation übe den Umgang der Menschen mit dieser unserer Erde sinniert.
     
    Zwar Sonnenschein, jedoch bei sehr angenehmen Temperaturen begleitete den Tag. Der stete Wind lag den Wallfahrer im Rücken – vor allem auf der rnsteiner Höh zwischen Arnstein und Altbessingen. So wurden die Pilger vehement gen Etappenziel getrieben.
     
    Auffällig am ersten Tag der Wallfahrt war, dass viele altbekannnte Gesichter in den Reihen der Wallfahrer fehlten. Dafür hatten sich ungewöhnlich viele junge Menschen und Novizen der Wallfahrt angeschlossen. Fast schien es, als ob mit 370. Jubiläum der Würzburger Kreuzbergwallfahrt ein Generationswechsel verbunden war.
     
    Nun allen Begleitern eine geruhsame Nacht bei erholsamen Schlaf und den Interessierten daheim die besten Grüße.
  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/20/2017 8:20:46 PM

    Müde Ankunft in Euerdorf nach dem ersten Wallfahrtstag

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/21/2017 2:27:29 AM
    21.08.2017
     
    Der alljährliche Gang zum Kreuzberg gehört zur bedeutendsten Wallfahrt des Bistums Würzburg. Und bei den Würzburger Wallleut´ handelt es sich um die größte Pilgergruppe, die am Kreuzberg ankommt. Immer gerne dort begrüßt werden die Pilger von ehemaligen Wallfahrern, die den beschwerlichen Fußmarsch aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr bewältigen können.
    „Mit ganzem Herzen bekennen“ lautet heute das von Pater Maximilian ausgegebene Tagesmoto.
     
    Wieder begann der Tag früh. 4 Uhr zeigt der Wecker. Die ersten Schritte ins Bad fallen nach den Strapazen über 49 Kilometer von gestern überraschend leicht. 37 Kilometer stehen an heute bis wir den Kreuzberg, unser Ziel erreichen. Davor allerdings ist die Kniebreche zu bewältigen.
    Das letzte steile Stück des Aufstiegs vor dem Gipfel. Gehen wir´s an!
  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/21/2017 4:18:29 AM

    Pünktlich um 6 Uhr erfolgt der Auszug aus Euerdorf.
    Heute führt die Frauengruppe die Wallfahrt an.

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/21/2017 4:19:01 AM
  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/21/2017 9:41:14 AM

    Eine imposante Aufnahme von der Überquerung der Saale-Brückenach Euerdorf.
    Danke an Bernd Kleinschmidt für die Aufnahme!

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/21/2017 10:45:19 AM

    Die Kreuzbergkapelle spielt einen Marsch, um den Pilger in Wollbach bergauf behilflich zu sein.

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/21/2017 10:45:40 AM
  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/21/2017 11:02:31 AM

    Die Kreuzbergwallfahrer auf dem Weg nach Waldberg

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/21/2017 12:00:22 PM

    ... den Heiligen Berg der Franken schon im Blick.

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/21/2017 12:01:06 PM

    Nach einem kurzen steilen Anstieg angekommen in Waldberg

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/21/2017 2:16:15 PM

    Die Pilger haben das schwerste Stück der Strecke bewältigt und werden am Ende der Waldberger Kniebreche von Pilgerführer Klaus Rind begrüßt.
    Erst wenn alle Teilnehmer die Kniebreche bewältugt haben, geht es weiter zum Gipfelkreuz.

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/21/2017 2:16:53 PM

    Die Pilger haben das schwerste Stück der Strecke bewältigt und werden am Ende der Waldberger Kniebreche von Pilgerführer Klaus Rind begrüßt.
    Erst wenn alle Teilnehmer die Kniebreche bewältugt haben, geht es weiter zum Gipfelkreuz.

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/21/2017 2:58:26 PM
  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/21/2017 3:16:15 PM

    Die Pilger haben nach beschwerlichen 86 Kilometer Fußweg den Kreuzberg erreicht, wo ihnen von Pater Georg Andlinger der Segen erteilt wurde.

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/21/2017 3:54:42 PM
  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/22/2017 5:41:04 AM

    Nach dem Empfang durch Guardian Pater Martin Domogalla am Freialtar zogen die Pilger in die Klosterkirche ein.

