Der Lindelbacher Korbmacher Hans Hölzer Live

Hans Hölzer


Hans Hölzer ist Ur-Lindelbacher. Der 92-Jährige ist in dem Randersackerer Ortsteil geboren und aufgewachsen und lebt heute noch dort. Sein Haus in der Brandgasse 1, im Jahr 1768 erbaut – so jedenfalls vermutet Hölzer anhand der Jahreszahl in der ehemaligen Stallmauer – sowie das große Hoftor stehen bei der Kirchweih Besuchern stets offen. Während seine Tochter Renate Fischer die Gäste mit Kaffee und Kuchen bewirtet, bietet ihr handwerklich begabter Vater Weidenkörbe, Brotzeitbrettchen und Werkzeugstiele feil. Natürlich alles handgemacht von ihm selbst. Früher machte er auch Blootzdeckel. Das sind, erklärt er, große, runde Bretter mit Griff, die man braucht, wenn man große Brotbacköfen bestücken will.

Hölzer kennt sich aus mit diesen Öfen, besitzt er doch selbst noch so ein Exemplar. Das allerdings bleibt kalt. Seine drei Töchter planten zwar immer wieder mal, Brote darin zu backen, aber dann fehle ihnen halt letztlich doch die Zeit.

Zwei Tage und etwa 120 Weidenruten, erzählt Hölzer, brauche er für einen mittelgroßen Korb. Zum Zuschneiden, Sortieren und Flechten. Verkaufen tut er seine Körbe erst, seitdem die Lindelbacher Liste die große Kirchweih in seinem Heimatort eingeführt hat. „Vorher habe ich nur für den Eigenbedarf Körbe gemacht.

Die Ruten lässt er sich heute schneiden, aber sie kommen noch immer aus Lindelbach – oder auch vom Grundstück der Verwandtschaft in Sommerhausen. 10 bis 15 gelbe Weiden gebe es noch immer im Ort, erklärt der Korbmacher. Die habe er selbst wieder aufgepäppelt, als er nach dem Krieg wieder aus der Gefangenschaft zurückgekehrt sei.

Gelernt hat er das Korbflechten als junger Mensch von seinem Opa, dem Rüdingers-Opa. Der konnte allerdings den oberen Abschluss nicht. „Den hat mir dann nach dem Krieg der Bä


ckers Hans beigebracht“, erinnert sich Hölzer.

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