Kickers im Stadtrat: Wohin mit dem Stadion? Wie hoch wird die finanzielle Unterstützung?

Der Stadtrat entscheidet heute über finanzielle Hilfen für den Zweitliga-Fußball-Club FC Würzburger Kickers. Außerdem berät er, wie die Stadt bei der Suche nach einem neuen Stadion unterstützen kann. Die Main-Post berichtet live.

  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 10:48:16 AM
    Schmuck ist das Kickers-Stadion am Dallenberg, aber halt doch mehr ein Sportplatz als eine Arena für Profi-Fußball. Foto: Berthold Diem
     
     
    Heute, am 39.951ten Tag in der Geschichte des ruhmreichen FC Würzburger Kickers, entscheidet der Stadtrat, ob er dem Verein und der FC Würzburger Kickers AG zu einem neuen Stadion verhelfen will.
     
    Vergangene Woche, im Hauptausschuss, in dem 16 Ratsmitglieder tagen, herrschte seltene Eintracht: 
     
    1. Sie wollen die Kickers unterstützen.
    2. Die Räte meinen allerdings auch, dass die Kickers an ihren Umgangsformen arbeiten müssen.
    Die Stadträte waren (und sind wahrscheinlich immer noch) sauer auf die Kickers-Funktionäre. Grund: Während die Stadtverwaltung rund 50.000 Euro ausgab, um ein Konzept für eine städtische Stadionbeteiligung auszutüfteln, verlautbarte Daniel Sauer, der Vorstandsvorsitzende der Kickers AG, der Club fühle sich von der Stadt im Stich gelassen. Sein Klagen gipfelte in der Andeutung, der Hauptsponsor Flyeralarm könnte sich deswegen zurückziehen.
    Ihr wollt wissen, was die Räte im Detail davon hielten? Hier könnt Ihr's nachlesen: Liveticker von der Kickers-Debatte im Hauptausschuss vom 30. März 2017
     
    Immerhin: Sie gaben ohne Gegenstimme ein Gutachten für das heutige Stadtratsplenum ab, mit der Empfehlung
     
    1. Der Eckpunktebeschluss zur Beteiligung an einer Stadiongesellschaft vom 29.09.2016 wird aufgehoben. (Das Protokoll der Sitzung findet Ihr als PDF zum Herunterladen rechts oben auf der Seite http://www.wuerzburg.sitzung-online.de/BI/to010.asp?SILFDNR=1315 unter Tagesordnungspunkt 8.)
    2. Die Verwaltung wird beauftragt, gutachterlich mögliche alternative Standorte für ein Stadion, welches dauerhaft professionellen Spielbetrieb in den höchsten deutschen Fußball-Spielklassen ermöglicht, zu prüfen. Ein wesentliches Auswahlkriterium ist dabei die Möglichkeit der zusätzlichen Nutzung für Gewerbeflächen.
    3. Für die Ermöglichung eines temporären Spielbetriebs in der bestehenden Sportinfrastruktur des FC Würzburger Kickers e.V. am Dallenberg wird eine Finanzierung von bis zu 2,4 Mio. € zugesagt. Die Finanzierung erfolgt über Investitions- und/oder Betriebsbeihilfen der Stadt Würzburg an den FC Würzburger Kickers e.V. entsprechend der Einplanung in der Haushalts- und Mittelfristplanung 2017 bis 2021. Für diese sind alle öffentlich-rechtlichen Vorgaben, insbesondere die des europäischen Beihilfenrechts, einzuhalten.
    4. „Mit der rechtlichen Beratung der Stadt Würzburg bei der Umsetzung dieses Beschlusses wird die KPMG Rechtsanwaltsgesellschaft mbH beauftragt.“
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 11:01:39 AM
    Kopfzerbrechen bereitet den Räten allerhand:
     
    • Wie viel kostet die Unterstützung?
    • Was hat die Stadt, die Gesamtheit der Bürgerschaft, davon?
    • Muss an anderen Ausgaben geknappst werden, um die Unterstützung zu finanzieren?
    • Wenn ja: Was ist weniger wert als ein Stadion für Profi-Fußball?
     