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/22/2017 5:47:09 AM

    Angekommen am Heiligen Berg der Franken sind für die Pilger alle Strapazen vergessen. Eine erfrischende Dusche und die Euphorie der Ankunft bewirken wahre Wunder.
    Traditionell wird die Ankunft bei Musik und Tanz gefeiert.
    Nach zahllosen Meditation, Litaneien und Rosenkränzen eine andere Seite der Pilgerreise.

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/22/2017 8:19:07 AM
    Über Stock und Stein durch die Waldberger Kniebreche hatten die Pilger den letzten Abschnitt zum Kreuzberg erklommen. Alle Strapazen eines 86 Kilometer langen Fußmarsches aber waren vergessen, als die Würzburger Kreuzbergwallfahrer am Montag pünktlich um 17 Uhr das Kloster am Kreuzberg erreicht hatten.
    In vor Glück strahlenden Gesichtern war die Erleichterung der Ankunft am Heiligen Berg der Franken zu erkennen. Das Klosterbier und eine deftige Brotzeit hatten sich die 529 Teilnehmer redlich verdient. Bei kühlen 10 Grad Plus am Vorplatz des Klosters spielte die Kreuzbergkapelle unter Leitung von Stefan Ackermann zum Tanz auf. Eine gute Tradition der Wallfahrt.
     
    Wer sich nicht beim Tanz von der Müdigkeit ablenkte, traf sich im Antoniussaal gemütlich bei Gesprächen. Denn viele der Teilnehmer sehen sich während des Jahres nicht und haben sich folglich viel zu erzählen. Ein Phänomen der Wallfahrt ist auch, dass sich wildfremde Menschen öffnen und sich darüber austauschen, was der jeweilige, ganz persönliche Anlass ist für die Teilnahme. Vielfach gehört vor allem Dankbarkeit für ein bestimmtes Ereignis dazu.
  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/22/2017 8:24:31 AM
    22.08.2017
    Der Morgen des dritten Wallfahrtstages ist nicht so hektisch. Viele Teilnehmer nutzten die etwas längere Nacht für einen ausgiebigen erholsamen Schlaf. „Gott hat ein Herz für uns Menschen“ lautet das Tagesmotto, unter dem Pater Maximilian seine Gedanken weitergibt an die Wallfahrtsteilnehmer.
     
    Heute finde auch der Verkauf der Heidekränzchen statt. Ehemalige Wallfahrerinnen aus Theilheim, Rimpar und Unterpleichfeld haben sie im Vorfeld aus Heidekraut gebunden. Der Erlös aus dem Verkauf der Kränzchen fließt üblicherweise als Spende in die Kasse der Kreuzbruderschaft. Noch aktive Wallfahrerinnen binden die Kränzchen gerne auch vor Ort aus Heidekraut, das sie im Vorbeigehen m Verlauf der Wallfahrt sammelten. Gute Sitte der Wallfahrer ist es, das jeweilige persönliche Pilgerkreuz vor dem Einzug in Würzburg mit den Kränzchen aus Heidekraut zu schmücken.
     
    Ein ergreifender Teil des heutigen Tages ist das Totengedenken, das dem Auszug und der Verabschiedung vom Kreuzberg vorausgeht. Dabei werden die Namen der während der letzten Wallfahrt verstorbenen Mitglieder der Würzburger Kreuzbruderschaft vorgetragen. Daran anschließend werden die Wallfahrer am Freialtar auf ihren Rückweg nach Würzburg verabschiedet.
     
    Nach dem Abstieg über die Waldberger Kniebreche haben die Pilger heute nur 18 Kilometer zu bewältigen bis zum Nachtquartier in Burkardroth. Von dort startet morgen auch der vierte Wallfahrtstag, der die Pilger schon nahe an das heimatliche Würzburg führt. Für viele Teilnehmer ist der vierte Tag der schwerste. Denn bereits 107 Kilometer in den Beinen, sind nochmals 40 Kilometer bis nach Arnstein als Ziel der Tagesetappe zu bewältigen.
  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/22/2017 8:28:15 AM

    Gerlinde und Christina sammeln Heidekraut für ihre Wallfahrtskränzchen

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/22/2017 8:29:08 AM

    Heidekränzchen werden im Innenof des Klosters verkauft

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/22/2017 6:16:47 PM

    Der Abschied vom Heiligen Berg der Franken

    Wieder einmal war die Verabschiedung der Würzburger Pilger vom Kreuzberg ein Stück Abschied ins Ungewisse. „Es ist jedes Jahr fraglich, ob man im nächsten Jahr mindestens gesundheitlich wieder mit dabei sein kann“, meinte ein allseits bekannter Teilnehmer. Wieder kam der dritte Wallfahrtstag am Kreuzberg einem Familientreffen gleich. Ehemalige und aktive Wallfahrer trafen sich mit Angehörigen zur Verabschiedung der Würzburger Pilger vom Heiligen Berg.
     
