Anschlag in Ansbach

Ein Toter, mehrere Verletzte - Bei einem Musikfestival in Ansbach kam es am Sonntagabend zu einer Explosion. Der mutmaßliche Täter ist ein 27-jähriger Flüchtling aus Syrien. Die Ermittler vermuten einen islamistischen Hintergrund. Verfolgen Sie hier live die neuesten Ermittlungen.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/25/2016 1:25:31 PM

    Bei den Ermittlungen gehe es nun vorrangig darum, die Motivlage aufzuklären, erklärt Schrotberger. Dabei müssten auch mögliche Verbindungen zu Hintermännern geklärt werden. «Hier sind wir erst am Anfang.» 

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/25/2016 1:26:42 PM

    Die Materialien der Bombe seien zum Teil über Baumärkte zu beschaffen, so Fertinger, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Mittelfranken, und nennt als Beispiele Lötkolben und Batterien. Die Metallteile seien über 20 Meter weit gestreut gewesen.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/25/2016 1:26:52 PM

    Der Sprengstoffanschlag war nach Angaben von Oberstaatsanwalt Schrotberger ein versuchter Mord in 15 Fällen sowie eine schwere staatsgefährdende Straftat.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/25/2016 1:28:03 PM

    Fertinger weiter: Die Bombe sei mit einer Vorrichtung versehen gewesen, um viele Menschen zu töten.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/25/2016 1:28:03 PM

    Der Mann kam laut Fertinger aus Aleppo und hatte Kriegsverletzungen. Bei der Obduktion seien Splitter an Füßen und Beinen gefunden worden. Nun müsse geklärt werden, inwieweit der Täter militärische Zusammenhänge hatte. Fertinger sagt, der Mann hätte sicher gewusst, wie er sich alleine tötet.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/25/2016 1:29:04 PM

    Der Mann habe Suizidversuche hinter sich. Es gebe entsprechende Merkmale an den Armen, erklärt Fertinger.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/25/2016 1:30:29 PM

    Auf einem Handy gebe es eine Anschlagsdrohung des Täters selbst als Video, so Innenminister Herrmann. Der Täter kündige einen Racheakt gegen Deutsche an als Vergeltung, weil sie Muslime umbrächten. In einer ersten Übersetzung des arabischen Textes heiße es, der Täter handle im Namen Allahs.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/25/2016 1:33:31 PM

    Bei dem Anschlag handelt es sich um einen Terroranschlag mit islamistischer Überzeugung des Täters, so Herrmann weiter. Der Mann beziehe sich auf Abu Bakr al-Baghdadi, den Anführer der IS-Terrormiliz.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/25/2016 1:34:41 PM

    Die Ermittler prüfen, ob der Täter vor der Tat telefoniert hat, sagt Fertinger, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Zu klären sei auch, ob vor der Explosion zwischen 21.45 und 22.10 Uhr eine Handyverbindung bestand.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/25/2016 1:35:17 PM

    Fertinger erklärt weiter: Der Sprengkörper sei offensichtlich mit scharfkantigen Metallteilen gefüllt gewesen. Durch die Explosion hätte eine Vielzahl von Menschen verletzt oder getötet werden können.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/25/2016 1:40:10 PM

    Der 27 Jahre alte Syrer habe einiges an Bargeld bei sich gehabt, so Polizei-Vizepräsident Fertinger. Es habe sich dabei um eine Rolle von 50-Euro-Scheinen gehandelt. 

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/25/2016 1:41:51 PM

    Herrmann sagt: «Wir müssen dem Thema Sicherheit absolute Priorität einräumen.»

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/25/2016 1:47:24 PM

    Derweil ist die Pressekonferenz von Bundesinnenminister Thomas De Maizière beendet. Mit Blick auf Forderungen nach einem weitergehenden Einsatz der Bundeswehr im Inland sagt der CDU-Politiker: «Für eine Änderung des Grundgesetzes sehe ich keine parlamentarische Mehrheit.» Aktuell komme es darauf an, auf Basis der geltenden Rechtslage zu handeln. Dazu gehöre ein möglicher Bundeswehreinsatz bei besonders schwierigen, andauernden Terrorlagen.