    Und wenn die Stadt den Stadionneubau unterstützt - wie stellt sie das an? Das würde ein juristischer Hürdenlauf werden. Denn die Stadt darf nach dem Europäischen Beihilferecht keine Steuergelder für den Profi-Sport einsetzen. Da geht es um Fragen eines fairen Wettbewerbs.
     
    Und so kommt es, dass die städtische Entscheidung für ein neues Stadion einen ganzen Rattenschwanz von Folgen nach sich zöge, und die wollen alle bedacht, diskutiert, abgewogen und abgestimmt sein. Das dauert.
     
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 11:09:26 AM
    Zu allem Überfluss ist die Euphorie rund um die Kickers abgekühlt. Und zwar deswegen:
    Nur noch 5 Punkte vor einem Abstiegsplatz und noch 7 Spiele zu spielen. Tabelle: DFL
     
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 11:12:52 AM
    Immerhin: Wir kennen gute Gründe, aus denen die Kickers und ihre Fans nicht verzagen müssen (oder ist es das Pfeifen im dunklen Keller?)
    Heute auf www.mainpost.de: Mut tut Not! Mut tut gut!
     
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 11:15:45 AM
    Wahrscheinlich ist es wie den Fußball an den Dalle tragen, aber für den Fall, dass unter Euch welche sind, die die ultimative Kickers-Seite auf www.mainpost.de noch nicht kennen: Hier klicken!
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 11:18:43 AM
    So einmütig, wie die 16 Mitglieder des Hauptausschusses am vergangenen Donnerstag diskutierten, so einmütig wird die Sitzung der 50 Ratsmitglieder heute nicht. Stay tuned!
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST via YouTube | 4/6/2017 11:24:01 AM
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 11:24:08 AM
    Mal was anderes für zwischendurch: der fantastische Markus Hammer! Ihr MÜSST ihn hören und sehen, wie er erlesene Fangesänge vorträgt. Diesmal: Hannover 96.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 11:32:28 AM
    Zwei Ratsmitglieder - Alexander Kolbow, SPD, und Sebastian Roth, Linkspartei, wollen von der Stadtverwaltung unter anderem wissen,
     
    • wie viel Zeit und Geld sie seit September in die Entwicklung einer Gesellschaft zum Ausbau des Stadions am Dallenberg gesteckt hat,
    • seit wann sie weiß, dass die Kickers das Stadion gar nicht ausbauen wollen,
    • seit wann die Kickers einen Stadionneubau prüfen und
    • seit wann sie von den Kickers weiß, dass ein Neubau wirtschaftlicher ist als ein Ausbau.
     
     
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 11:40:51 AM
    Wir kennen schon die Antworten!
     
    Um die 50.000 Euro hat die Stadt 2016 ausgegeben für eine Gesellschaft, die den Stadionausbau am Dallenberg besorgen sollte; 34.000 Euro für eine Anwaltskanzlei, 16.000 Euro Arbeitszeit im Rathaus.
     
    Wann die Kickers was prüften und wussten, wisse sie nicht, antwortet die Stadtverwaltung. Dazu müssten Kolbow und Roth die Kickers fragen.
     
    Am 21. Februar hätten die Kickers der Stadtverwaltung mündlich mitgeteilt, dass ein Neubau wirtschaftlicher ist. Am 6. März sei die Nachricht schriftlich ins Rathaus gekommen.

    Hintergrund der Fragen: Die Stadt hat für die Kickers Geld durch den Schornstein geblasen. Jetzt soll geklärt werden, wer was verbockt hat. Hatten die Kickers die Stadt im Unklaren gelassen? Ist die Stadtverwaltung von falschen Voraussetzungen ausgegangen?
     
    Wir werden das nachher hören. Wahrscheinlich. In mehreren Versionen. Wahrscheinlich.
     