    Nach dem Totengedenken für die verstorbenen Mitlieder der Bruderschaft ließen sich die Wallfahrer im Gebet das Kreuzpartikel auflegen. Damit verbunden war der übliche Opfergang, dessen Erlös in diesem Jahr den Franziskaner-Minoriten zugutekommen soll für deren derzeitige bauliche Erneuerung ihres Sitzes in Würzburg.
     
    Zur Verabschiedung  rief Guardian Pater Martin Domogalla die beiden jüngsten und den ältesten Teilnehmer am Freialtar zu sich. Im Spaß errechnete der Guardian aus dem Lebensalter von Karl (8 Jahre), Magdalena (9 Jahre) und Michael (85 Jahre) das Durchschnittsalter der Teilnehmer. Zum Verständnis: Unter Pilgern ist es üblich, sich nur mit dem Vornamen anzusprechen. Den Applaus der Pilger für die Pointe des Guardians hatte Pater Martin sicher.
    „Die Wallfahrer sind das beste Publikum. Sie sind immer zufrieden mit der Beherbergung hier bei uns“, lobte der Guardian. Für den Rückweg nach Würzburg erhielten die Wallfahrer zur Verabschiedung den Pilgersegen.
     
    Beeindruckend war die am Heiligen Berg der Franken erlebte Gemeinschaft untereinander insbesondere für die Neulinge. Eine Novizin aus einer Landkreisgemeinde hatte schon immer den Wunsch, einmal mit zum Kreuzberg zu gehen. Susanne aus Berlin ist ebenfalls Neuling. Sie wurde von ihrer Freundin überzeugt zur Teilnahme. „Im nächsten Jahr muss ich mich allerdings besser vorbereiten“, meinte sie nach dem erfolgreich Abstieg durch die Kniebreche.
    Es ist einfach das imponierende Gefühl der Gemeinschaft, von der man trotz aller Mühen in den gemeinsamen Tagen getragen, so die Aussagen von Premieren-Wallfahrern
     
    Nach nur 18 Kilometer Fußmarsch erreichten die Wallleut´ bereits das heutige Tagesziel in Burkardroth. Von hier aus steht den Pilger morgen nochmals ein harter Tag bevor mit einer Strecke von 40 Kilometern bis nach Arnstein. Unterbrochen wird die Tagesetappe morgen um 10 Uhr vom legendären Wallfahrtsgottesdienst in Euerdorf. Diese Messe wird maßgeblich mitgestaltet von der Wallfahrerband.
     
  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/22/2017 6:16:57 PM

    Segen zum Abschied für die Würzburger Pilger durch Guardian Pater Martin Domogalla

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/22/2017 6:18:22 PM

    Harte Arbeit für die beiden Fahrer des Gepäck-LKW: Die Gepäckverladung

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/22/2017 6:19:37 PM

    Mit dem Abschied vom Kreuzberg sind auch wieder die Verkehrslenker gefordert

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/22/2017 6:20:31 PM

    Abschied mit Wehmut

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/22/2017 6:24:58 PM

    Karl (8 Jahre) und Magdalene (9 Jahre) sind die jüngsten Teilnehmer der 370. Würzburger Kreuzbergwallfahrt

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/22/2017 6:27:09 PM

    In Gedanken vieler Pilger ist auch Michael Sahla mit dabei. Als Malteser begleitete er die Pilger über viele Jahre. Erst kürzlich verstarb er an den Folgen einer heimtückischen Krankheit

  • von Herbert Ehehalt / MAIN-POST | 8/22/2017 6:29:35 PM

    Wallfahrt über Generationen hinweg: zum neunten mal sind Wallfahrtsleiter Michael Seufert, sein Vater Günter und Enkel Felix gemeinsam mit dabei

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