    Foto: Michael Kappeler, dpa
  • von dpa-live Desk via dpa | 7/25/2016 1:48:05 PM

    Die Pressekonferenz in Nürnberg läuft noch: Innerhalb von Ansbach hat der Täter zweimal die Wohnung gewechselt, teilt Polizei-Vizepräsident Fertinger mit.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/25/2016 1:48:45 PM

    Herrmann sagt, Deutschland sei nicht unbegrenzt integrationsfähig. Daher müssten auch Rechtsfragen diskutiert werden: Was muss im Ausländerrecht verändert werden, wie müssen Asylverfahren in Zukunft laufen, wann können wir jemanden zum Verlassen unseres Landes veranlassen, insbesondere wenn er sich strafbar gemacht hat.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/25/2016 1:49:26 PM

    Zu seiner Forderung nach einem Bundeswehr-Einsatz bei besonderen Terrorlagen erklärt Innenminister Herrmann, diese Frage müsse in den nächsten Tagen behandelt werden. Für solche Situationen «müssen wir gerüstet sein». Es gehe nun darum, nicht erst dann darüber nachzudenken, wenn der nächste Anschlag stattgefunden habe.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/25/2016 1:50:06 PM

    Die Ausrüstung der Polizei müsse die terroristische Bedrohung stärker berücksichtigen, fordert Herrmann. Jeder Streifenbeamte müsse einen guten Schutz dabei haben, darunter eine Schutzweste und einen ballistischen Helm. Nötig seien auch genügend gepanzerte Fahrzeuge. Beim Amoklauf in München konnten die ersten Polizisten, die am Tatort eintrafen, den Angaben zufolge die neuen Schutzwesten aus dem Kofferraum ziehen und anlegen. Damit hatten sie laut Herrmann einen viel besseren Schutz gegen Schusswaffen.

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/25/2016 1:50:47 PM

    In extremen Terrorlagen ist laut Herrmann auch der Einsatz der Bundeswehr im Inneren möglich. Das beruhe auf Amtshilfe und habe nichts mit Notstandsgesetzen zu tun. «Das Land entscheidet, ob wir im Notfall Hilfe der Bundeswehr anfordern; das kann technische und personelle Unterstützung sein.» Das sei zwar auch kein Allheilmittel, «aber in der Summe müssen wir uns noch stärker aufstellen».

  • von dpa-live Desk via dpa | 7/25/2016 1:51:27 PM

    Auch die Pressekonferenz der Polizei in Nürnberg mit Bayerns Innenminister Herrmann ist nun beendet.

  • von dpa-live Desk via null | 7/25/2016 2:26:00 PM

    Um den Überblick nicht zu verlieren - hier noch einmal die wichtigsten Aussagen von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann aus der Pressekonferenz in Nürnberg:

    Zum Bekennervideo: «Die Polizei hat bei der Auswertung der Handys, die bei dem Täter gefunden worden sind, unter anderem eine Videoaufnahme entdeckt, in der sich der Täter klar zum islamistischen Kampf bekennt und auch ankündigt, dass er mit einem Anschlag sich an Deutschen rächen will.»

    ▪ Zum islamistischen Hintergrund: «Es ist klar, dass es ein Anschlag mit islamistischem Hintergrund ist. Ob der Täter selbst einen unmittelbaren Kontakt zum IS hatte, das ist noch Gegenstand der Ermittlungen.»

    ▪ Warum der Täter nicht abgeschoben wurde: «Das Bundesamt hatte ursprünglich eine Anordnung zum Verlassen Deutschlands erlassen, hat die dann selbst aber wieder zurückgenommen. Das hing möglicherweise mit seinen Suizidandrohungen oder Suizidversuchen zusammen. (...) Es ist ganz zuletzt vor gerade erst knapp zwei Wochen eine neue Anordnung erlassen worden vom Bundesamt, Deutschland zu verlassen. Der hätte der Täter dann innerhalb der nächsten 30 Tage nachkommen müssen. Ob das zusätzlich dazu beigetragen hat, die Tat jetzt zu begehen, wird auch noch aufzuklären sein.»

  • von dpa-live Desk via null | 7/25/2016 2:44:39 PM
    Der Attentäter von Ansbach war dem IS-Sprachrohr Amak zufolge ein «Soldat des Islamischen Staates». Das teilt Amak im Internet mit. Er habe die Tat als Antwort auf die Rufe des IS begangen, die Koalition zur Bekämpfung der Terrormiliz anzugreifen, heißt es in der Botschaft. Das IS-Sprachrohr beruft sich dabei auf eine nicht näher genannte «Sicherheitsquelle» der Terrormiliz.

    Vor einer Woche hatte der IS bereits die Verantwortung für die Axt-Attacke in einem Regionalzug bei Würzburg übernommen. Auch dieser Angreifer sei ein IS-Kämpfer gewesen, berichtete Amak damals. 
     
  • von dpa-live Desk via dpa | 7/25/2016 3:09:39 PM
    Hundertprozentigen Schutz vor Gewalttaten wird es nie geben können. Und das ist völlig unabhängig davon, wie viele Menschen aus anderen Nationen bei uns und mit uns zusammen leben.
    • SPD-Chef und Vize-Kanzler Sigmar Gabriel.
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