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 11:46:30 AM
    Uns beschäftigt wie Euch die Frage: Wo könnte es denn stehen, das neue Stadion, mitsamt einem Gewerbegebiet? Unser Kollege Ernst Lauterbach hat nachgeschaut:
     
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 12:05:13 PM
    Soviel mal vorab. Kurz nach 15 Uhr sind wir wieder da und tickern live aus der Sitzung, wenn's um die Kickers geht.
     
    Gegen Langeweile und Nägelkauen empfehlen wir das Stromern durch unsere Kickers-Geschichten . Für Euch, die Ihr schon alles kennt, haben wir noch ein Schnäppchen: Unser Bericht vom 17. November 1907 2007, von der 100-Jahr-Feier der Kickers, während der man schon manches ahnen konnte. Und manches nicht. "Träume von glorreichen Zeiten", von Wolfgang Jung, stand drüber.
     

     

    Träume von glorreichen Zeiten

    Die Würzburger Kickers feierten im Cinemaxx mit 500 Gästen ihr 100-Jähriges
     
    Welch ein Trübsinn bei den Würzburger Kickers, 1978, nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga, und welch finanzielles Malheur! Aber als die Nacht am tiefsten war, hat sich gezeigt, sagt der Vereinschronist Rainer Adam, was die Kickers sind: „Wenn’s drauf ankommt, sind die Kickers da. Da geht’s wieder aufwärts. Da stirbt der Verein nicht. Der lebt!“
     
    Über 500 Leute hörten zu im großen Saal 7 des Cinemaxx, als er so sprach, am Samstag, 17. November 2007, auf den Tag genau 100 Jahre nach der Gründung des Vereins.
     
    Wo der rote Gott waltet und der blaue Satan schaltet
    So sind sie, die Kickers, und nicht anders wollen sie sein. Als erfolgreichen Großstadtverein präsentierten sie sich zur Jubiläumsfeier, wenigstens an diesem Abend verwöhnt von Publikum und Prominenz. So viele wichtige Leute waren da, dass Michael Schlagbauer, der Vorsitzende, auf die namentliche Begrüßung der ViPs verzichtete, um Zeit zu sparen. Die Gilde der Schiedsrichter nahm er aus: Die hieß er besonders willkommen.
     
    So wie es keinen guten Gott gibt ohne den verderbenden Satan, so kann es die Kickers nicht geben ohne die 04-er. Zweieinhalb Stunden lang dauerte die Feier, und kein anderer Verein wurde so oft beim Namen genannt wie der vermaledeite Rivale aus der Zellerau. Wer den Jubel der 500 im Saal hörte, bei der Nachricht vom 5:0-Sieg der Rothosen über die Blauen am 5. April 1908, der wusste: Keine Meisterschaft bringt den Kickers und ihren Fans so viel Ruhm und Glückseligkeit wie eine deftige Klatsche für die Truppe aus der Mainaustraße.
     
    Realschüler und Gymnasiasten im Arbeiterverein? Das kann nicht sein, meint der Kickers-Chronist
    Durchs Kino wehte innige, ewig währende Feindschaft, die so ausgeprägt ist, dass die Kickers nicht einmal Abkömmlinge der drei Jahre älteren 04-er sein wollen. In der fast 300 Seiten dicken Vereinschronik versucht Chronist Adam entsprechende Gerüchte zu widerlegen und argumentiert mit der Herkunft der Vereinsgründer: „Realschüler und Gymnasiasten als Mitglieder beim Arbeiterverein, dies schließt sich doch schon von allein aus!“
     
    Und so gelten die Kickers bis zum heutigen Tag als der Verein der feinen Leute. Einer von ihnen, Mitglied seit 44 Jahren, ist Wolfgang Bötsch, ehemals Bundespostminister; er hatte sich als Neunjähriger in die Rothosen verguckt.
     
    Was passiert, wenn ein Schwarzer ein Roter und sein Zögling ein Blauer ist
    Als Festredner berichtete er, wie er viele Jahre lang den Sonntagvormittag in der Kirche dem lieben Gott geweiht habe, und den Nachmittag den Kickers auf dem Fußballplatz. Bötsch erzählte, wie er einst samt Sohn zum Derby in die Zellerau gegangen war, der Knabe mit einer Fahne der Blauen. Bötsch hat ihn im Stadion von sich geschickt, was ihm zu Hause schweren Ärger brachte. Seiner zürnenden Gattin hat er aber trutzig beschieden: „Wenn der mit einer 04-Fahne rumläuft, kann er sich nicht zu mir stellen.“
     
    Der Dalle als WM-Quartier der Black Stars
    Pia Beckmann, die Oberbürgermeisterin, war auch zur Feier gekommen, mit Lob und Preis für die Kickers: Einen „unverzichtbaren Beitrag für das sportliche und soziale Leben der Stadt“ hätten geleistet, Dank und Anerkennung gebühre ihnen. Besonders rühmte sie den Einsatz des Vereins als Gastgeber der WM-Equipe Ghanas vor einem Jahr.
    Mit viel Reminiszenz an vergangene glorreiche Tage ging die Feier zu Ende, und mit viel Hoffnung auf kommende große Zeiten. So stellten die Kickers ihre in dieser Saison noch ungeschlagene Landesligamannschaft vor, und ihre siegreich aufspielende U 13 auch. Dominik, einer der Buben, feierte am 100. Kickers-Geburtstag seinen eigenen elften; die großen Kicker sangen dem Kleinen ein Ständchen. Ins Mikrofon sprach der Dreikäsehoch wie ein Profi: Er danke seinen Kameraden, die ihn unterstützten, und seinen Eltern auch.
     
    Der Chef der Blauen hört genau hin (aber das hilft ihm nicht)
    Georg Rosenthal, der Vorsitzende des Würzburger Fußballvereins, war in der ersten Reihe gesessen und hat sich alles genau angeschaut.
     
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:05:06 PM
    Noch 9 Minuten, bis die Sitzung beginnt! Im Ratssaal ist noch nichts los; 3 Ratsmitglieder sehe ich.

    Die Sitzung beginnt immer mit einem nichtöffentlichen Teil. Wie lange der dauert, weiß vorher niemand. Das kann ruckzuck, das kann dauern und dauern.
     
    Wenn die Ratsmitglieder kommen, wählen sich ihre Tablets automatisch ins Rathausnetz ein. Dann wird das Netz laaaangsam und kriegt auch mal einen Kollaps. Aber spätestens um 15.30 Uhr geht's wieder.

    Die Kickers sind gleich am Anfang dran, mit den Anfragen von Alexander Kolbow und Sebastian Roth, und später dann noch mal. Wann? Kommt drauf an.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:09:56 PM
    Der nichtöffentliche Teil war nach 5 Minuten um. Wir sind in der öffentlichen Sitzung.
     
    Ihr, die Ihr immer schon wissen wollt, was ein Stadtrat diskutiert: Hier findet Ihr die Tagesordnung und die Sitzungsunterlagen. Und alles, was den Stadträten zu den Kickers schwarz auf weiß vorliegt, findet Ihr da auch.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:15:13 PM
    Die Räte handeln mündliche Anfragen ab. Es geht um Kindertagesstätten, die Nahversorgung mit Lebensmittelgeschäften in Stadtteilen, die Straba-Baumaßnahmen in der Sanderstraße - jede Menge Fragen.

    Der Stadtrat berät und entscheidet über alles, was die Stadt aus eigener Kraft erledigen kann, ohne Bezirk, Regierung, Bund und Europa. Man soll nicht glauben, wie viel das ist.
     
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:19:19 PM
    Vor einer Woche, im Hauptausschuss, vergab ein Ratsmitglied nach dem anderen Schellen für die Kickers. Offenbar ist der Vorstandsvorsitzende der Kickers AG, Daniel Sauer, immer kleiner unter dem Schellenhagel geworden - er war da, aber wir haben ihn nicht gesehen und hatten das mürrisch kommentiert.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:20:50 PM
    Nach der Sitzung stand er auf einmal da. Ich habe den Fehler korrigiert und ihn um Entschuldigung gebeten. Er hat's sportlich genommen und verziehen.

    Heute ist er wieder da. Die Kickers sind interessiert an dem, was der Stadtrat diskutiert.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:22:09 PM
    Jetzt sind die schriftlichen Anfragen von Kolbow und Loew zu den Kickers dran.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:23:22 PM

    Hier: Kolbows Fragen und die Antworten der Stadtverwaltung:


    1. Wieviel Arbeitszeit von städtischen Mitarbeitern ist seit Juni 2016 in die Vorbereitung der Gründung einer Stadiongesellschaft geflossen? Welche Kosten sind dafür realistisch anzusetzen?

    Eine genaue Ermittlung ist nicht möglich, da hierüber keine Aufzeichnungen geführt werden. Eine Abschätzung der Arbeitszeiten aller Mitarbeiter ist erst nach Durchführung einer Abfrage möglich. Nach Abschätzung der im Finanz- und Personalreferat und in der Fachabteilung Beteiligungscontrolling angefallenen Arbeitszeiten sind bislang insgesamt ca. 20 bis 25 Arbeitstage für die Vorbereitung der Gründung der Stadiongesellschaft angefallen. Dies entspricht Arbeitszeitkosten zwischen ca. 14.000  € bis 16.800 €.

     

     

    2. Welche weiteren Kosten wurden im vergangenen Jahr (z. B. für Rechtsberatung) zur Vorbereitung einer Stadiongesellschaft ausgegeben?

    Mit der rechtlichen Beratung für die Vorbereitung der Stadiongesellschaft wurde die KPMG Rechtsanwaltsgesellschaft mbH beauftragt. Für die Beratung wurden in 2016 Leistungen in Höhe von 33.900,43 € abgerechnet. Eine Abrechnung für die bislang in 2017 erbrachten Leistungen liegt noch nicht vor.

     

     

    3. Seit wann prüfen die Kickers den Stadionneubau?

    4. Wann wurden die Kickers vom Architekturbüro Speer und Partner darüber informiert, dass ein Stadionneubau günstiger sei als die Sanierung des bestehenden Stadions?

    Diese Fragen können von der Stadtverwaltung nicht beantwortet werden und sind an die Würzburger Kickers zu richten.

     

     

    5. Seit wann wissen Mitarbeiter der Stadtverwaltung davon, dass ein Stadionneubau wirtschaftlicher sei als ein Ausbau des bestehenden Stadions am Dallenberg?

    6. War diese Situation der Stadtverwaltung bereits bekannt, als im Dezember 2016 die Frist zur Vorlage des Bauantrags für die Gesamtentwicklung des Stadionareals verlängert werden sollte?

    Eine schriftliche Mitteilung zur Einschätzung der Wirtschaftlichkeit erfolgte mit Übersendung der Einschätzung von Albert Speer und Partner am 06. März 2017 per Mail. Mündlich wurde die Einschätzung der Stadt in einer Besprechung am 21. Februar 2017 mitgeteilt.

     

     

    7. Wie geht die Stadtkämmerei mit dem Geld um, dass für die Gründung der Stadiongesellschaft bereits in den städtischen Haushalt für das Jahr 2017 eingestellt wurde?

    Aufgrund des Zuschussbescheids vom 22.12.2015 über 300.000 € wurden aus den für 2017 im Haushalt eingeplanten Mittel die letzte Rate i.H.v. 100.000 € ausgezahlt. Ein Vorschlag zur Verwendung weiteren eingeplanten Mittel findet sich in der Beschlussvorlage Nr. 01/0100-7398/2017 „Unterstützung des Spielbetriebs des FC Würzburger Kickers e.V.; Untersuchung alternativer Stadionstandorte“. Dort sind die veranschlagten Haushaltsmittel und deren Verwendung im Einzelnen aufgeführt. Aufgrund der bereits ausgezahlten 100.000 € stehen auf der Haushaltsstelle 1.5500.9884 für Baukostenzuschüsse noch 350.000 € zu Verfügung.

     

     

    8. Von welchen städtischen Kosten geht die Bauverwaltung bei den Umfeldmaßnahmen im Rahmen eines Stadionneubaus aus?

    Eine seriöse Abschätzung ist erst mit Festlegung eines Standorts und einer darauf aufbauenden Planung möglich.

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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:24:37 PM

    Roths Fragen und die Antworten der Stadtverwaltung:


    • Wann wurde der Verwaltung die Entscheidung seitens der Kickers mitgeteilt, dass der Ausbau des Dallenbergstadions nicht weiterverfolgt werden soll?

    Eine schriftliche Mitteilung erfolgte mit Übersendung der Einschätzung von Albert Speer und Partner am 06. März 2017 per Mail. Mündlich wurde die Entscheidung die Stadt bei einer Besprechung am 21. Februar 2017 informiert.

     

     

    • Welche seitens der Stadt zugesicherten Gelder wurden bereits abgerufen?
    • Welche Gelder der Stadt sind noch nicht abgerufen und was geschieht mit diesen Geldern?

    Aufgrund des Zuschussbescheids vom 22.12.2015 über 300.000 € wurden aus den für 2017 im Haushalt eingeplanten Mittel die letzte Rate i.H.v. 100.000 € ausgezahlt. Ein Vorschlag zur Verwendung weiteren eingeplanten Mittel findet sich in der Beschlussvorlage Nr. 01/0100-7398/2017 „Unterstützung des Spielbetriebs des FC Würzburger Kickers e.V.; Untersuchung alternativer Stadionstandorte“. Dort sind die veranschlagten Haushaltsmittel und deren Verwendung im Einzelnen aufgeführt. Aufgrund der bereits ausgezahlten 100.000 € stehen auf der Haushaltsstelle 1.5500.9884 für Baukostenzuschüsse noch 350.000 € zu Verfügung.

     

    In den Jahren 2015 und 2016 wurden an den FC Würzburger Kickers e.V. bereits 400.000 € an Zuschüssen u.a. für das Stadion am Dallenberg ausgezahlt. Daneben wurden im Jahr 2016 ca. 394.000 € für baulichen Maßnahmen zur Gewährleistung einer sicheren Verkehrsführung der Fußgängerströme in dem der Flyeralarm-Arena umgebenden Bereich bereit gestellt und abgerufen.

     

     

    • Welche Kosten sind der öffentlichen Hand durch die Vorbereitung der Stadiongesellschaft entstanden? Wer trägt nun die Kosten?

    Mit der rechtlichen Beratung für die Vorbereitung der Stadiongesellschaft wurde die KPMG Rechtsanwaltsgesellschaft mbH beauftragt. Für die Beratung wurden in 2016 Leistungen in Höhe von 33.900,43 € abgerechnet. Eine Abrechnung für die bislang in 2017 erbrachten Leistungen liegt noch nicht vor.

     

     

    • Welche waren die abschließenden Beweggründe für die Absage an den Standort Dallenberg, welche der Stadt mitgeteilt wurden?

    Die Beweggründe sind ausführlich in der Begründung zur Beschlussvorlage Nr. 01/0100-7398/2017 und der dort beigefügten Anlage 2, der Einschätzung von Albert Speer und Partner, dargelegt.

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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:26:52 PM
    Das Zitieren der Fragen und der Antworten sieht nicht schick aus. Entschuldigt bitte. Das ist das Technikleid des Livetickermanns.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:29:52 PM
    Jetzt habt Ihr, vermute ich, Zeit für Kaffee und Kuchen. Vor den Kickers steht das Bürgerbegehren zur künftigen Nutzung des Kardinal-Faulhaber-Platzes auf der Tagesordnung. Das muss nicht lange dauern. Das kann aber lange dauern. Das weiß man nie.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:31:14 PM
    Keine Zeit für Kaffee und Kuchen!, sagt der Rathaus-Sprecher Christian Weiß! Hier geht's nur um eine Formsache!
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:31:51 PM
    Und danach geht's um den Kindergarten St. Sebastian; der ist ohne Diskussion durch den Hauptausschuss gekommen und wird auch ganz schnell gehen. Wahrscheinlich.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:35:42 PM
    50 Mitglieder hat der Stadtrat. Der Oberbürgermeister zählt nicht dazu, hat aber trotzdem eine Stimme. Stadtratssitzungen sehen anders aus, als wir sie aus dem Bundestag oder dem Europa-Parlament kennen. Vollzählig sind die Sitzungen nur ganz selten, aber mehr als 40 sind's immer.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:41:20 PM
    An 40 Zuschauer sehe ich. Die meisten sind wegen des Bürgerbegehrens da. Sie hören, wie Christine Bötsch, die Fraktionsvorsitzende der CSU, den Text des Begehrens auseinander nimmt. Tenor: Dem Bürgerbegehren zufolge soll der Kardinal-Faulhaber-Platz grün werden, ohne baulichen Anlagen, aber mit Bratwurstbude. Das Problem: Auch eine Bratwurstbude ist eine bauliche Anlage.

    Und da sind wir wieder mittendrin in rechtlichen Händeln. Damit Entscheidungen halten, müssen sie präzise formuliert sein. Und das ist bei den vielen Interessen, die unter einen Hut gebracht werden müssen, schwierig.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:43:31 PM
    Zur Bratwurstbude kommt nach dem Bürgerbehren eine Straße, ein Brunnen etc. Der Text des Begehrens - ohne bauliche Anlagen - und die Darstellung - mit einer Reihe baulicher Anlagen - stößt einer Reihe von Räten auf.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:46:20 PM
    Raimund Binder von der ÖPD beschwert sich: Erst zwingen Juristen Laien, juristisch zu formulieren, und dann beklagen sie sich, wenn's juristisch nicht stimmt.

    Wenn ich ihn richtig verstehe, dann meint er, dass kein normaler Mensch formuliert wie ein Jurist.

    OB Schuchardt mahnt ihn, sich zu mäßigen.

    Binder: Die 6500 Menschen, die das Begehren unterschrieben haben, wollen einen Park. Wenn ein Weg durch den Park eine Bebauung ist - da komme der Bürger nicht drauf. Und wenn die Bratwurstbude eine bauliche Anlage sei, dann müsse sie halt weg.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:48:28 PM
    Der Stadtrat ist ein Spiegelbild der Bevölkerung, im Großen und Ganzen. Und so vielfältig, wie wir Würzburgerinnen und Würzburger sind, so vielfältig ist der Stadtrat. Da prallen Welten aufeinander, immer wieder.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:50:22 PM
    Von wegen "formale Angelegenheit". Wir erleben eine leidenschaftliche Debatte über den Text und die Rechtmäßigkeit des Bürgerbegehrens zum Faulhaber-Platz.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:52:54 PM
    Interessiert Euch, was aus dem Faulhaber-Platz wird? Hier findet Ihr die Unterlagen, vor denen auch die Stadträte sitzen.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:54:38 PM
    Unter anderem streiten sich die Räte um die Frage, ob die Bürger beim Bürgerbegehren ihre Stimme per Briefwahl abgeben können.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 1:59:28 PM
    Noch ein Thema: Soll der Stadtrat dem Bürgerbegehren ein eigenes Ratsbegehren entgegenstellen? Was weiteren Fragen führt: Was will denn der Stadtrat? Eine Tiefgarage? Oberirdische Parkplätze? Eine Bebauung? Wenn ja: Mit was?
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 2:02:56 PM
    Für Euch, die Ihr Euch neu zuschaltet: 3 Tagesordnungspunkte trennen uns von den Kickers. Seit einer Weile geht es um das Bürgerbegehren zum Kardinal-Faulhaber-Platz. Das scheint auch noch ein bisschen zu dauern. Die nächsten beiden Punkte müssten allerdings ruckzuck abgehandelt sein. Aber Prognosen zur Dauer von Ratsdebatten sind nicht ganz so zuverlässig wie die Abwehr der Kickers.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 2:07:58 PM
    Stadtphilosophisches wird erwogen: "Eine Stadt besteht aus Häusern, nicht aus Bäumen", sagt Hans Werner Loew von der SPD. Das sei aber eine unwirtliche Stadt.

    Deswegen, ergänzt der Livetickermann, besteht ein Wald aus Bäumen, nicht aus Häusern, was den Wald unpraktisch macht für menschliche Bewohner.

    Manchmal grätscht ein Stadtrat mit beiden Beinen rein, wenn man erklären will, wie wichtig und nobel die Arbeit des Stadtrats ist.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 2:13:03 PM
    Christine Bötsch von der CSU bringt noch einen Aspekt: Der Text des Bürgerbegehrens sähe keine Straßenbahnlinie 6 vor. - Das ist noch ein Hinweis darauf, wie schwierig das Planen für Stadträte ist. Wann - und ob - die Strabalinie 6 kommt, ist ungewiss. Die rechtliche Bindung an einen Bürgerentscheids endet nach einem Jahr.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 2:13:52 PM
    Wolfgang Baumann (Zukunft für Würzburg) entdeckt in der Debatte "eine gewisse Skurrilität". Er ist fürs Bürgerbegehren und reibt den Gegnern unter die Nase, es einfach nicht richtig zu verstehen.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 2:15:38 PM
    Wer selbst eine Stadtratssitzung durchleben möchte, kann das tun. Alle 3 Wochen tagt das Gremium, immer ab 15 Uhr im großen Ratssaal im Rathaus.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 2:17:34 PM
    Patrick Friedl (Grüne) sagt, er freue sich über die intensive Debatte und dass sie in den kommenden Wochen noch intensiver werde. "O Gott!" seufzt es aus den Reihen der CSU.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 2:20:31 PM
    Friedl (Grüne) mokiert sich über die "Spitzfindigkeit" jener im Rat, die den Faulhaber-Platz nicht als Park sehen, sondern - "maßvoll, sagen sie - bebauen wollen. Natürlich wollten die Leute in einem Park was haben, wo sie sich niederlassen können. Das sei in jedem Park so.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 2:22:38 PM
    Friedl (Grüne) meint: "Die Menschen haben sehr wohl verstanden, um was es geht. Die Menschen wollen mehr Grün in der Stadt."

    Habt Ihr eine Meinung dazu oder reicht Euch das Grün vom Kickers-Rasen?
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 2:26:08 PM
    Noch ein Aspekt: das Innenstadt-Klima. Prognosen von Klimaforschern wie Professor Paeth von der Uni zufolge wird das Leben in Würzburg künftig heißer werden - unerträglich heiß. Deswegen ist wichtig, bei Bauentscheidungen zu bedenken, was sie fürs Klima bedeuten. Da geht es zum Beispiel um Frischluftschneisen durch die Stadt.

    Alles nicht so einfach.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 2:28:36 PM
    Luftreinehalteplan heißt das Werk, das den Stadträten zu denken gibt. Raimund Binder (ÖDP) hat eben einen imposanten Satz aus "Luftreinhalteplan" und "Feinstaubbelastung" gebildet, mit einem Plädoyer für mehr Grün in der Stadt als Finale.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 2:30:52 PM
    Der OB erinnert daran, dass es hier um die Rechtmäßigkeit des Bürgerbegehrens geht.

    Ginge es den Räten nur darum, wäre die Debatte längst zu Ende. Bei aller Kritik am Text scheint die deutliche Mehrheit zu meinen, das Begehren sei rechtmäßig.
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  • von Wolfgang Jung / MAIN-POST | 4/6/2017 2:31:28 PM
    Ha! Thomas Schmitt von der CSU spricht, hält das Begehren für rechtmäßig und ist der letzte auf der Rednerliste zu diesem Punkt. Wir kommen den Kickers näher.
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